Hanoi – und der Fehler meiner Unachtsamkeit

Mittwoch, 30.05.2018 und Donnerstag, 31.05.2018

Nachdem ich die Cat Ba Insel am nächsten Tag verlassen hatte, fuhr ich mit dem Bus in die Großstadt Hanoi, von der ich die unterschiedlichsten Meinungen gehört hatte. Mit meinen Rucksäcken lief ich an einem erneut unwahrscheinlich heißem Tag zu meinem Hostel. Die Stadt war belebt, aber der erste Eindruck gefiel es mir.

Am Nachmittag besuchte ich das themenbezogene „Always Café“. Ich trat hinein, wurde freundlich begrüßt und schritt zum hinteren Zimmer, um dort von den vier riesigen Hausflaggen des Hogwartshauses erwartet zu werden. Ein Harry-Potter Café! Ich war begeistert von den Details. Aufgrund meiner Müdigkeit gönnte ich mir den typische Eiskaffee, aber ich war fest entschlossen, abends für ein Butterbier wiederzukommen.

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ein Harry Potter Café

Gegen frühen Abend lief ich in Nähe eines Teiches entlang, die Straßen waren von Touristen gefüllt und ich versuchte meinen Weg zu meiner Unterkunft zu finden. Zur Hilfe fragte ich mein Handy und war in einer Karte von Google Maps versunken, als alles ganz schnell ging. Ein junger Mann kam von hinten angelaufen, schnappte sich mein Smartphone und lief davon. Und ich? Ich hatte verdammt gute Reflexe und lief dem Schuft hinterher. Überquerte die riesige Straße und legte einen guten Sprint hin und schrie wie von der Tarantel gestochen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn wirklich eingeholt hätte, aber ich erregte Aufsehen. Der Dieb wurf mein Handy über die Straße, und flüchtete. Ich hob es zitternd auf. Es war nicht kaputt! Aber erst jetzt realisierte ich die ganze Situation. Andere Menschen kamen zu mir und erkundeten sich, ob es mir gut ginge. Die Antwort war: nein.

Ich war wirklich geschockt. Wie in einem Film war die ganze Situation passiert. Ich sollte glücklich sein, ich hatte mein Handy wieder in der Hand. Fast schon paranoid lief ich zu meinem Hostel zurück. Ich war vollkommen durch den Wind.

Durchatmen. Selbstreflektion. Eine der wichtigsten Regeln beim Reisen (vorallem in ärmeren Ländern) heißt: aufmerksam sein! In einer „Glück im Unglück“-Situation wurde ich schmerzlich daran erinnert. Eine Lektion, die mir ebenfalls beibrachte, dass meine Reflexe erstaunlich gut sein können, auch wenn wohl eher mein Unterbewusstsein reagiert hat. Mein Adrenalin hat mich von 0 auf 100 gebracht und für 5 Sekunden fühlte ich mich, als hätte ich Superheldenkräfte. Das mag total bescheuert klingen, aber solche „Extremsituationen“ erlebt man auch nicht oft.

Am Abend traf ich mich noch mit John und James zum Abendessen. Ich erzählte ihnen die Geschichte. Die beiden waren wirklich verwundert, sie lebten hier seit Monaten und ihnen war nie etwas passiert.

Zurück zum Harry Potter Café ging es leider nicht mehr, ich wollte einfach nur ins Bett und den Tag hinter mir lassen.

Insel Cat Ba erkunden

Dienstag, 29.05.2018

Nachdem ich meine Enttäuschung über die Bootstour in den Gewässerns der Halong Bucht hinter mir gelassen hatte, stand ein neuer Tag an. Ich genoss die Ruhe meines Einzelzimmers, schlief aus und in einer Rooftopbar genoss ich die Aussicht am späten Morgen bei Frühstück und leckerem vietnamesischem Kaffee.

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Frühstücksaussicht

Für den heutigen Tag hatte ich mir vorgenommen, mit einem Roller herum zu fahren und die Insel zu erkunden. Irgendwie hatte ich erhofft, jemanden zu finden, der mich begleitete. Dies war nicht der Fall. Nach bestimmt einer Stunde des Grübelns beschloss ich einfach einen Roller zu mieten und eben alleine rumzudüsen. Ich wollte mir diese Chance nicht entgehen lassen, denn die Insel sah vielversprechend aus.

Rucksack gepackt, Sonnencreme reichlich aufgetragen und auf den Sattel geschwungen. Als erstes musste ich tanken, bevor ich Cat Ba Town verließ. Die Insel ist verkehrsbedingt wirklich ruhig und es gibt nur 2 größere Straßen, die zu zwei unterschiedlichen Hafen führen.

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mit dem Roller die Insel Cat Ba erkunden

Entlang am Nationalpark genoss ich die bergige, grüne Landschaft und fuhr zur anderen Seite der Insel. Der sehr kleine Anlegeort für Boote gab nicht viel her, also ging es langsam zurück. Hier und dort hielt ich für ein paar Fotos.

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die Insel Cat Ba ist wirklich wunderschön

Bis ich den Eingang des Nationalparks erreichte. Ich bekam die Auskunft, dass hier ein kleiner Berg auf mich wartete, der bis zur Spitze ca. 60 Minuten dauern würden. Also los!

