Planänderung und Abschied nehmen

Es ist einiges in den letzten Wochen passiert, und obwohl so viel Zeit vergangen ist, fällt es mir noch immer schwer die Situation komplett zu realisieren. Am 10.04.2018 änderte sich alles – aber erstmal zurück auf Anfang.

Ich kam von der großartigen Südinsel zurück in mein geliebtes Wellington. Ich fühlte mich mehr als wohl und genoss ein paar Tage mit meinen Freunden. Mein Visum ließ weiter auf sich warten und so beschloss ich einen kleinen Roadtrip an die Ostküste der Nordinsel zu machen.

Nach 5 Stunden Fahrt kam ich im Ort Napier an und suchte mir dort einen Campingplatz. Bei meiner Ankunft war es bereits 19:00 Uhr und die Sonne war untergangen. Der Herbst kehrte langsam aber sicher in Neuseeland ein.

Nach einer erholsamen Nacht stand ich früh auf, um den Sonnenaufgang am Strand zu sehen.

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atemberaubender Sonnenaufgang in Napier in der Region Hawkes Bay

Die Himmel zeigte gigantische Farben auf und ich erlebte einen der schönsten Sonnenaufgänge überhaupt.

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Am Nachmittag regnete es in Strömen und in einem Café machte ich es mir mit Tee und meinem Buch bequem, als mein Handy sich meldete. Eine E-Mail von der Immigrations Behörde war eingegangen. Mit klopfenden Herzen öffnete ich an meinem Laptop das Dokument. Es dauerte ein paar wenige Sekunden bis ich realisierte, dass mein Visum tatsächlich abgelehnt worden war.

Die Begründung war und ist noch immer schwer zu begreifen. Meine 9 Monate Erfahrung in der Gastronomie reichen nicht aus (erwartet werden mindestens 12 Monate) und meine 9.5 Jahre Erfahrung aus Deutschland (in einem anderen Job) zählen nicht.

Am Boden zerstört machte ich mich umgehend auf meine Heimfahrt nach Wellington. Ich war natürlich direkt mit meiner Managerin in Kontakt, und ich versuchte die Behörde anzurufen.

Nach über 5 Stunden kam ich fix und fertig in meiner WG an, wo meine Mitbewohner auf mich warteten. Die nächsten Tage versuchte ich Wege zu finden, um eventuell doch ein Visum zu bekommen, aber letztendlich beschloss ich mit meiner Managerin, dass ich (vorläufig) das Land verlassen werde.

Mir blieben 42 Tage um Neuseeland zu verlassen, ich buchte für gute 4 Wochen später meinen Flug. Eine sehr gefühlsbetonte Zeit wartete auf mich und vorallem die ersten paar Tage hatte ich sehr große Probleme damit meine Situation zu akzeptieren. Meine Freunde waren für mich da, bis es mir wieder besser ging.

Ich suchte also jemanden für mein Zimmer und inserierte mein Auto. Letzteres war eine echte Herausforderung, da die Zeit nicht schlechter sein könnte, um ein Backpackerauto zu verkaufen.

Ein Freund, den ich auf der Südinsel kennen gelernt hatte, kam mich besuchen. Obwohl Florian Wellington erst nicht besonders leiden konnte, so (denke ich zumindest) verließ er die Hauptstadt doch mit ein paar netten Eindrücken, in dem ich ihm einige meiner Lieblingsorte zeigte.

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Mount Kaukau bei Sonnenuntergang

Drei Tage bevor ich meine Lieblingsstadt verlassen sollte, hatte ich eine kleine Abschiedsparty mit meinen alten Arbeitskollegen und fast alle kamen vorbei, um sich von mir zu verabschieden.

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ein großer Teil meiner alten Arbeitskollegen

Einen Tag später ging es mit meinen Mitbewohnern in mein Lieblingsrestaurant zum Abendessen.

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meine wunderbaren Mitbewohner (v.l. Casey, Becca, Mike, sein Freund Ryan und ich)

Am letzten Tag konnte ich tatsächlich kurzerhand noch mein Auto verkaufen und traf mich anschließend mit einem meiner besten Freunde, dem Iren Paul.

Am Donnerstagmorgen (17.05.) brachte mich Katie zur Busstation, wo ich unter Tränen meine Lieblingsstadt verließ.

