My Son Tempelanlage und eine tierische Begegnung

Mittwoch, 23.05.2018

Früh um 7:00 Uhr klingelte der Wecker, eine Stunde später wurde ich von einem Bus abgeholt. Ich bin ja bekanntlich nicht der größte Freund von gebuchten Touren, aber manchmal gibt es keine bzw. kaum andere Möglichkeiten.

Nach gut 60 Minuten Fahrt kamen wir am „My Son Sanctuary“ an. Die Tempelstadt gehört seit 1999 zum Weltkulturerbe und ist das vietnamesische kleine „Angkor Wat“ (riesige Tempelstadt in Kambodscha).

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Tempelstadt „My Son“

Bei 39°C schwitzte ich bei jedem Schritt mehr. Die Gruppe war recht groß, allerdings war unser Tourguide einmalig. Spannend und gewitzt erzählte er uns Geschichten zu der heiligen Stätte.

Zwischen dem 2. oder 3. Jahrhundert wurde dieser Ort in den Bergen errichten. Die sogenannte Cham-Kultur war stark von der indischen Kultur beeinflusst, was sich insbesondere in der Übernahme hinduistischer Glaubensvorstellungen (Verehrung des Hindu-Gottes Shiva) und in der Kunst ausdrückte.

Im Vietnamkrieg wurde ein großer Teil zerstört und noch immer sind große Einschlagslöcher der Bomben zu sehen und von vielen Tempeln sind nur noch Überreste vorhanden.

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Bestaunung der Bauweise der Tempel

Wirklich unfassbar über welche Dauer die heutigen Denkmale erhalten worden sind. Noch heute gibt es Rätsel, die nicht gelöst werden konnten. Niemand weiß tatsächlich wie genau die einzelnen Steine bis heute zusammen halten, da es weder Zement noch Mörtel gab. Teile der Gebäude wurde mit neuen Bausteinen und Mörtel nachgebaut. Wirklich interessant ist aber, dass die neuen Arbeiten in der Regenzeit sehr nass werden und grün von Moos überzogen werden und nicht länger als 20 Jahre halten werden. Die alten Bausteine bleiben jedoch trocken und ehen noch erstaunlich gut aus – ein wahres Mysterium!

Gute 2 Stunden verbrachten wir dort, bis es zurück zum Bus ging. Auf halber Strecke stiegen wir in ein Boot um, indem es bei Mittagessen zurück nach Hoi An ging.

Gegen 15:00 Uhr erreichte ich das Hostel komplett verschwitzt und ermüdet. Ich hatte mir allerdings noch etwas mehr für heute vorgenommen. Ich mietete ein Fahrrad und fuhr raus aus der Stadt Richtung Meer. An Feldern und Wiesen vorbei genoss ich die wunderbare Aussicht.

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ein Wasserbüffel entspannt im Gewässer

Ein wahres Highlight war meine Begegnung mit Wasserbüffeln, die in einem kleinem See entspannten. Darauf hatte ich mich schon sehr gefreut, diese unglaublich entspannten Tiere zu sehen. Später kam mir sogar ein Junge sitzend auf einem Büffel entgegen.

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ein Junge reitend auf einem Wasserbüffel

Am Strand gönnte ich mir ein Eis und kühlte meine Füße im Meereswasser. Auf dem Rückweg verzauberte der einkehrende Sonnenuntergang den Himmel.

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mit dem Fahrrad in den Sonnenuntergang

Zurück im Hostel und nach einer schnellen Dusche, nahm ich an der kostenlosen Kochstunde meiner Unterkunft statt. Nachdem ich gestern gezeigt bekommen hatte, wie das Reispapier hergestellt wird, lernte ich heute, wie man Frühlingsrollen macht. Die Vietnamesen glauben an Ying und Yang, zum Beispiel in dem man kaltes mit warmen Essen kombiniert. Wir wickelten also unsere frittierten, heißen Frühlingsrollen in die frischen, kühlen Sommerrollen ein. Leeeeecker!

Hoi An, die Stadt der Lampions

Montag, 21.05.2018

Am Morgen der neuen Woche ging es für mich zum Flughafen von Ho-Chi-Minh-City, um einen Innenlandsflug nach DaNang zu nehmen. Von dort aus ging es mit dem Taxi ins 22km entfernte Hoi An.