Der Weg fing auf gerade Strecke an, bis die Stufen anfingen – steil bergauf. Die Hitze ließ einen schon vom Atmen schwitzen. Innerhalb kürzester Zeit war ich klitschnass. Ich stoppte hier und dort, aber nicht zu lange, andererseits hätten mich die Mücken dort sofort verspeist.

Auch hier gab es kunterbunte Schmetterling zu betrachten. Es ging weiter durch den Wald, der an das Dschungelbuch erinnerte.

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WOW – die Aussicht verschlägt einem die Sprache

Endlich erreichte ich den Aussichtsturm, fix hochgeklettert und die gigantische Landschaft geniessen. Wow. Über den Baumgipfeln holte ich tief Luft, genoss den leichten Wind und staunte über die Sicht. Es war nicht zu erkennen, dass ich auf einer Insel war.

Kurz nach mir kamen der Amerikaner John, und die beiden Engländer Daniel und James oben an. Ich kam mit ihnen ins Gespräch. Gemeinsam ging es zur eigentlichen Spitze des Berges, die 5 Minuten entfernt war.

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Ausblick von der Spitze des Berges auf den Aussichtsturm 

Gemeinsam ging es den Berg wieder runter und unten angekommen, gönnten wir uns je eine frische Kokosnuss.

Ich verabredete mich für später mit der lustigen Truppe und fuhr erstmal zurück zum Hostel. Bei Abendessen und Cocktails ließen wir den tollen Tag ausklingen.

Enttäuschende Halong Bucht

Montag, 28.05.2018

Am Abend zuvor wurde ich gegen 21:00 Uhr von dem Nachtbus abgeholt. Die halbliegenden Sitze sind erstmal gewöhnungsbedürftig, aber gar nicht mal so schlecht. Der Bus ist überbucht und auf vietnamesisch gibt es eine lautere Diskussion, bis wir nach einigen Minuten weiterfahren. Zwischen die sehr engen Gänge wurden einige Matten für die zusätzlichen Mitfahrer ausgelegt. Auf meinem Handy schaue ich mir noch einen Film an und versuche zu schlafen.

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typische Nacht-/Liegebusse in Vietnam

Mitten in der Nacht halten wir in einem Ort, wo ungefähr die Hälfte der Passagiere aussteigen. Weiter geht es in eine kleine Runde unruhigen Schlaf, bis wir um 06:00 Uhr morgens in Hanoi ankommen. Ausgestiegen an einer vielbefahreren Straße, stelle ich fest, dass mein Anschlussbus in 2 Stunden losfährt. Da es viel zu früh ist und ich natürlich mein Gespräck mit mir trage, warte ich sitzend auf dem Bürgersteig und esse meine am Abend zuvor bestellten Sommerrollen. Ein ungewöhnliches Frühstück. Was solls.

Um 8:00 Uhr steige ich in den nächsten kleinen Bus, der wohl eher als Transporter durchgeht. Richtung Osten fahren wir zur Küste, wo wir dann sehr sehr lange auf eine der Fähren warten muss. Das reinste Chaos herrscht dort, bis wir endlich auf der Insel Cat Ba ankommen und gegen 14:00 Uhr falle ich vollkommen erledigt in mein Hotelbett.

Die Hitze gibt mir den Rest und der Tag vergeht mit Dösen und Nichtstun.

Dienstag, 29.05.2018

Am heutigen Morgen ist es endlich so weit. Seit Tagen freue ich mich darauf, die Halong Bucht auf einem Boot zu besuchen. Sie ist eine der berühmtesten Touristenattraktionen in Vietnam und wurde mir von jedem empfohlen.

Um 08:00 Uhr werden gut 15 Personen von unserem Hostel abgeholt und zum Hafen gebracht. Nach kurzen Warten geht es auf ein Boot. Zugesagt wurde, dass nicht mehr als 30 Personen an Bord sein werden, mindestens die doppelte Personenanzahl ist anzutreffen.

Auf dem oberen Deck sitzend geht es los, raus aus dem Hafen, vorbei an einem schwimmenden Dorf bis unsere Umgebung nur noch aus Natur besteht.

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Fahrt vorbei an einem schwimmenden Dorf

Eine gute Stunde dauert es bis wir am ersten Ort ankommen, an dem uns Kayaks zu Verfügung stehen. Drei andere Boote halten zur selben Zeit und nach wenigen Minuten sind an die 100 Kanus im Wasser zu sehen.

Die Halong Bucht wurde 1994 zum Weltnaturerbe erklärt und ist geprägt durch seine knapp 2000 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, die zum Teil mehrere hundert Meter hoch aus dem Wasser ragen.

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die berühmte Halong Bucht

Die Landschaft ist wahrlich wunderschön und malerisch. Die stark bewachsenen Felsen sind teilweise in ein herrliches Grün gekleidet. Trotz einiger Fischerboote wirkt es sehr friedvoll. Jedoch kann ich mich nicht wirklich mit der Halong Bucht anfreunden.
Mir ist vor meiner Reise nach Vietnam bewusst gewesen, dass viele Länder in Asien ein gewaltiges Problem mit Vermüllung haben und auch die letzten Wochen ist dies sehr allgegenwärtig gewesen.