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Auf Wiedersehen, mein geliebtes Wellington

Neuseeland, und vorallem Wellington ist in den letzten 15 Monate mein zu Hause geworden. Mein abgelehntes Visum brachte eine eher unschöne Zeit mit sich. Zuerst dachte ich, ich hätte mein positives Denken verloren. Ich stellte aber schnell fest, dass dies nicht stimmte. Ich gucke positiv in die nächsten Wochen und Monate und freue mich auf meine Pläne, aber nichts wird die Tatsache ändern, dass ich unendlich traurig über meinen Abschied bin.

Ein Bekannter schrieb mir vor ein paar Tagen, dass es manchmal besser sei, einen Ort nur mit guten Erinnerungen zu verlassen. Zum Teil stimme ich diesem auch zu, allerdings treffe ich gerne meine eigenen Entscheidungen, insbesondere wenn es sich um sehr große Veränderungen dreht. Diese wurde mir aber von jemandem abgenommen, der nur einen minimalen Teil meines Lebens kennt. Jemand, der mich nie persönlich getroffen hat.

Es besteht die Möglichkeit sich für ein erneutes Visum zu bewerben. Was genau in den nächsten Monaten passieren wird, steht in den Sternen. Gewiss ist aber, dass ich die nächsten 5 Wochen reisen werde und dieser Blog wieder ein wenig lebendig wird.

So traurig ich bin, so unglaublich dankbar bin ich über meine Zeit am anderen Ende der Welt. Meine Erfahrungen, Erlebnisse und meine neuen tollen Freunde. Ich könnte nicht glücklicher über meine Zeit in Neuseeland sein.

Zurück in Wellington, und jetzt?

Kaum zu glauben, dass meiner Reise auf der Südinsel nach 5 Wochen erstmal beendet ist. Die Zeit ist verflogen, es war wunderschön, fantastisch und inspirierend. Ich habe bereits angefangen eine Liste zu schreiben, was ich machen möchte, wenn ich wieder zurückgehe.

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meine Reiseroute Südinsel Neuseeland

Insgesamt bin ich um die 3118 Kilometer gefahren, meine Reiseroute ist auf dem oberen Bild zu sehen.

Wie geht es denn jetzt weiter? Dies ist eine gute Frage. Tatsächlich warte ich noch immer auf mein Visum – seit 2 Monaten! Ich habe die Behörde angerufen, aber ohne Ergebnis. Meine Unterlagen werden zurzeit durch gesehen, aber ich bekam keine Zeitangabe, wie lange sich dieser Prozess noch hinziehen wird. Es heißt also weiterwarten.

Das ganze löst bei mir nicht wirklich Stress oder ähnliches aus. Ich hatte mehr Zeit auf der Südinsel als eigentlich geplant. Ich werde die nächsten Tage meine Freunde treffen, Wellington weiter erkunden und sehen was kommt. Eventuell reise ich für ein paar Tage auf der Nordinsel.

Für den Fall das mein Visum nicht bewilligt wird, gibt es nicht wirklich einen Plan B. Ich weiß nicht einmal, wie schnell ich das Land verlassen muss, sollte dies eintreten. Aber auch dies sehe ich momentan sehr gelassen. Es kommt wie es kommt und ich werde versuchen das beste aus der zukünftigen Situation zu machen.

Wahrscheinlich wird es hier ein wenig ruhiger werden. Jeden Tag einen Blogeintrag zu schreiben, nimmt doch mehr Zeit in Anspruch und bringt ein wenig Druck mit sich. Bei dieser Reise hat sich der Fokus auch mehr auf die Bilder gelegt, da mir dies momentan mehr Spaß macht.

Jeder der hier momentan mitliest und kommentiert, sei ein herzliches Dankeschön ausgeprochen 🙂

Auf Wiedersehen, Südinsel.

Donnerstag, 29.03.2018

Früh geht die Autofahrt Richtung Norden los. Diese Entscheidung erweist sich als richtig, die Strecke ist tatsächlich durch noch mehr Baustellen geprägt. Gegen Mittag komme ich in Blenheim an, hier habe ich vor ca. 5 Wochen meine erste Nacht verbracht. Nach einer kleinen Pause geht es nach Picton. Von hier wird meine Fähre heute wieder nach Wellington fahren. Da diese allerdings 4 Stunden Verspätung hat, bummel ich durch den Ort und lege mich in die Sonne am Hafen und lese entspannt in meinem Buch.