Hoi An gilt als eine der schönsten Städte Vietnams, dementsprechend freute ich mich sehr hier am späten Nachmittag anzukommen.

In einem Hostel bekam ich ohne Reservierung ein Bett und nach einer Dusche und einem Snack, ging es mit einem meiner Zimmernachbarn, dem Italiener Federico, in die berühmte Altstadt.

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in der Dunkelheit der Nacht entsteht die Illusion von schwebenden Lampions

Wir kamen der Altstadt näher und zunehmend fehlten mir mehr und mehr die Worte. Ich war tatsächlich kaum in der Lage eine anständige Konversation zu führen. Die Schönheit der Straßen mit all ihren Lampions und Laternen verschlug mir die Sprache.

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an Flussufer von Hoi An

Wir erreichten den kleinen Fluss und überquerten diesen über die leuchtende Brücke. Menschen tummelten sich überall und dennoch strahlten die Gassen rund um den Nachtmarkt eine Art Ruhe aus.

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verzaubernde bunte Lampions

In der Dunkelheit der Nacht strahlten hunderte, oder wahrscheinlich gar tausende bunte, leuchtende Lampions in allen Variationen und Farben, die man sich nur vorstellen kann.

Dienstag, 22.05.2018

Nach einer sehr warmen Nacht ging es am späten Morgen raus in einen weiteren schwülen Tag. Zum Glück ist die Luftfeuchtigkeit niedriger als in Saigon, aber 33°C sind bei praller Sonne doch sehr ungewohnt.

Rund um die Altstadt gibt es Dutzende kleine Sehenswürdigkeiten. Ich kaufte ein Ticket, welches 5 Eintritte beinhaltete. Ich bummelte durch die wunderschöne Altstadt und hier und dort besuchte ich kleine Mini-Tempelanlagen und alte Häuser. In einem Café machte ich weitere Reisepläne für die nächsten Tage und probierte den leckeren, vietnamesischen Kaffee, den ich nur empfehlen kann. (Beste Kombination: mit Kokosnussmilch und auf Eis gekühlt)

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eine kleine Tempelanlage

Um 15:00 Uhr hatte ich mir ein Fahrrad an der Hostelrezeption gemietet, und schloss mich einer angebotenen Tour an. Nach über 15 Monaten war ich mehr als wackelig auf dem Zweirad (welches auch schon bessere Tage gesehen hatte 😀 ), und der Verkehr hier in Vietnam half mir nicht wirklich, um mich wohler zu fühlen. Als wir aus der Stadt rausfuhren, wurde ich sicherer und genoss den angenehmen Fahrtwind.

Durch wunderschöne Landschaften fuhren wir gute 20 Minuten, bis wir an einem kleinem Tempel ankamen. Unser Guide erklärte uns einige Bedeutungen, die sich als sehr interessant herausstellten. Anschließend ging es nach einer 5 Minuten Fahrt zu einem Haus, in dem einheinimische Vietnamesen leben. Wir erfuhren den Prozess und lernten die Zubereitung von Reispapier, welches wir anschließend auch verspeisen durften.

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Zubereitung von Reispapier

Nach gut 2.5 Stunden erreichten wir komplett verschwitzt das Hostel. Was ein Spaß! 🙂

Am Abend ging es mit der Französin Alex nochmal zum Nachtmarkt und wieder bestaunte ich die einzigartige Altstadt, eingehüllt in die bunten Lichter.

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Die Altstadt von Hoi An ist wirklich einmalig

Von Neuseeland nach Vietnam

Donnerstag, 17.05.2018 – Sonntag, 20.05.2018

Am Donnerstagmorgen stieg ich also in den Bus, der mich von Wellington nach Auckland bringen sollte. Die 12 Stunden Fahrt zog sich sehr in die Länge und gegen 22:00 Uhr erreichte ich den Flughafen und machte mich auf zu meinem Hostel.

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auf meiner Busfahrt sah ich einige Regenbögen

Mir blieben nur 4 Stunden Schlaf. Ich wachte um 03:44 Uhr auf und stellte mit großem Schrecken fest, dass ich meinen Wecker nicht gehört hatte. Mir blieben gute 2 Minuten bis ich auschecken musste, um meinen Shuttle zu erwischen. Angezogen und rausgerannt schaffte ich es rechtzeitig diesen zu erwischen.