Allerdings an diesem eigentlich so wundervollem Ort überall Plastik, verrottete Lebensmittel und ähnliches im Ozean schwimmen zu sehen, macht mich unendlich traurig und ist absolut schockierend zu sehen.

Ich konnte tatsächlich weder das Kayaken noch die restlichen Aktivitäten des Tages wirklich geniessen.

Es gibt Mittagessen auf dem Boot und in der nächsten Lagoone wird eine Schwimmpause gemacht. Mir ist aber überhaupt nicht danach in den Ozean zu springen, es wäre sicherlich eine tolle Erfrischung und auch wenn der Müll hier etwas weniger ist, entscheide ich mich dagegen.

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Halong Bucht

Den letzten Stopp machen wir auf der Monkey Island. Niemand wusste wirklich Bescheid, dass hier eine kleine Wanderung wartet und dementsprechend haben die meisten FlipFlops an ihren Füßen. Ich bin guten Mutes mit meinen Wandersandalen- stelle aber schnell fest, dass es bis zur Spitze des kleinen Berges sich eher um klettern handelt. Die Nachmittagshitze lässt den Schweiß nur so rennen.

Wieder unten am Strand angekommen, ist meine Laune nicht besser. Der kleine, überfüllte Strandabschnitt spricht mich überhaupt nicht an. Ich beobachte am Waldrand ein paar freilebende Affen und warte eine weitere Stunde, bis ich zurück aufs Boot darf.

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freilebende Affen auf Monkey Island

Gegen 17:00 Uhr sind wir zurück am Hostel. Meine Enttäuschung ist definitiv zu merken. Natürlich hätte ich die Situation einfach so hinnehmen können, da ich in dem Moment nichts an der Vermüllung hätte ändern können. Allerdings… wie kann ich etwas ignorieren, was mir doch so am Herzen liegt?

 

Die Gang

Sonntag, 27.05.2018

Am nächsten Morgen entscheiden wir alle auszuschlafen und treffen uns gegen Mittag zu viert. Lange überlegen wir hin und her, für welche Aktivität wir uns heute entscheiden sollen. Letztendlich beschließen wir einfach Roller zu mieten und den Nationalpark zu erkunden. Wir haben einen riesigen Spaß. Die recht gutausgebauten Straßen sind sehr verlassen. Die Landschaft ist einfach wunderschön und gigantisch. Um uns herum erstreckt sich der dichtbewachsene Regenwald. Die „grünen“ Berge und die tropische Temperarturen lassen Dschungel Atmosphäre aufkommen.

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Meine Gang: (v.l.n.r. Frina, Alexa, Eric und ich)

Viele Schmetterlinge fliegen hier umher, die uns in den wunderschönsten Farben und Mustern immer wieder begegnen und uns Freude bereiten.

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ein entzückender Schmetterling am Griff meines Rollers

Außerdem finden wir eine totgefahrene Schlange auf der Straße, die mit ihrer giftgrünen Farbe schon bedrohlich aussieht. Später finde ich heraus, dass es sich wahrscheinlich um eine „Greater Green Snake“ handelte, die eben auch giftig sein soll.

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eine tote Greater Green Snake

Am Nachmittag geht es für uns in die botanischen Gärten, die aber auch eher einem Urwald entsprechen. Hier sticht mich erstmal eine Biene.

Für 40.000 vietnamesischen Dong (= ca. 1,50€) Eintritt laufen wir durch den Wald, der von Bienen und vorallem Mücken nur so wimmelt.

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Schmetterlinge, die wie Blätter aussehen

Nach gut 30 Minuten erreichen wir einen kleinen Wasserfall, wo man eventuell auch schwimmen gehen könnte. Ich beschließe mich aber auch hier dafür, mit meiner Kamera Fotos von den einzigartigen Schmetterlingen zu machen. Auch einige kleine Libellen fliegen herum und mit viel Geduld kriege ich ein paar gute Schüße von den wunderschönen Tierchen.

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kleine, goldige Libellen haben es mir angetan

Alexa und Eric machen sich kurz danach wieder auf den Weg. Frina und ich genießen hier noch etwas länger die Natur (was vorallem daran liegt, dass ich meine Kamera nicht ablegen will).

Am Wasserfall gibt es einen Aufstieg mit Seilen und fix klettern wir die Steilwand hoch, bis sich ein grandioser Ausblick über die Baumwipfel bietet.

Am späten Nachmittag fahren wir glücklich und müde zurück zur Unterkunft. Zu viert gehen wir nochmal lecker im Bamboo Café essen. Ich bestelle mir außerdem extra Essen zu Mitnehmen. Auf mich wartet eine 16 Stunden Busfahrt…

 

Die größte Höhle der Welt im Nationalpark Phong Nha-Ke Bang

Freitag, 25.05.2019 und Samstag, 26.05.2018

Freitagmorgen lief ich durch die Straßen von Hue, allerdings sagte mir die Stadt durch aufdringliche Verkäufer nicht allzu sehr zu. Gegen Mittag stieg ich in einen kleinen Bus, der mich in 5 Stunden in den kleinen Ort Phong-Nha brachte. Auf der Fahrt lernte ich die Amerikaner Alexa und Eric kennen, mit denen ich abends noch Essen ging und mich für den nächsten Morgen mit ihnen verabredete.

