Tag 56 – schlechte Laune in schnelles Lauftempo verwandelt

Das Frühstück am Morgen fällt enttäuschend winzig aus. Zwei kleine Scheiben Brot pro Person mit Butter und/oder Konfitüre stehen zur Verfügung. Der kalte Kaffee ist in Glasflaschen auf dem Beitisch, die Mikrowelle zum Aufwärmen des Koffeingetränks daneben.

Aufgrund eines wichtigen Telefonats bleibe ich länger in der Unterkunft. Alle anderen brechen kurz vor mir auf.
Um 10:30 Uhr starte ich nicht gerade mit der allerbester Laune. Der Himmel ist bewölkt, das Wetter soll ab heute wieder deutlich schlechter werden. Da ich alleine bin, stecke ich meine Energie über meine verstimmte Miene ins Lauftempo.
Direkt am Anfang stolpere ich fast über eine tote Kreuzotter, dessen eine Hälfte des langen Körpers durch ein Auto sehr mitgenommen aussieht.

Tolle Waldabschnitte

In Les Billanges gibt es eine kleine Alternative, durch eine Nachricht weiß ich, dass Sara die etwas längere Variante genommen hat. Ich entscheide mich für die Straßenoption. Bald hole ich die zwei nettenFranzosen ein und überholen sie. Die gelb-blaue Brücke Pont du Dognon überquert den Fluss Le Taurion, dessen silbernes Wasser dezent schimmert.

Pont du Dognon

Von hier führt der Weg weiter durch ein schönes Waldstück leicht bergauf. Mit jedem Tag mehr werden die Wälder bedingt durch die Jahreszeit bunter.

Im Dorf Le Châtenet-en-Dognon sehe ich einen Bäcker und stelle fest, dass ich 3 Minuten zu spät bin. Die Mittagspause beginnt meist sehr früh um 13:00 Uhr in Frankreich. Ich habe seit Tagen keinen offenen Supermarkt gesehen und hatte mit knurrendem Magen zumindest auf ein Baguette oder ähnliches gehofft. Ein paar Meter weiter finde ich ein altes Waschhaus mit schöner Sitzmöglichkeit. Ich koche eine große Portion Nudeln.

Große Portion Nudeln in einem alten Waschhaus

Zumindest fühle ich mich anschließend nicht mehr hungrig und nach einem Kaffee kann es munter weitergehen.

Der Himmel zieht sich immer weiter zu, auch der Wind nimmt Fahrt auf.
Aus der Ortschaft heraus bemerke ich, dass sich eine Sandale am Rucksack gelöst hat. Da ich nicht weiß, wie lange sie schon weg ist, lohnt es sich nicht umzudrehen. Stattdessen schreibe ich Sara eine Nachricht, dass sie die Augen offen halten soll. Sie ist hinter mir und vielleicht hat sie Glück.

Auf ruhigen Landstraßen und mit weitem Blick in die hügelige Landschaft geht es weiter. Mein Schritt ist gut, meine Motivation vorhanden. Die leichte Steigung über viele Kilometer macht mir erstaunlich wenig aus.

In der Ferne ist St-Léonard-de-Noblat schon zu sehen

Um 16:15 Uhr erreiche ich St-Léonard- de-Noblat. Eine ältere Dame öffnet mir die Tür und bringt mich ins Gästezimmer im zweiten Stock. Sara und ich teilen uns wieder ein Zimmer mit Doppelbett, um zumindest ein bisschen Geld zu sparen. Die Kanadierin wird allerdings erst später eintreffen.
In aller Ruhe dusche ich und lege mich aufs Bett zum Entspannen, bis sie um 18:30 Uhr ankommt.
Zusammen machen wir uns umgehend auf den Weg zum Supermarkt und in einem Dönerladen frage ich nach einer vegetarischen Alternative zum Döner. Mit einer Art Panini und Pommes in der Hand laufen wir zurück und essen in der Küche. Der erste Supermarkteinkauf seit Tagen macht mich sehr glücklich und vorallem satt. Ich kann gar nicht aufhören zu essen… Das Panini mit Pommes, drei Pflaumen, eine Banane, ca. 200g Cherrytomaten, zwei Pudding, etwas Schokolade und Kekse. Sehr vollgefuttert, aber glücklich wird es Zeit zum Schlafen.

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