Auch am Flughafen hatte ich unfassbares Glück. Ich saß 30 Minuten lang am falschen Gate. Als ich dies bemerkte, rannte ich 10 Minuten durch den Flughafen in der Panik meinen Flug zu verpassen. Vollkommen unter Stress erreichte ich den richtigen Schalter, um festzustellen, dass mein Flugzeug eine Stunde Verspätung hat. Mein Puls beruhigte sich langsam wieder. Innerhalb einer Stunde gab es 7 Flüge nach Sydney, da darf man unter Schlafmangel auch mal irritiert sein 😀

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Auf ein Wiedersehen, Neuseeland.

In Sydney hatte ich 6 Stunden Aufenthalt am Flughafen und gegen Nachmittag stieg ich in den Flieger nach Saigon. 9 Stunden später erreichte ich die Großstadt im Süden Vietnams. Außerhalb des Flughafens traf mich dann der Schock. Es war 22 Uhr und die Temperatur lag bei 33°C mit einer Luftfeuchtigkeit um die 80%. Der Bus in die Innenstadt war schnell gefunden und auf dem Weg zu meinem Hostel brach ein gigantisches Unwetter über der Stadt aus – strömender Regen und Blitze im Sekundentakt. Nass und total erschöpft erreichte ich das Hostel. Es war 24 Stunden her, dass ich meine Unterkunft in Auckland verlassen hatte.

Mein Samstag sollte sich als sehr ruhig herausstellen. Mein Jetlag wurde durch das extrem schwüle Wetter nur schlimmer.

Am Sonntagmorgen traf ich zwei Mädels – die Australieren Taegen und Rebeccas Ursprung ist die Insel Malta. Zusammen planten wir unseren Tag und wir machten uns auf durch die Stadt. Ho-Chi-Minh-City, oder auch urprünglich Saigon genannt, erschlug mich förmlich. Der Verkehr war in meinen Augen das reinste Chaos. Die vielen Motoroller fuhren wie sie wollten und Ampeln wurden zum großen Teil nicht beachtet. Wie soll man da nur die Straße überqueren? Tatsächlich läuft man einfach los, und irgendwie klappt dies sogar, ohne angefahren zu werden.

Die schwüle Hitze war auch an diesem Tag zu merken. Müll war überall gegenwärtig, ebenso unangenehme Gerüche und eine Lautstärke, die mir Kopfschmerzen bereitete. Mein Eindruck von der Stadt war also alles andere als positiv.

Wir kamen am Kriegsmuseum an. Ich denke das vom Vietnamkrieg jeder schon einmal gehört hat. Allerdings habe ich mich nie näher damit beschäftigt, noch haben wir das Thema in der Schule durchgenommen.

Umso geschockter lief ich durch die Gänge und Räume des Museums. Die Veranschaulichung der Widersinnigkeit dieses Krieges und das mit sich tragende Leid für das vietnamesische Volk, ging mir sehr unter die Haut. Die Brutalität der damaligen Realität hinterließ mir ein schweres Herz. Natürlich wird hier eine sehr anti-amerikanische Ansicht gezeigt und ist natürlich auch nur eine Seite der Wahrheit.

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Bilder des Vietnamkrieges hinterlassen ein sehr schweres Herz

Besonders getroffen hat mich, wie Amerika das Land mit Giftbomben attakiert hat und bis zum heutigen Tag noch immer Menschen mit extremsten Verkrüppelungen zur Welt kommen.

Es ist mir wichtig sich auch mit diesen Themen auseinander zu setzten. Ich verlasse das Gebäude äußerst nachdenklich.

Der Abend fällt meinem Jetlag zum Opfer und schlafend vergeht der restliche Tag.

Planänderung und Abschied nehmen

Es ist einiges in den letzten Wochen passiert, und obwohl so viel Zeit vergangen ist, fällt es mir noch immer schwer die Situation komplett zu realisieren. Am 10.04.2018 änderte sich alles – aber erstmal zurück auf Anfang.

Ich kam von der großartigen Südinsel zurück in mein geliebtes Wellington. Ich fühlte mich mehr als wohl und genoss ein paar Tage mit meinen Freunden. Mein Visum ließ weiter auf sich warten und so beschloss ich einen kleinen Roadtrip an die Ostküste der Nordinsel zu machen.