Um 7:30 Uhr trafen wir uns und gegen 09:00 Uhr mieteten wir uns zwei Motorroller. Ich hatte mir zwar vorgenommen am heutigen Tag auch endlich zu fahren, aber damit wartete ich bis später. Wir fuhren in den Phong Nha-Ke Bang Nationalpark.

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unglaubliche Aussicht im Nationalpark Phong Nha-Ke Bang

Der gesamte Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von ca. 86.000 Hektar, liegt direkt an der Grenze zu Laos und wurde 2003 zum Unesco Weltnaturerbe erklärt. Die Gegend gehört zum Annamiten-Gebirgszug und ist besonders bekannt für seine bizarren Kalkfelsformationen, sowie unzähligen Höhlen, unterirdischen Wasserläufen und seine außerordentliche Artenvielfalt.

Erster Stopp war die Thiên-Đường-Höhle (oder auch Paradise Höhle genannt). Sie wurde erst 2010 entdeckt und wird als größte Höhle der Welt eingeschätzt. Für Touristen ist gerade mal der erste Kilometer „freigegeben“. Angeblich soll sie aber bis zu 33 Kilometer lang sein, und an der höchsten Stelle bemisst sie 60 Meter!!! Wow!

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die Thiên-Đường-Höhle wird als die Größte der Welt eingeschätzt

Sehr viele Touristen tummelten sich bereits hier. Der Weg führte recht lange bergauf, bis wir dann zum Höhleneingang kamen. Ein Holztreppe führte hinein und ein Steg zog sich hindurch.

Die Höhle ist wirklich gigantisch groß und mehr als beeindruckend. Die Belichtung tut ihr bestes, um den unteriridischen Ort noch imposanter zu machen.

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magische Spiegelung

Immer wieder versuchen wir fotografisch ihre Schönheit einzufangen, was sich als gar nicht so einfach herausstellt.

Viele Fels- und Steinformationen erinnern an Figuren und die Fantasie hat hier freien Lauf, die witzigsten Gestalten und Gegenstände zu sehen.

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Und welches Tier/Figur kannst du hier sehen?

Andere Erkundungstouren für weitere Teile der Höhle sind auf 220 Personen pro Jahr limitiert und kosten um die 3000 Euro, da sie sehr anstrengend und aufwendig sind und mehrere Tage umschließen.

Anschließend fuhren wir weiter und erkundeten ein paar der Straße, die durch den Nationalpark verlaufen. Alexa und Eric waren wirklich super geduldig und erklärten mir wie ich mit einem Motoroller fahre. Als ich endlich am Fahren bin, ist alles gar nicht mehr so schwierig. Wir waren fast die einzigen auf den Straßen und gemeinsam fuhren wir zur Phong-Nha Höhle. Sie ist von Wasser unterspült und kann daher nur mit dem Ruderboot besichtigt werden. Man gelangt direkt vom Son River durch eine Öffnung im Fels in die Höhle.

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Höhle Phong Nha

Die Boottour beginnt im namensgleichen Ort Phong Nha, und dauert eine gefühlte Ewigkeit bis wir erstmal am Eingang der Grotte ankommen. Tiefer geht es hinein. Tatsächlich hätte ich hier wahrscheinlich eher eine Tagestour mit einem Kayak gebucht (wenn ich die Zeit gehabt hätte). Ich erkunde einfach zu gerne in meinem eigenen Tempo.

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der riesige Eingang der Höhle

Nachdem uns das Boot wieder abgesetzt hat, düsten wir zurück zum Hostel. Nach einer erfrischenden Dusche traf ich mich nochmals mit Eric, Alexa und auch der Deutschen Frina in dem Restaurant „Bed“ (auf deutsch: Bett). Die Terrasse im ersten Stock hat riesige Ausmaße. Neben einigen Tische befinden sich auf zahlreiche Hängematten, auf denen man mit erfrischenden Getränken entspannen kann. Nach einem wunderbaren abenteuerlichen Tag ließen wir uns an einem der Tische nieder und bestellten leckeres Essen. Auch die Cocktails waren hervorragend und unter anderem bekammen wir Pina Coladas mit frischen Kokosnuss- und Ananassaft. Yumm!! Der Abend geht bei wunderbaren Gesprächen zu Ende.

Ich war am Ende des Tages wirklich super stolz auf mich, dass ich mich erstmals auf einen Motoroller gesetzt habe. Vorallem da Vietnam vom Verkehr absolut chaotisch ist, hatte ich einen großen Respekt davor. Dass Eric und Alexa mir mit aller Geduld alles erklärten und ich auf den verlassenen Straßen üben konnte, war also perfekt.

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Was ein Spaß endlich mit einem Roller zu fahren!

ein einmaliger Lost Place in Hue

Donnerstag, 24.05.2018

Am Donnerstagmorgen ging es mit dem Bus um 8:00 Uhr los nach Hue – gute 4 Stunden weiter in den Norden Vietnams. Gegen Mittag erreichte ich die Stadt und machte mich auf Hostelsuche, welches schnell gefunden war.