Als die Fähre endlich ablegt, ist es 17:00 Uhr und im Sonnenuntergang fahren wir durch die wunderschönen Marlborough Sounds, die ich bei meiner Hinreise nur im Nebel zu sehen bekam.

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Auf Wiedersehen, Südinsel.

3 Stunden später kommen wir Wellington immer näher. Die Skyline funkelt wahnsinnig schön, die Spiegelung an diesem windstillem Abend ist noch schöner als sonst und ein glückseliges Gefühl durchströmt mich. Zurück in meiner Lieblingsstadt. Wellington, ich hab dich vermisst.

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Sonnenuntergang auf der Fähre

Von der Fähre runter, fahre ich direkt zu meiner Arbeitsstelle und treffe dort auf zwei meiner besten Freunde in Neuseeland. Die Amerikanerin Chloe und die Engländerin Katie sind verblüfft mich zu sehen und fallen mir um den Hals, eine lange Umarmung folgt. Eine gute Stunde verbringe ich mit ihnen, bevor es dann zur Wohnung geht.

Wenn ein Traum in Erfüllung geht

Donnerstag, 28.03.2018

Bevor eine längere Autofahrt losgeht, frühstücke ich in einem Cafe, dass mir empfohlen wurde. Es ist direkt um die Ecke vom Hostel und wow, ich wünschte ich hätte mehr Zeit dort, um all das leckere Essen einmal auszuprobieren.

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Kann ein Frühstück noch schöner aussehen?

In nördliche Richtung fahre ich aus Christchurch heraus. Ich habe heute vor nach Kaikoura zu fahren. Die kleine Stadt liegt an der Ostküste. Aufgrund eines schweren Erdbebens 2016 sind die Straßen auf dem Weg dorthin schwer beschädigt worden, aber mittlerweile zumindest tagsüber befahrbar. Nachts muss man einen unwahrscheinlichen Umweg fahren, ich habe also Glück, dass die Straßen geöffnet sind.
Der Weg zieht sich, unzählige Baustellen verzögern die Fahrt und gegen 14:00 Uhr komme ich an einem wunderschönem, sonnigen Ort am Meer an.

 

Wie so viele Orte, ist auch Kaikoura bekannt für eine Besonderheit – Whale-Watching. Nirgendwo in Neuseeland ist die Chance größer, Wale zu sehen. Ich fahre direkt zur Buchungsstelle und hoffe auf das Glück, heute noch einen Platz in einer Tour ergattern zu können. Ich erfahre dort äußerst unfreundlichen Kundenservice und bekomme aber noch einen Platz für den heutigen Tag.

Bei strahlendem Sonnenschein geht es los und nach 2 Minuten begegnen wir der ersten großen Gruppe von Delfinen, die großartig durch das Wasser toben.

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eine Gruppe von Delfinen kreuzt unseren Weg nach wenigen Minuten

Mit Vollspeed geht es weiter auf das offene Meer, von weitem kann der Kapitän einen Wal sehen, der aber wieder untertaucht. Wir fahren in dieselbe Richtung und mit einem bestimmten Gerät, wird nach Geräuschen des Tieres gehört. Nach 50 sehr langen Minuten ist der Spermwal (oder auch Pottwal genannt) dann wieder an der Wasseroberfläche zu sehen. Wir nehmen Kurs auf und natürlich mit gewissem Abstand ist das wunderbare Tier dann von Näherem zu sehen.

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ein Pottwal!!!

Nach wenigen Minuten verabschiedet sich das wunderschöne Tier wieder in Meerestiefe und zeigt dabei seine riesige Schwanzfloße. Wow.

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Auf Wiedersehen, du wunderschönes Tier

 

Grinsend vergeht der Moment und wir fahren wieder Richtung Festland. Wir treffen noch auf einen Albatross. Die riesigen Vögel haben in Teilen Neuseelands ihr zu Hause. Sie können eine Flügelspannweite von bis zu 3,3 Metern haben.

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ein Albatross in der Abendsonne

Außerdem treffen wir auf eine kleine süße Seerobbe, die im Wasser entspannt.