Nach 5 Stunden Fahrt kam ich im Ort Napier an und suchte mir dort einen Campingplatz. Bei meiner Ankunft war es bereits 19:00 Uhr und die Sonne war untergangen. Der Herbst kehrte langsam aber sicher in Neuseeland ein.

Nach einer erholsamen Nacht stand ich früh auf, um den Sonnenaufgang am Strand zu sehen.

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atemberaubender Sonnenaufgang in Napier in der Region Hawkes Bay

Die Himmel zeigte gigantische Farben auf und ich erlebte einen der schönsten Sonnenaufgänge überhaupt.

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Am Nachmittag regnete es in Strömen und in einem Café machte ich es mir mit Tee und meinem Buch bequem, als mein Handy sich meldete. Eine E-Mail von der Immigrations Behörde war eingegangen. Mit klopfenden Herzen öffnete ich an meinem Laptop das Dokument. Es dauerte ein paar wenige Sekunden bis ich realisierte, dass mein Visum tatsächlich abgelehnt worden war.

Die Begründung war und ist noch immer schwer zu begreifen. Meine 9 Monate Erfahrung in der Gastronomie reichen nicht aus (erwartet werden mindestens 12 Monate) und meine 9.5 Jahre Erfahrung aus Deutschland (in einem anderen Job) zählen nicht.

Am Boden zerstört machte ich mich umgehend auf meine Heimfahrt nach Wellington. Ich war natürlich direkt mit meiner Managerin in Kontakt, und ich versuchte die Behörde anzurufen.

Nach über 5 Stunden kam ich fix und fertig in meiner WG an, wo meine Mitbewohner auf mich warteten. Die nächsten Tage versuchte ich Wege zu finden, um eventuell doch ein Visum zu bekommen, aber letztendlich beschloss ich mit meiner Managerin, dass ich (vorläufig) das Land verlassen werde.

Mir blieben 42 Tage um Neuseeland zu verlassen, ich buchte für gute 4 Wochen später meinen Flug. Eine sehr gefühlsbetonte Zeit wartete auf mich und vorallem die ersten paar Tage hatte ich sehr große Probleme damit meine Situation zu akzeptieren. Meine Freunde waren für mich da, bis es mir wieder besser ging.

Ich suchte also jemanden für mein Zimmer und inserierte mein Auto. Letzteres war eine echte Herausforderung, da die Zeit nicht schlechter sein könnte, um ein Backpackerauto zu verkaufen.

Ein Freund, den ich auf der Südinsel kennen gelernt hatte, kam mich besuchen. Obwohl Florian Wellington erst nicht besonders leiden konnte, so (denke ich zumindest) verließ er die Hauptstadt doch mit ein paar netten Eindrücken, in dem ich ihm einige meiner Lieblingsorte zeigte.

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Mount Kaukau bei Sonnenuntergang

Drei Tage bevor ich meine Lieblingsstadt verlassen sollte, hatte ich eine kleine Abschiedsparty mit meinen alten Arbeitskollegen und fast alle kamen vorbei, um sich von mir zu verabschieden.

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ein großer Teil meiner alten Arbeitskollegen

Einen Tag später ging es mit meinen Mitbewohnern in mein Lieblingsrestaurant zum Abendessen.

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meine wunderbaren Mitbewohner (v.r.n.l. Casey, Becca, Mike, sein Freund Ryan und ich)

Am letzten Tag konnte ich tatsächlich kurzerhand noch mein Auto verkaufen und traf mich anschließend mit einem meiner besten Freunde, dem Iren Paul.

Am Donnerstagmorgen (17.05.) brachte mich Katie zur Busstation, wo ich unter Tränen meine Lieblingsstadt verließ.

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Auf Wiedersehen, mein geliebtes Wellington

Neuseeland, und vorallem Wellington ist in den letzten 15 Monate mein zu Hause geworden. Mein abgelehntes Visum brachte eine eher unschöne Zeit mit sich. Zuerst dachte ich, ich hätte mein positives Denken verloren. Ich stellte aber schnell fest, dass dies nicht stimmte. Ich gucke positiv in die nächsten Wochen und Monate und freue mich auf meine Pläne, aber nichts wird die Tatsache ändern, dass ich unendlich traurig über meinen Abschied bin.