Auf meinem Zimmer lernte ich die Irin Benita kennen, mit der ich ein wirklich langes und gutes Gespräch führte. Zusammen mit der Deutschen Frina ging es Mittagessen und gegen 16:00 Uhr machten wir uns mit dem Roller auf den Weg, um unsere Abenteuerlust zu stillen. Ich hatte von einem tollen Lost Place gehört – einem verlassenem Wasserpark!

Der Park Ho Thuy Tien wurde 2004 für 3 Millionen amerikanische Dollar gebaut und kurze Zeit später nach seiner Veröffentlichung geschlossen, aufgrund von schlechter Verkehrslage und somit schlechten Besucherzahlen.

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Das alte Aquarium im Wasserpark

Acht Kilometer außerhalb von Hue fanden wir das Gelände. Als erstes kamen wir am ursprünglichen Aquarium an. Das Gebäude war als riesiger Drachen gedacht und wirkte einfach nur gigantisch. Wir beschlossen hier später wieder herzukommen und erkundeten erstmal das weitere Gelände

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alte Wasserrutschen spiegeln sich im dunklem, dreckigem Wasser

Alte Wasserrutschen zeigen ein wirklich surreales Bild. Die mit verdrecktem Wasser gefüllten Schwimm- und Planschbecken und heruntergekommene Häuschen, die wahrscheinlich als Kiosk gedacht waren, zeigen eine schaurige Kulisse auf. Die Natur erobert sich langsam diesen Ort zurück. Der Park ist sehr weitläufig und erstreckt sich um einen künstlich angelegten See.

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Bis letztes Jahr hausten hier sogar ein paar wenige Krokodile in den verdreckten tümpeln und wurden von Touristen und Anwohnern u.a. mit Hühnern gefüttert. Die Tiere wurden zum Glück gerettet und in ein Naturschutzpark gebracht.

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Bis letztes Jahr lebten noch ein paar Krokodile in den verdreckten Gewässern

Die Nachmittagssonne ergab ein tolles Licht und kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir den riesigen Drachen wieder.

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Sonnenuntergang im Wasserpark

Wir erkundeten das Innenleben des Gebäudes, oder zumindest das was davon übrig geblieben war.

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das alte Aquarium

Eingeschlagenes Aquariumglas lag überall auf dem Boden, Graffiti an den Wänden und eine einmalige Atmosphäre hing in der Luft. Mit Staunen stiegen wir die Treppe hoch, bis wir sozusagen im Aussichtsturms angekommen waren – wir waren im Maul des Drachens angekommen. Der Ausblick über den See und den Park war gigantisch.

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im Maul des Drachens

Wir fuhren zurück in die Stadt und schlenderten am Abend noch über einen kleinen Nachtmarkt.

My Son Tempelanlage und eine tierische Begegnung

Mittwoch, 23.05.2018

Früh um 7:00 Uhr klingelte der Wecker, eine Stunde später wurde ich von einem Bus abgeholt. Ich bin ja bekanntlich nicht der größte Freund von gebuchten Touren, aber manchmal gibt es keine bzw. kaum andere Möglichkeiten.

Nach gut 60 Minuten Fahrt kamen wir am „My Son Sanctuary“ an. Die Tempelstadt gehört seit 1999 zum Weltkulturerbe und ist das vietnamesische kleine „Angkor Wat“ (riesige Tempelstadt in Kambodscha).

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Tempelstadt „My Son“

Bei 39°C schwitzte ich bei jedem Schritt mehr. Die Gruppe war recht groß, allerdings war unser Tourguide einmalig. Spannend und gewitzt erzählte er uns Geschichten zu der heiligen Stätte.

Zwischen dem 2. oder 3. Jahrhundert wurde dieser Ort in den Bergen errichten. Die sogenannte Cham-Kultur war stark von der indischen Kultur beeinflusst, was sich insbesondere in der Übernahme hinduistischer Glaubensvorstellungen (Verehrung des Hindu-Gottes Shiva) und in der Kunst ausdrückte.

Im Vietnamkrieg wurde ein großer Teil zerstört und noch immer sind große Einschlagslöcher der Bomben zu sehen und von vielen Tempeln sind nur noch Überreste vorhanden.

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Bestaunung der Bauweise der Tempel

Wirklich unfassbar über welche Dauer die heutigen Denkmale erhalten worden sind. Noch heute gibt es Rätsel, die nicht gelöst werden konnten. Niemand weiß tatsächlich wie genau die einzelnen Steine bis heute zusammen halten, da es weder Zement noch Mörtel gab. Teile der Gebäude wurde mit neuen Bausteinen und Mörtel nachgebaut. Wirklich interessant ist aber, dass die neuen Arbeiten in der Regenzeit sehr nass werden und grün von Moos überzogen werden und nicht länger als 20 Jahre halten werden. Die alten Bausteine bleiben jedoch trocken und ehen noch erstaunlich gut aus – ein wahres Mysterium!

Gute 2 Stunden verbrachten wir dort, bis es zurück zum Bus ging. Auf halber Strecke stiegen wir in ein Boot um, indem es bei Mittagessen zurück nach Hoi An ging.