 

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Hallo kleine Seerobbe

Wir machen uns auf die Suche nach Delfinen, müssen aber nicht lange warten, bis wir auf zwei Gruppen stoßen, die wild durchs Wasser springen.

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Nach gut 2 Stunden ist das ganze Spektakel aber auch wieder vorbei und zurück am Land lasse ich das Zusammentreffen mit den unglaublich tollen Tieren nachwirken.

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Sonnenuntergang in Kaikoura

Christchurch erkunden, Besuch in Akaroa

Montag, 26.03.2018

Es ist Montagmorgen und meine erste Anlaufstelle ist eine Werktstatt. Der freundliche Mechaniker kann mir leider nicht weiterhelfen, er kann nichts auffälliges an meinem Auto finden. Ich bin mir nicht sicher, ob dies ein gutes oder schlechtes Zeichen ist.

Anschließend laufe ich durch den großen Park ins Zentrum. Im Canterbury Museum gibt es viel zu sehen und auch wenn man hier Stunden verbringen könnte, zieht mich die Sonne schnell wieder ins Freie.

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im Canterbury Museum

Ich laufe durch die Straßen, die vielen Baustellen und zerstörten Häuser sind allgegenwärtig. Auch wenn vieles schon wieder neu erbaut worden ist, so gibt es noch viel zu tun nach dem schwerem Erdbeben 2011.

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eine Kirche, die beim Erdbeben 2011 zum großem Teil zerstört wurde

In der riesigen Art Gallery Christchurch angekommen, startet gerade eine kostenlose Führung. Ich schließe mich der kleinen Gruppe an und bin positiv überrascht. Ich gehe ab und zu in Kunstgallerien, aber bin niemand der dort Stunden verbringen kann. Heute allerdings bekomme ich großartiges Hintergrundwissen und einige der Ausstellungen sind äußerst fazinierend und die Geschichten hinter einigen Kunstwerken ziehen mich in ihren Bann.

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in der Art Gallery Chirstchurch

Nach gut 1,5 Stunden verlasse ich das Gebäude und laufe zurück zum Hostel, um mich gegen frühen Abend mit Matt zu treffen und in die Vorstadt Lyttleton zu fahren, die für ihren industriellen Hafen bekannt ist. Lange bleiben wir dort nicht, in dem Stadtteil Sumner machen wir am Strand Halt und genießen einen wunderschönen Sonnuntergang.

 

Dienstag, 27.03.2018

Gegen Mittag fahre ich außerhalb von Christchurch auf eine kleine Halbinsel. Außerhalb der Stadt ist es sehr flach, grüne Wiesen und Weiden erstrecken sich überall. Zur Küste hin geht es über ein paar Hügel und kleine Berge, bis ich in der Bucht von Akaroa ankomme. Der blaue Himmel ist hier leider von Wolken überzogen, es ist sehr windig, wenn auch sehr warm. Ich laufe durch den kleinen Ort, der ein paar kleine Läden aufzeigt. Ich schlender am Hafen entlang, bis ich aber entscheide nach 2 Stunden wieder zurück zu fahren.
Zurück in Christchurch treffe ich mich am Abend ein letztes Mal mit Matt, der in ein paar Wochen Neuseeland verlassen wird.

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Streetart in Christchurch

Für mich geht es morgen weiter nördlich, meine Reise neigt sich dem Ende zu, aber ein ganz wichtiger Punkt steht noch auf meiner Liste.

[Leider habe ich die Bilder vom heutigen Tag gelöscht und somit gibt es keinen fotografischen Nachweis von meinem Besuch in Akaroa]

Von Tekapo nach Christchurch mit gutem Wetter

Samstag, 24.03.2018

Am Samstagmorgen ist das Wetter besser, die Wolkendecke bricht auf und ab und zu schaut sogar die Sonne hervor. Ich mache mich auf zum Mount John, der kleine Berg ist keine 15 Minuten vom Ort Tekapo entfernt. Von der 1031 Meter hohen Spitze hat man einen unfassbar tollen Ausblick über die Landschaft. Der türkise See erscheint noch farbenprächtiger, die Berge umrahmen diesen und ein wenig Schnee liegt auf einigen Gipfeln. Zu anderen Seite ist ein weiteres Gewässer zu sehen.