Ein Bekannter schrieb mir vor ein paar Tagen, dass es manchmal besser sei, einen Ort nur mit guten Erinnerungen zu verlassen. Zum Teil stimme ich diesem auch zu, allerdings treffe ich gerne meine eigenen Entscheidungen, insbesondere wenn es sich um sehr große Veränderungen dreht. Diese wurde mir aber von jemandem abgenommen, der nur einen minimalen Teil meines Lebens kennt. Jemand, der mich nie persönlich getroffen hat.

Es besteht die Möglichkeit sich für ein erneutes Visum zu bewerben. Was genau in den nächsten Monaten passieren wird, steht in den Sternen. Gewiss ist aber, dass ich die nächsten 5 Wochen reisen werde und dieser Blog wieder ein wenig lebendig wird.

So traurig ich bin, so unglaublich dankbar bin ich über meine Zeit am anderen Ende der Welt. Meine Erfahrungen, Erlebnisse und meine neuen tollen Freunde. Ich könnte nicht glücklicher über meine Zeit in Neuseeland sein.

Zurück in Wellington, und jetzt?

Kaum zu glauben, dass meiner Reise auf der Südinsel nach 5 Wochen erstmal beendet ist. Die Zeit ist verflogen, es war wunderschön, fantastisch und inspirierend. Ich habe bereits angefangen eine Liste zu schreiben, was ich machen möchte, wenn ich wieder zurückgehe.

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meine Reiseroute Südinsel Neuseeland

Insgesamt bin ich um die 3118 Kilometer gefahren, meine Reiseroute ist auf dem oberen Bild zu sehen.

Wie geht es denn jetzt weiter? Dies ist eine gute Frage. Tatsächlich warte ich noch immer auf mein Visum – seit 2 Monaten! Ich habe die Behörde angerufen, aber ohne Ergebnis. Meine Unterlagen werden zurzeit durch gesehen, aber ich bekam keine Zeitangabe, wie lange sich dieser Prozess noch hinziehen wird. Es heißt also weiterwarten.

Das ganze löst bei mir nicht wirklich Stress oder ähnliches aus. Ich hatte mehr Zeit auf der Südinsel als eigentlich geplant. Ich werde die nächsten Tage meine Freunde treffen, Wellington weiter erkunden und sehen was kommt. Eventuell reise ich für ein paar Tage auf der Nordinsel.

Für den Fall das mein Visum nicht bewilligt wird, gibt es nicht wirklich einen Plan B. Ich weiß nicht einmal, wie schnell ich das Land verlassen muss, sollte dies eintreten. Aber auch dies sehe ich momentan sehr gelassen. Es kommt wie es kommt und ich werde versuchen das beste aus der zukünftigen Situation zu machen.

Wahrscheinlich wird es hier ein wenig ruhiger werden. Jeden Tag einen Blogeintrag zu schreiben, nimmt doch mehr Zeit in Anspruch und bringt ein wenig Druck mit sich. Bei dieser Reise hat sich der Fokus auch mehr auf die Bilder gelegt, da mir dies momentan mehr Spaß macht.

Jeder der hier momentan mitliest und kommentiert, sei ein herzliches Dankeschön ausgeprochen 🙂

Auf Wiedersehen, Südinsel.

Donnerstag, 29.03.2018

Früh geht die Autofahrt Richtung Norden los. Diese Entscheidung erweist sich als richtig, die Strecke ist tatsächlich durch noch mehr Baustellen geprägt. Gegen Mittag komme ich in Blenheim an, hier habe ich vor ca. 5 Wochen meine erste Nacht verbracht. Nach einer kleinen Pause geht es nach Picton. Von hier wird meine Fähre heute wieder nach Wellington fahren. Da diese allerdings 4 Stunden Verspätung hat, bummel ich durch den Ort und lege mich in die Sonne am Hafen und lese entspannt in meinem Buch.

Als die Fähre endlich ablegt, ist es 17:00 Uhr und im Sonnenuntergang fahren wir durch die wunderschönen Marlborough Sounds, die ich bei meiner Hinreise nur im Nebel zu sehen bekam.

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Auf Wiedersehen, Südinsel.

3 Stunden später kommen wir Wellington immer näher. Die Skyline funkelt wahnsinnig schön, die Spiegelung an diesem windstillem Abend ist noch schöner als sonst und ein glückseliges Gefühl durchströmt mich. Zurück in meiner Lieblingsstadt. Wellington, ich hab dich vermisst.