Gegen 15:00 Uhr erreichte ich das Hostel komplett verschwitzt und ermüdet. Ich hatte mir allerdings noch etwas mehr für heute vorgenommen. Ich mietete ein Fahrrad und fuhr raus aus der Stadt Richtung Meer. An Feldern und Wiesen vorbei genoss ich die wunderbare Aussicht.

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ein Wasserbüffel entspannt im Gewässer

Ein wahres Highlight war meine Begegnung mit Wasserbüffeln, die in einem kleinem See entspannten. Darauf hatte ich mich schon sehr gefreut, diese unglaublich entspannten Tiere zu sehen. Später kam mir sogar ein Junge sitzend auf einem Büffel entgegen.

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ein Junge reitend auf einem Wasserbüffel

Am Strand gönnte ich mir ein Eis und kühlte meine Füße im Meereswasser. Auf dem Rückweg verzauberte der einkehrende Sonnenuntergang den Himmel.

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mit dem Fahrrad in den Sonnenuntergang

Zurück im Hostel und nach einer schnellen Dusche, nahm ich an der kostenlosen Kochstunde meiner Unterkunft statt. Nachdem ich gestern gezeigt bekommen hatte, wie das Reispapier hergestellt wird, lernte ich heute, wie man Frühlingsrollen macht. Die Vietnamesen glauben an Ying und Yang, zum Beispiel in dem man kaltes mit warmen Essen kombiniert. Wir wickelten also unsere frittierten, heißen Frühlingsrollen in die frischen, kühlen Sommerrollen ein. Leeeeecker!

Hoi An, die Stadt der Lampions

Montag, 21.05.2018

Am Morgen der neuen Woche ging es für mich zum Flughafen von Ho-Chi-Minh-City, um einen Innenlandsflug nach DaNang zu nehmen. Von dort aus ging es mit dem Taxi ins 22km entfernte Hoi An.

Hoi An gilt als eine der schönsten Städte Vietnams, dementsprechend freute ich mich sehr hier am späten Nachmittag anzukommen.

In einem Hostel bekam ich ohne Reservierung ein Bett und nach einer Dusche und einem Snack, ging es mit einem meiner Zimmernachbarn, dem Italiener Federico, in die berühmte Altstadt.

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in der Dunkelheit der Nacht entsteht die Illusion von schwebenden Lampions

Wir kamen der Altstadt näher und zunehmend fehlten mir mehr und mehr die Worte. Ich war tatsächlich kaum in der Lage eine anständige Konversation zu führen. Die Schönheit der Straßen mit all ihren Lampions und Laternen verschlug mir die Sprache.

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an Flussufer von Hoi An

Wir erreichten den kleinen Fluss und überquerten diesen über die leuchtende Brücke. Menschen tummelten sich überall und dennoch strahlten die Gassen rund um den Nachtmarkt eine Art Ruhe aus.

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verzaubernde bunte Lampions

In der Dunkelheit der Nacht strahlten hunderte, oder wahrscheinlich gar tausende bunte, leuchtende Lampions in allen Variationen und Farben, die man sich nur vorstellen kann.

Dienstag, 22.05.2018

Nach einer sehr warmen Nacht ging es am späten Morgen raus in einen weiteren schwülen Tag. Zum Glück ist die Luftfeuchtigkeit niedriger als in Saigon, aber 33°C sind bei praller Sonne doch sehr ungewohnt.

Rund um die Altstadt gibt es Dutzende kleine Sehenswürdigkeiten. Ich kaufte ein Ticket, welches 5 Eintritte beinhaltete. Ich bummelte durch die wunderschöne Altstadt und hier und dort besuchte ich kleine Mini-Tempelanlagen und alte Häuser. In einem Café machte ich weitere Reisepläne für die nächsten Tage und probierte den leckeren, vietnamesischen Kaffee, den ich nur empfehlen kann. (Beste Kombination: mit Kokosnussmilch und auf Eis gekühlt)

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eine kleine Tempelanlage

Um 15:00 Uhr hatte ich mir ein Fahrrad an der Hostelrezeption gemietet, und schloss mich einer angebotenen Tour an. Nach über 15 Monaten war ich mehr als wackelig auf dem Zweirad (welches auch schon bessere Tage gesehen hatte 😀 ), und der Verkehr hier in Vietnam half mir nicht wirklich, um mich wohler zu fühlen. Als wir aus der Stadt rausfuhren, wurde ich sicherer und genoss den angenehmen Fahrtwind.

Durch wunderschöne Landschaften fuhren wir gute 20 Minuten, bis wir an einem kleinem Tempel ankamen. Unser Guide erklärte uns einige Bedeutungen, die sich als sehr interessant herausstellten. Anschließend ging es nach einer 5 Minuten Fahrt zu einem Haus, in dem einheinimische Vietnamesen leben. Wir erfuhren den Prozess und lernten die Zubereitung von Reispapier, welches wir anschließend auch verspeisen durften.

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Zubereitung von Reispapier

Nach gut 2.5 Stunden erreichten wir komplett verschwitzt das Hostel. Was ein Spaß! 🙂

Am Abend ging es mit der Französin Alex nochmal zum Nachtmarkt und wieder bestaunte ich die einzigartige Altstadt, eingehüllt in die bunten Lichter.