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Ausblick vom Mount John

Es gibt hier tatächlich ein kleines Café und mit meinem Buch lasse ich dort die Seele baumeln.

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Lake Tekapo in seiner kräftigen verzaubernden Farbe

Gegen Mittag hole ich die Deutsche Isabella ab und gemeinsam fahren wir Richtung Ostküste. Da mein Auto Geräsuche von sich gibt, die ich nicht zu ordnen kann, versuchen wir eine Werkstatt zu finden. Aber es ist Samstagnachmittag und alles ist geschlossen. Wir erreichen glücklicherweise Christchurch. Die Stadt ist die größte auf der Südinsel und vielleicht hat der ein oder andere schon mal von ihr gehört. Sie wurde von einem starkem Erdbeben 2011 geprägt.

Ich setze Isabella an ihrem Hostel ab und fahre zu meinem eigenen. Ich werde die nächsten Tage in einem alten Gefängnis schlafen, welches in eine moderne Unterkunft umgebaut worden ist.

Am Abend treffe ich dann einen Freund. Matt kommt aus Schottland und ich habe ihn zuletzt vor einigen Monaten in Wellington gesehen. Mit seinen Freunden geht es in eine Kneipe, dort spielen verschiedene Bands. Der Abend soll sich als ganz wunderbar herausstellen, denn die Künstler sind hervorragend und wir haben viel Spaß.

Sonntag, 25.03.2018

Da es am Vorabend doch recht spät geworden ist, schlafe ich aus und bin am frühen Nachmittag mit Matt und seinen Freuunden Ed und Damien verabredet. Gemeinsam geht es in den Park und wir laufen durch den Botanischen Garten.

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Matt und Ed im Botanischen Garten

Wir schlendern herum, die Jungs spielen Fußball und wir genießen das fantastische Wetter. Nach ein paar kalten, regnerischen Herbsttagen fühlt sich dieser Spätsommertag herrlich an.

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Vögel im Park beobachten

Wir spielen gegen späten Nachmittag Minigolf, gönnen uns ein paar leckere Burritos und schauen am Abend noch einen Film.

Ins Wasser gefallen

Mittwoch, 21.03.2018 – Freitag 23.03.2018

Nach ein paar erstaunlich warmen, schwülen Tagen folgen ein paar sehr kalte regnerische. Von Dunedin geht es weiter nördlich an der Küste nach Oamaru. Der kleine Ort ist vorallem als eine Steampunk-Stadt bekannt und zum anderen für eine kleine Pingiunkolonie. Aufgrund strömenden Regens ist aber beides – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Wasser gefallen. Ich habe zwar die kleine Kunstgalerie besucht, aber diese war ein wenig ernüchternd.

Am nächsten Morgen geht es dann schon weiter. Auf einem Campingplatz am See Pukaki vertreibe ich mir die Zeit mit Lesen, bis eine weitere sehr kalte Nacht vorbeigeht.

Freitagmorgen hat es aufgehört zu regnen und ich fahre weiter in den Nationalpark Mount Cook, um dort einen kleinen Wanderweg von 3 Stunden zu laufen, der leider sehr überfüllt ist.

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Hooker Valley Track im Mount Cook Nationalpark

Der Nationalpark umfasst eine alpine Hochgebirgslandschaft. Hier befindet sich der Aoraki, oder auch Mount Cook genannt. Es ist mit 3724m Höhe der höchste Berg in Neuseeland.

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Hooker Lake

Am heutigen Tag ist sehr bewölkt und die Gipfel der Berge sind die meiste Zeit bedeckt. Ab und zu guckt hier und da mal eine weiße Schneespitze hervor, bevor sie wieder hinter den Wolken verschwindet.

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schwingende Brücken gilt es zu überwinden

Gegen frühen Nachmittag fahre ich zurück entlang am Lake Pukaki, der selbst bei grauem Wetter türkis erscheint und je nach Blick- und Höhenwinkel andere bläuliche Farben annimmt.

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magischer Lake Pukaki (die Farbe des Wassers ist tatsächlich türkis)

Der Zufluss an Gletscherwasser gibt dem See seine magische Farbe.

