Tag 45 – Drei Tage und Hundert Kilometer

Die Bar unter dem Pilgerzimmer hat schon geöffnet, als ich um 7:00 Uhr mich auf den Weg mache. Der Morgen ist erstaunlich warm und in langsam Schritt verlasse ich die Stadt durch ein Industriegebiet.

In der Morgendämmerung sind alle Geräusche klar wahrzunehmen. Metallisches Klappern, dampfendes Rauschen und je näher ich komme, bis hin zu lautem Krach und Klappern. Ich bin froh, als ich die industrielle Geräuschkulisse hinter mir lasse.

Zu meiner linken Seite steht ein riesiger hellbrauner Bulle auf der Weide und sieht mich neugierig an. Der Körper ist muskelbepackt, der Blick eher weich.

Der Himmel ist nicht komplett bedeckt und im Osten ist bereits ein Hellblau zu erkennen.

Kurzer Auftritt der Sonne

Gegen 10:00 Uhr finde ich eine kleine Bushaltestelle und aufgrund meines großen Hungers koche ich Nudeln und einen Kaffee. Gut gestärkt geht es weiter und munter laufe ich durch einen längeren Waldabschnitt. An einem Ortanfang steht plötzlich ein schwarzer Hund auf der Straße, schaut mich verängstigt an und fängt an zu bellen und kommt langsam auf mich zu. Ich bewege mich langsam rückwärts,da fährt ein Auto vor, in dem zufälligerweise seine Besitzerin sitzt und ihm im Befehlston zu verstehen gibt, er soll zurück auf den Hof gehen. Puh, nochmal gut gegangen.

Im Supermarkt hole ich mit eine Kleinigkeit zum Mittagessen und ich finde ein paar Kilometer weiter eine Bank vor einem Friedhof. Das Wetter ist heute angenehm, zwischendurch schaut sogar die Sonne hinter der Wolkendecke hindurch.

Mein Hotelzimmer für zwei Nächte

32 Kilometer später erreiche ich die größerer Stadt Nevers. Mein Hotel liegt gegenüber vom Bahnhof und ich scheine eine guten Deal im Internet gemacht zu haben. Das Zimmer ist schlicht, modern und sauber. Zwei Nächte sind gebucht. Die letzten drei Tage bin ich 100 Kilometer gewandert und der letzte Pausentag liegt knapp 13 Tage zurück.

Ich genieße die Vorzüge meines gemütlichen Zimmers und mache später noch einen Abstceher in die Stadt, stehe dort aber vor verschlossenen Türen. Am Abend erledige ich noch einige Kleinigkeiten und freue mich auf meinen morgigen freien Tag.

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