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Sonnenuntergang auf der Fähre

Von der Fähre runter, fahre ich direkt zu meiner Arbeitsstelle und treffe dort auf zwei meiner besten Freunde in Neuseeland. Die Amerikanerin Chloe und die Engländerin Katie sind verblüfft mich zu sehen und fallen mir um den Hals, eine lange Umarmung folgt. Eine gute Stunde verbringe ich mit ihnen, bevor es dann zur Wohnung geht.

Wenn ein Traum in Erfüllung geht

Donnerstag, 28.03.2018

Bevor eine längere Autofahrt losgeht, frühstücke ich in einem Cafe, dass mir empfohlen wurde. Es ist direkt um die Ecke vom Hostel und wow, ich wünschte ich hätte mehr Zeit dort, um all das leckere Essen einmal auszuprobieren.

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Kann ein Frühstück noch schöner aussehen?

In nördliche Richtung fahre ich aus Christchurch heraus. Ich habe heute vor nach Kaikoura zu fahren. Die kleine Stadt liegt an der Ostküste. Aufgrund eines schweren Erdbebens 2016 sind die Straßen auf dem Weg dorthin schwer beschädigt worden, aber mittlerweile zumindest tagsüber befahrbar. Nachts muss man einen unwahrscheinlichen Umweg fahren, ich habe also Glück, dass die Straßen geöffnet sind.
Der Weg zieht sich, unzählige Baustellen verzögern die Fahrt und gegen 14:00 Uhr komme ich an einem wunderschönem, sonnigen Ort am Meer an.

 

Wie so viele Orte, ist auch Kaikoura bekannt für eine Besonderheit – Whale-Watching. Nirgendwo in Neuseeland ist die Chance größer, Wale zu sehen. Ich fahre direkt zur Buchungsstelle und hoffe auf das Glück, heute noch einen Platz in einer Tour ergattern zu können. Ich erfahre dort äußerst unfreundlichen Kundenservice und bekomme aber noch einen Platz für den heutigen Tag.

Bei strahlendem Sonnenschein geht es los und nach 2 Minuten begegnen wir der ersten großen Gruppe von Delfinen, die großartig durch das Wasser toben.

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eine Gruppe von Delfinen kreuzt unseren Weg nach wenigen Minuten

Mit Vollspeed geht es weiter auf das offene Meer, von weitem kann der Kapitän einen Wal sehen, der aber wieder untertaucht. Wir fahren in dieselbe Richtung und mit einem bestimmten Gerät, wird nach Geräuschen des Tieres gehört. Nach 50 sehr langen Minuten ist der Spermwal (oder auch Pottwal genannt) dann wieder an der Wasseroberfläche zu sehen. Wir nehmen Kurs auf und natürlich mit gewissem Abstand ist das wunderbare Tier dann von Näherem zu sehen.

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ein Pottwal!!!

Nach wenigen Minuten verabschiedet sich das wunderschöne Tier wieder in Meerestiefe und zeigt dabei seine riesige Schwanzfloße. Wow.

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Auf Wiedersehen, du wunderschönes Tier

 

Grinsend vergeht der Moment und wir fahren wieder Richtung Festland. Wir treffen noch auf einen Albatross. Die riesigen Vögel haben in Teilen Neuseelands ihr zu Hause. Sie können eine Flügelspannweite von bis zu 3,3 Metern haben.

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ein Albatross in der Abendsonne

Außerdem treffen wir auf eine kleine süße Seerobbe, die im Wasser entspannt.

 

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Hallo kleine Seerobbe

Wir machen uns auf die Suche nach Delfinen, müssen aber nicht lange warten, bis wir auf zwei Gruppen stoßen, die wild durchs Wasser springen.

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Nach gut 2 Stunden ist das ganze Spektakel aber auch wieder vorbei und zurück am Land lasse ich das Zusammentreffen mit den unglaublich tollen Tieren nachwirken.

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Sonnenuntergang in Kaikoura

Christchurch erkunden, Besuch in Akaroa

Montag, 26.03.2018

Es ist Montagmorgen und meine erste Anlaufstelle ist eine Werktstatt. Der freundliche Mechaniker kann mir leider nicht weiterhelfen, er kann nichts auffälliges an meinem Auto finden. Ich bin mir nicht sicher, ob dies ein gutes oder schlechtes Zeichen ist.