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Die Altstadt von Hoi An ist wirklich einmalig

Von Neuseeland nach Vietnam

Donnerstag, 17.05.2018 – Sonntag, 20.05.2018

Am Donnerstagmorgen stieg ich also in den Bus, der mich von Wellington nach Auckland bringen sollte. Die 12 Stunden Fahrt zog sich sehr in die Länge und gegen 22:00 Uhr erreichte ich den Flughafen und machte mich auf zu meinem Hostel.

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auf meiner Busfahrt sah ich einige Regenbögen

Mir blieben nur 4 Stunden Schlaf. Ich wachte um 03:44 Uhr auf und stellte mit großem Schrecken fest, dass ich meinen Wecker nicht gehört hatte. Mir blieben gute 2 Minuten bis ich auschecken musste, um meinen Shuttle zu erwischen. Angezogen und rausgerannt schaffte ich es rechtzeitig diesen zu erwischen.

Auch am Flughafen hatte ich unfassbares Glück. Ich saß 30 Minuten lang am falschen Gate. Als ich dies bemerkte, rannte ich 10 Minuten durch den Flughafen in der Panik meinen Flug zu verpassen. Vollkommen unter Stress erreichte ich den richtigen Schalter, um festzustellen, dass mein Flugzeug eine Stunde Verspätung hat. Mein Puls beruhigte sich langsam wieder. Innerhalb einer Stunde gab es 7 Flüge nach Sydney, da darf man unter Schlafmangel auch mal irritiert sein 😀

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Auf ein Wiedersehen, Neuseeland.

In Sydney hatte ich 6 Stunden Aufenthalt am Flughafen und gegen Nachmittag stieg ich in den Flieger nach Saigon. 9 Stunden später erreichte ich die Großstadt im Süden Vietnams. Außerhalb des Flughafens traf mich dann der Schock. Es war 22 Uhr und die Temperatur lag bei 33°C mit einer Luftfeuchtigkeit um die 80%. Der Bus in die Innenstadt war schnell gefunden und auf dem Weg zu meinem Hostel brach ein gigantisches Unwetter über der Stadt aus – strömender Regen und Blitze im Sekundentakt. Nass und total erschöpft erreichte ich das Hostel. Es war 24 Stunden her, dass ich meine Unterkunft in Auckland verlassen hatte.

Mein Samstag sollte sich als sehr ruhig herausstellen. Mein Jetlag wurde durch das extrem schwüle Wetter nur schlimmer.

Am Sonntagmorgen traf ich zwei Mädels – die Australieren Taegen und Rebeccas Ursprung ist die Insel Malta. Zusammen planten wir unseren Tag und wir machten uns auf durch die Stadt. Ho-Chi-Minh-City, oder auch urprünglich Saigon genannt, erschlug mich förmlich. Der Verkehr war in meinen Augen das reinste Chaos. Die vielen Motoroller fuhren wie sie wollten und Ampeln wurden zum großen Teil nicht beachtet. Wie soll man da nur die Straße überqueren? Tatsächlich läuft man einfach los, und irgendwie klappt dies sogar, ohne angefahren zu werden.

Die schwüle Hitze war auch an diesem Tag zu merken. Müll war überall gegenwärtig, ebenso unangenehme Gerüche und eine Lautstärke, die mir Kopfschmerzen bereitete. Mein Eindruck von der Stadt war also alles andere als positiv.

Wir kamen am Kriegsmuseum an. Ich denke das vom Vietnamkrieg jeder schon einmal gehört hat. Allerdings habe ich mich nie näher damit beschäftigt, noch haben wir das Thema in der Schule durchgenommen.

Umso geschockter lief ich durch die Gänge und Räume des Museums. Die Veranschaulichung der Widersinnigkeit dieses Krieges und das mit sich tragende Leid für das vietnamesische Volk, ging mir sehr unter die Haut. Die Brutalität der damaligen Realität hinterließ mir ein schweres Herz. Natürlich wird hier eine sehr anti-amerikanische Ansicht gezeigt und ist natürlich auch nur eine Seite der Wahrheit.

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Bilder des Vietnamkrieges hinterlassen ein sehr schweres Herz

Besonders getroffen hat mich, wie Amerika das Land mit Giftbomben attakiert hat und bis zum heutigen Tag noch immer Menschen mit extremsten Verkrüppelungen zur Welt kommen.

Es ist mir wichtig sich auch mit diesen Themen auseinander zu setzten. Ich verlasse das Gebäude äußerst nachdenklich.

Der Abend fällt meinem Jetlag zum Opfer und schlafend vergeht der restliche Tag.

Planänderung und Abschied nehmen

Es ist einiges in den letzten Wochen passiert, und obwohl so viel Zeit vergangen ist, fällt es mir noch immer schwer die Situation komplett zu realisieren. Am 10.04.2018 änderte sich alles – aber erstmal zurück auf Anfang.

Ich kam von der großartigen Südinsel zurück in mein geliebtes Wellington. Ich fühlte mich mehr als wohl und genoss ein paar Tage mit meinen Freunden. Mein Visum ließ weiter auf sich warten und so beschloss ich einen kleinen Roadtrip an die Ostküste der Nordinsel zu machen.