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am Lake Pukaki in den Farben des Gewässers versinken

Ich erreiche die kleine Stadt Tekapo, die an einem See mit selbigen Namen liegt. Die Farbe des Gewässers ist hier sehr ähnlich, allerdings ist dies nicht der Hauptgrund für seine Beliebtheit. Lake Tekapo soll einer der besten Orte zum Sterne beobachten sein.

Das Glück ist nicht auf meiner Seite, eine dicke Wolkendecke ist am Himmel zu sehen. Ich versuche mir meine Laune nicht verderben zu lassen. Ein wenig zieht es mich schon runter, das Oamaru ins Wasser gefallen ist, der Nationalpark Mount Cook seine gigantische Berglandschaft hinter Wolken versteckt hat und nun das erhoffte Sternschnuppenzählen nicht statt findet. So ist das mit dem Reisen und dem Wetter, man kann leider nicht alles haben. 😉

Dunedin – Cafés und Secondhandläden

Dienstag, 20.03.2018

Nach einer sehr warmen Nacht klingelt der Wecker recht früh, 15 Minuten später geht es direkt los. Die Sonne ist langsam am Aufgehen und der Himmel zeigt eine unglaublich atemberaubende Farbe, so stoppe nach ein paar Minuten an einem See und genieße den farbenreichen Himmel.

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was für ein Sonnenaufgang

Nach 30 Kilometern bekomme ich am Nugget-Point an, der für seine Aussicht und für seinen Leuchtturm bekannt ist.

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wunderschöner früher Morgen

Die Sonne ist mittlerweile vollkommen aufgekommen. Kaum jemand ist hier am frühen Morgen und die Ruhe und die Aussicht sind wirklich toll.

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Nugget-Point

Heute geht es weiter nach Dunedin, die zweitgrößte Stadt auf der Südinsel mit 120 000 Einwohnern. In der Innenstadt ist es gar nicht so einfach einen Parkplatz zu bekommen. Die Stadt gefällt mir auf Anhieb sehr gut, sehr viele Cafés und kleine Läden, aber nicht zu touristisch. Ich bummel durch die Straßen, und vorallem die Secondhandläden sind wirklich einmalig und ich erfreue mich über einige Schnäppchen.

Gegen 13:00Uhr fahre ich zu einem Hostel, und dort die supersteile Einfahrt hochzukommen, ist eine echte Herausfoderung. (In Dunedin gibt es sogar die steilste befahrbare Straße der Welt!).

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im Toitu Otago Settlers Museum

Anschließend laufe ich zurück in die Stadt, besuche die Art Gallery, die mir nicht besonders gut gefällt, da die Hälfte aus moderner Kunst besteht, und ich dieser leider nichts abgewinnen kann.

Außerdem besuche ich das Toitu Otago Settlers Museum, was sich als hervorragend herausstellt. Hier geht es um die Geschichte Neuseelands, hin von der Besiedlung, über den Krieg, die letzten Jahrzehnte und schließlich sogar die Zukunftsvorstellung Dunedins. Ich bin beeindruckt. Ganz und gar nicht langweilig, wirklich unterhaltsam ist der Geschichtsverlauf in dem sehr großem Museum zu betrachten,

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Einmal zurück in die Vergangenheit bitte

Gegen Abend geht es zurück zum Hostel.

 

The Catlins

Montag, 19.03.2018

Ich verlasse den kleinen Ort Tuatapere gegen 10:00 Uhr und mache mich weiter auf in den Süden, durchfahre die größere Stadt Invercargrill, um dann das Gebiet, namens The Catlins, zu durchfahren. Es ist hier sehr dünn besiedelt und bedeckt von Wiesen oder dichtem Regenwald, bis hin zu Steilküsten gibt es hier einiges zu sehen.

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The Catlins

Als erstes komme ich am Slope Point an, der südlichste Punkt auf der Südinsel. Klingt tatsächlich spektakulärer als man denkt.

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Die malerischen grünen Wiesen geben der Umbegung eine ruhige Atmoshpäre und zu meiner Freude geht es hier nicht allzu touristisch zu. (im Vergleich zu vielen anderen Orten).

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eine kleine Pause im Auto mit toller Aussicht

Ich stoppe ebenso bei den Mclean Falls, zu den man gut 20 Minuten vom Parkplatz durch einen verwunschenen Wald läuft.