Anschließend laufe ich durch den großen Park ins Zentrum. Im Canterbury Museum gibt es viel zu sehen und auch wenn man hier Stunden verbringen könnte, zieht mich die Sonne schnell wieder ins Freie.

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im Canterbury Museum

Ich laufe durch die Straßen, die vielen Baustellen und zerstörten Häuser sind allgegenwärtig. Auch wenn vieles schon wieder neu erbaut worden ist, so gibt es noch viel zu tun nach dem schwerem Erdbeben 2011.

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eine Kirche, die beim Erdbeben 2011 zum großem Teil zerstört wurde

In der riesigen Art Gallery Christchurch angekommen, startet gerade eine kostenlose Führung. Ich schließe mich der kleinen Gruppe an und bin positiv überrascht. Ich gehe ab und zu in Kunstgallerien, aber bin niemand der dort Stunden verbringen kann. Heute allerdings bekomme ich großartiges Hintergrundwissen und einige der Ausstellungen sind äußerst fazinierend und die Geschichten hinter einigen Kunstwerken ziehen mich in ihren Bann.

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in der Art Gallery Chirstchurch

Nach gut 1,5 Stunden verlasse ich das Gebäude und laufe zurück zum Hostel, um mich gegen frühen Abend mit Matt zu treffen und in die Vorstadt Lyttleton zu fahren, die für ihren industriellen Hafen bekannt ist. Lange bleiben wir dort nicht, in dem Stadtteil Sumner machen wir am Strand Halt und genießen einen wunderschönen Sonnuntergang.

 

Dienstag, 27.03.2018

Gegen Mittag fahre ich außerhalb von Christchurch auf eine kleine Halbinsel. Außerhalb der Stadt ist es sehr flach, grüne Wiesen und Weiden erstrecken sich überall. Zur Küste hin geht es über ein paar Hügel und kleine Berge, bis ich in der Bucht von Akaroa ankomme. Der blaue Himmel ist hier leider von Wolken überzogen, es ist sehr windig, wenn auch sehr warm. Ich laufe durch den kleinen Ort, der ein paar kleine Läden aufzeigt. Ich schlender am Hafen entlang, bis ich aber entscheide nach 2 Stunden wieder zurück zu fahren.
Zurück in Christchurch treffe ich mich am Abend ein letztes Mal mit Matt, der in ein paar Wochen Neuseeland verlassen wird.

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Streetart in Christchurch

Für mich geht es morgen weiter nördlich, meine Reise neigt sich dem Ende zu, aber ein ganz wichtiger Punkt steht noch auf meiner Liste.

[Leider habe ich die Bilder vom heutigen Tag gelöscht und somit gibt es keinen fotografischen Nachweis von meinem Besuch in Akaroa]

Von Tekapo nach Christchurch mit gutem Wetter

Samstag, 24.03.2018

Am Samstagmorgen ist das Wetter besser, die Wolkendecke bricht auf und ab und zu schaut sogar die Sonne hervor. Ich mache mich auf zum Mount John, der kleine Berg ist keine 15 Minuten vom Ort Tekapo entfernt. Von der 1031 Meter hohen Spitze hat man einen unfassbar tollen Ausblick über die Landschaft. Der türkise See erscheint noch farbenprächtiger, die Berge umrahmen diesen und ein wenig Schnee liegt auf einigen Gipfeln. Zu anderen Seite ist ein weiteres Gewässer zu sehen.

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Ausblick vom Mount John

Es gibt hier tatächlich ein kleines Café und mit meinem Buch lasse ich dort die Seele baumeln.

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Lake Tekapo in seiner kräftigen verzaubernden Farbe

Gegen Mittag hole ich die Deutsche Isabella ab und gemeinsam fahren wir Richtung Ostküste. Da mein Auto Geräsuche von sich gibt, die ich nicht zu ordnen kann, versuchen wir eine Werkstatt zu finden. Aber es ist Samstagnachmittag und alles ist geschlossen. Wir erreichen glücklicherweise Christchurch. Die Stadt ist die größte auf der Südinsel und vielleicht hat der ein oder andere schon mal von ihr gehört. Sie wurde von einem starkem Erdbeben 2011 geprägt.