Nach 5 Stunden Fahrt kam ich im Ort Napier an und suchte mir dort einen Campingplatz. Bei meiner Ankunft war es bereits 19:00 Uhr und die Sonne war untergangen. Der Herbst kehrte langsam aber sicher in Neuseeland ein.

Nach einer erholsamen Nacht stand ich früh auf, um den Sonnenaufgang am Strand zu sehen.

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atemberaubender Sonnenaufgang in Napier in der Region Hawkes Bay

Die Himmel zeigte gigantische Farben auf und ich erlebte einen der schönsten Sonnenaufgänge überhaupt.

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Am Nachmittag regnete es in Strömen und in einem Café machte ich es mir mit Tee und meinem Buch bequem, als mein Handy sich meldete. Eine E-Mail von der Immigrations Behörde war eingegangen. Mit klopfenden Herzen öffnete ich an meinem Laptop das Dokument. Es dauerte ein paar wenige Sekunden bis ich realisierte, dass mein Visum tatsächlich abgelehnt worden war.

Die Begründung war und ist noch immer schwer zu begreifen. Meine 9 Monate Erfahrung in der Gastronomie reichen nicht aus (erwartet werden mindestens 12 Monate) und meine 9.5 Jahre Erfahrung aus Deutschland (in einem anderen Job) zählen nicht.

Am Boden zerstört machte ich mich umgehend auf meine Heimfahrt nach Wellington. Ich war natürlich direkt mit meiner Managerin in Kontakt, und ich versuchte die Behörde anzurufen.

Nach über 5 Stunden kam ich fix und fertig in meiner WG an, wo meine Mitbewohner auf mich warteten. Die nächsten Tage versuchte ich Wege zu finden, um eventuell doch ein Visum zu bekommen, aber letztendlich beschloss ich mit meiner Managerin, dass ich (vorläufig) das Land verlassen werde.

Mir blieben 42 Tage um Neuseeland zu verlassen, ich buchte für gute 4 Wochen später meinen Flug. Eine sehr gefühlsbetonte Zeit wartete auf mich und vorallem die ersten paar Tage hatte ich sehr große Probleme damit meine Situation zu akzeptieren. Meine Freunde waren für mich da, bis es mir wieder besser ging.

Ich suchte also jemanden für mein Zimmer und inserierte mein Auto. Letzteres war eine echte Herausforderung, da die Zeit nicht schlechter sein könnte, um ein Backpackerauto zu verkaufen.

Ein Freund, den ich auf der Südinsel kennen gelernt hatte, kam mich besuchen. Obwohl Florian Wellington erst nicht besonders leiden konnte, so (denke ich zumindest) verließ er die Hauptstadt doch mit ein paar netten Eindrücken, in dem ich ihm einige meiner Lieblingsorte zeigte.

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Mount Kaukau bei Sonnenuntergang

Drei Tage bevor ich meine Lieblingsstadt verlassen sollte, hatte ich eine kleine Abschiedsparty mit meinen alten Arbeitskollegen und fast alle kamen vorbei, um sich von mir zu verabschieden.

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ein großer Teil meiner alten Arbeitskollegen

Einen Tag später ging es mit meinen Mitbewohnern in mein Lieblingsrestaurant zum Abendessen.

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meine wunderbaren Mitbewohner (v.r.n.l. Casey, Becca, Mike, sein Freund Ryan und ich)

Am letzten Tag konnte ich tatsächlich kurzerhand noch mein Auto verkaufen und traf mich anschließend mit einem meiner besten Freunde, dem Iren Paul.

Am Donnerstagmorgen (17.05.) brachte mich Katie zur Busstation, wo ich unter Tränen meine Lieblingsstadt verließ.

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Auf Wiedersehen, mein geliebtes Wellington

Neuseeland, und vorallem Wellington ist in den letzten 15 Monate mein zu Hause geworden. Mein abgelehntes Visum brachte eine eher unschöne Zeit mit sich. Zuerst dachte ich, ich hätte mein positives Denken verloren. Ich stellte aber schnell fest, dass dies nicht stimmte. Ich gucke positiv in die nächsten Wochen und Monate und freue mich auf meine Pläne, aber nichts wird die Tatsache ändern, dass ich unendlich traurig über meinen Abschied bin.

Ein Bekannter schrieb mir vor ein paar Tagen, dass es manchmal besser sei, einen Ort nur mit guten Erinnerungen zu verlassen. Zum Teil stimme ich diesem auch zu, allerdings treffe ich gerne meine eigenen Entscheidungen, insbesondere wenn es sich um sehr große Veränderungen dreht. Diese wurde mir aber von jemandem abgenommen, der nur einen minimalen Teil meines Lebens kennt. Jemand, der mich nie persönlich getroffen hat.

Es besteht die Möglichkeit sich für ein erneutes Visum zu bewerben. Was genau in den nächsten Monaten passieren wird, steht in den Sternen. Gewiss ist aber, dass ich die nächsten 5 Wochen reisen werde und dieser Blog wieder ein wenig lebendig wird.

So traurig ich bin, so unglaublich dankbar bin ich über meine Zeit am anderen Ende der Welt. Meine Erfahrungen, Erlebnisse und meine neuen tollen Freunde. Ich könnte nicht glücklicher über meine Zeit in Neuseeland sein.