Tag 44 – Freundliche Begegnungen

Als ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen lasse, schlägt der Kirchturm 7:00 Uhr. Es ist noch dunkel und ich brauche etwas länger Zeit die Markierung zu finden. Außerhalb von Corbingy überlege ich kurz, ob ich meine Stirnlampe brauche. Meine Augen gewöhnen sich schnell an die Dunkelheit am frühen Morgen. Mit jedem Schritt wechselt das Dunkelblau am Himmel in ein helles Grau. Die Melancholie des tristen Morgens wird durch lebhafte Gedanken in meinem Kopf bunt gestaltet. Erst begegne ich einer Frau, die gerade ihre Zeitung aus dem Briefkasten holt und einen bunten Blümchen-Bademantel trägt und vier große Lockenwickler auf dem Kopf platziert hat und mich freudig begrüßt. Dann kurze Zeit später passiere ich ein Haus, dessen Besitzer davor sitzt und in Morgenmantel Kaffee trinkt. Er ist nett und möchte sich gerne mit mir unterhalten, allerdings sprechen wir nicht dieselbe Sprache.

Es regnet sich leicht ein und ich bin dankbar über meine Regenhose. Meine Schuhe weichen durch, allerdings ist es heute nicht allzu kalt.
Landschaftlich verhält es sich sehr ähnlich wie gestern. Leichte Hügel und kleine Dörfer. Ich sehe immer wieder Esel und einer lässt sich sogar kurz streicheln. Die neugierigen Nüstern beschnuppern meine Hand.

Entlang der Straße

Die zweite Hälfte der Etappe führt vorallem an einer Landstraße entlang, die zwar eher wenig befahren ist, aber der Verkehr immer eine gewisse Konzentration benötigt.

Ein junges Pärchen hält neben mir und fragt, wo ich hin möchte, ich erzähle ihnen mein Etappenziel und sie sagen ganz aufgeregt, dass sie mich mitnehmen können. Ich bedanke mich, lehne aber erklärend von meiner Wanderung ab.

Nach 34 Kilometern erreiche ich um 15:20 Uhr Premery. Meine Unterkunft ist gleichzeitig ein Restaurant und dies ist noch verschlossen. Ich wähle die Telefonnummer und ich verstehe, dass er bald kommt und ich auf der Terrasse warten könne. Nach über zwei Stunden (und mit nassen kalten Füßen) kann ich endlich einchecken.

Ich esse am Abend in dem Restaurant, da sich das Tagesmenü nach einem guten preislichen Deal anhört. Allerdings ist eine vegetarische Alternvative ein Salat, der kaum sättigt. Der Wirt ist allerdings sehr nett und versucht sein bestes.

Das Pilgerzimmer

Das Zimmer im ersten Stock ist für Pilger und recht schick gehalten. Der Wein lässt mich innerhalb kürzester Zeit einschlafen.

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