Ich setze Isabella an ihrem Hostel ab und fahre zu meinem eigenen. Ich werde die nächsten Tage in einem alten Gefängnis schlafen, welches in eine moderne Unterkunft umgebaut worden ist.

Am Abend treffe ich dann einen Freund. Matt kommt aus Schottland und ich habe ihn zuletzt vor einigen Monaten in Wellington gesehen. Mit seinen Freunden geht es in eine Kneipe, dort spielen verschiedene Bands. Der Abend soll sich als ganz wunderbar herausstellen, denn die Künstler sind hervorragend und wir haben viel Spaß.

Sonntag, 25.03.2018

Da es am Vorabend doch recht spät geworden ist, schlafe ich aus und bin am frühen Nachmittag mit Matt und seinen Freuunden Ed und Damien verabredet. Gemeinsam geht es in den Park und wir laufen durch den Botanischen Garten.

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Matt und Ed im Botanischen Garten

Wir schlendern herum, die Jungs spielen Fußball und wir genießen das fantastische Wetter. Nach ein paar kalten, regnerischen Herbsttagen fühlt sich dieser Spätsommertag herrlich an.

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Vögel im Park beobachten

Wir spielen gegen späten Nachmittag Minigolf, gönnen uns ein paar leckere Burritos und schauen am Abend noch einen Film.

Ins Wasser gefallen

Mittwoch, 21.03.2018 – Freitag 23.03.2018

Nach ein paar erstaunlich warmen, schwülen Tagen folgen ein paar sehr kalte regnerische. Von Dunedin geht es weiter nördlich an der Küste nach Oamaru. Der kleine Ort ist vorallem als eine Steampunk-Stadt bekannt und zum anderen für eine kleine Pingiunkolonie. Aufgrund strömenden Regens ist aber beides – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Wasser gefallen. Ich habe zwar die kleine Kunstgalerie besucht, aber diese war ein wenig ernüchternd.

Am nächsten Morgen geht es dann schon weiter. Auf einem Campingplatz am See Pukaki vertreibe ich mir die Zeit mit Lesen, bis eine weitere sehr kalte Nacht vorbeigeht.

Freitagmorgen hat es aufgehört zu regnen und ich fahre weiter in den Nationalpark Mount Cook, um dort einen kleinen Wanderweg von 3 Stunden zu laufen, der leider sehr überfüllt ist.

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Hooker Valley Track im Mount Cook Nationalpark

Der Nationalpark umfasst eine alpine Hochgebirgslandschaft. Hier befindet sich der Aoraki, oder auch Mount Cook genannt. Es ist mit 3724m Höhe der höchste Berg in Neuseeland.

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Hooker Lake

Am heutigen Tag ist sehr bewölkt und die Gipfel der Berge sind die meiste Zeit bedeckt. Ab und zu guckt hier und da mal eine weiße Schneespitze hervor, bevor sie wieder hinter den Wolken verschwindet.

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schwingende Brücken gilt es zu überwinden

Gegen frühen Nachmittag fahre ich zurück entlang am Lake Pukaki, der selbst bei grauem Wetter türkis erscheint und je nach Blick- und Höhenwinkel andere bläuliche Farben annimmt.

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magischer Lake Pukaki (die Farbe des Wassers ist tatsächlich türkis)

Der Zufluss an Gletscherwasser gibt dem See seine magische Farbe.

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am Lake Pukaki in den Farben des Gewässers versinken

Ich erreiche die kleine Stadt Tekapo, die an einem See mit selbigen Namen liegt. Die Farbe des Gewässers ist hier sehr ähnlich, allerdings ist dies nicht der Hauptgrund für seine Beliebtheit. Lake Tekapo soll einer der besten Orte zum Sterne beobachten sein.

Das Glück ist nicht auf meiner Seite, eine dicke Wolkendecke ist am Himmel zu sehen. Ich versuche mir meine Laune nicht verderben zu lassen. Ein wenig zieht es mich schon runter, das Oamaru ins Wasser gefallen ist, der Nationalpark Mount Cook seine gigantische Berglandschaft hinter Wolken versteckt hat und nun das erhoffte Sternschnuppenzählen nicht statt findet. So ist das mit dem Reisen und dem Wetter, man kann leider nicht alles haben. 😉