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Mc Lean Wasserfall

Den Lake Wilkie besuche ich später, lasse aber auch einige Stationen aus und erreiche gegen 17:00 Uhr den kleinen Ort Okawa, wo ich mich nach dem langem Tag ausruhe.

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verwunschene Wälder erkunden

Ein Ausflug in die Fjordwelt Milford Sounds

Sonntag, 18.03.2018

Nach einer weiteren kühlen Nacht heißt es um 7:00 Uhr aufstehen, denn um 08:15 Uhr startet meine geplante Tour. Es geht zum bekannten Milford Sound, der leider falsch benannt ist, denn der Sound ist eigentlich ein Fjord.

Nach Milford sind es knapp 2 Stunden Fahrt und die Informationen durch den Busfahrer sind super spannend.

Der Fjordland Nationalpark bemisst eine Fläche von ca. 12.500 km² und ist somit der Größte in Neuseeland und gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO. Es fallen hier etwa 8000mm Regen pro Jahr – zum Vergleich in Berlin sind es um die 600mm pro Jahr, sprich an über 200 Tagen regnet es hier.

Wir überqueren den Punkt, wo wir uns genau in der Mitte vom Äquator und dem Südpol befinden.

Als erstes halten wir bei den Mirror Lakes, die bei windstillem Wetter für tolle Spiegelungen bekannt sein sollen.

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Mirror Lakes

Der Landschaft verändert sich immer wieder, von grünen Weideflächen für Schafe und Kühe, über Wälder und riesige Berge und deren steile Felswände, die imposant in den Himmel ragen.

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gigantische Felswände, deren Gipfel in Wolken gehüllt sind

Tatsächlich bin ich froh im Bus zu sitzen, ich selbst würde ansonsten alle 3 Minuten anhalten, um Fotos zu machen. 😉

Um 11:00 Uhr kommen wir in dem kleinem Dorf Milford an und es geht direkt aufs kleine Boot. Ich bin wirklich überglücklich, dass die bei der Buchung versprochene kleine Gruppe, auch wirklich eine ist. Es gibt Boote auf denen hunderte Touristen sind. Mit ca. 30 Menschen an Board geht es dann auf dem Fjord los. Das Wetter ist sehr nebelig und die Mystik gefällt mir sehr. Die riesigen Berge und Felswände wirken gigantisch und innerhalb der ersten 10 Minuten sehen wir tatsächlich Delfine von Weitem.

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eindrucksvolle Milford Sounds

Verschiedene große und kleine Wasserfälle gibt es zu sehen und die ganze Szenerie wirkt total unwirklich. Die tiefhängenden Wolken sorgen nach gut einer Stunde für leichten Regen, und das erste Mal wünsche ich mir, dass es richtig stark anfangen soll zu regnen. Denn bei strömendem Regen würden Tausende von Wasserfällen von den Felswänden prasseln.

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einer der riesigen Wasserfälle

Wir werden zum einzigem schwimmendem Unterwasserobservatorium Neuseelands gebracht. Dort geht es 10 Meter in die Tiefe und wie im Aquarium gibt es Fische, Muscheln, Algen und Seesterne zu beobachten. Nur mit dem Unterschied, dass wir diesmal rausgucken und eingeschlossen sind. Viel Zeit bleibt leider nicht, ich könnte dort unten tatsächlich stundenlang sitzen und den Lebewesen und Planzen zu gucken.

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im Unterwasserobservatorium

Wir werden zurück zum Land gebracht und auch hier wartet unser Bus schon. Wir machen einen letzten Zwischenstopp bei „The Chasm“. Nach ein paar Minuten Spaziergang kommt man zu einem kleinem, aber spektakulärem Wasserfall. Der starke Wasserdruck hat die Felsen skulpturartig verändert. Aufgrund der Wetterverhältnisse habe ich kein besseres Bild knipsen können.

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The Chasm

 

Gegen 04:30 Uhr erreichen wir Te Anau und für mich geht es eine weitere Autostunde in den Süden. Durch Zufall habe ich einen Campingplatz im Ort Tuatapere gefunden. Der günstige Stellplatz und die wenigen Menschen überzeugen mich sofort, als es dann für wenig Geld noch frisches Obst und Gemüse aus dem Garten zu kaufen gibt und die Küche leer ist, bin ich überglücklich.

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diese kleine, süße Seerobbe haben wir bei der heutigen Bootstour gesehen