Dunedin – Cafés und Secondhandläden

Dienstag, 20.03.2018

Nach einer sehr warmen Nacht klingelt der Wecker recht früh, 15 Minuten später geht es direkt los. Die Sonne ist langsam am Aufgehen und der Himmel zeigt eine unglaublich atemberaubende Farbe, so stoppe nach ein paar Minuten an einem See und genieße den farbenreichen Himmel.

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was für ein Sonnenaufgang

Nach 30 Kilometern bekomme ich am Nugget-Point an, der für seine Aussicht und für seinen Leuchtturm bekannt ist.

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wunderschöner früher Morgen

Die Sonne ist mittlerweile vollkommen aufgekommen. Kaum jemand ist hier am frühen Morgen und die Ruhe und die Aussicht sind wirklich toll.

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Nugget-Point

Heute geht es weiter nach Dunedin, die zweitgrößte Stadt auf der Südinsel mit 120 000 Einwohnern. In der Innenstadt ist es gar nicht so einfach einen Parkplatz zu bekommen. Die Stadt gefällt mir auf Anhieb sehr gut, sehr viele Cafés und kleine Läden, aber nicht zu touristisch. Ich bummel durch die Straßen, und vorallem die Secondhandläden sind wirklich einmalig und ich erfreue mich über einige Schnäppchen.

Gegen 13:00Uhr fahre ich zu einem Hostel, und dort die supersteile Einfahrt hochzukommen, ist eine echte Herausfoderung. (In Dunedin gibt es sogar die steilste befahrbare Straße der Welt!).

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im Toitu Otago Settlers Museum

Anschließend laufe ich zurück in die Stadt, besuche die Art Gallery, die mir nicht besonders gut gefällt, da die Hälfte aus moderner Kunst besteht, und ich dieser leider nichts abgewinnen kann.

Außerdem besuche ich das Toitu Otago Settlers Museum, was sich als hervorragend herausstellt. Hier geht es um die Geschichte Neuseelands, hin von der Besiedlung, über den Krieg, die letzten Jahrzehnte und schließlich sogar die Zukunftsvorstellung Dunedins. Ich bin beeindruckt. Ganz und gar nicht langweilig, wirklich unterhaltsam ist der Geschichtsverlauf in dem sehr großem Museum zu betrachten,

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Einmal zurück in die Vergangenheit bitte

Gegen Abend geht es zurück zum Hostel.

 

The Catlins

Montag, 19.03.2018

Ich verlasse den kleinen Ort Tuatapere gegen 10:00 Uhr und mache mich weiter auf in den Süden, durchfahre die größere Stadt Invercargrill, um dann das Gebiet, namens The Catlins, zu durchfahren. Es ist hier sehr dünn besiedelt und bedeckt von Wiesen oder dichtem Regenwald, bis hin zu Steilküsten gibt es hier einiges zu sehen.

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The Catlins

Als erstes komme ich am Slope Point an, der südlichste Punkt auf der Südinsel. Klingt tatsächlich spektakulärer als man denkt.

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Die malerischen grünen Wiesen geben der Umbegung eine ruhige Atmoshpäre und zu meiner Freude geht es hier nicht allzu touristisch zu. (im Vergleich zu vielen anderen Orten).

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eine kleine Pause im Auto mit toller Aussicht

Ich stoppe ebenso bei den Mclean Falls, zu den man gut 20 Minuten vom Parkplatz durch einen verwunschenen Wald läuft.

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Mc Lean Wasserfall

Den Lake Wilkie besuche ich später, lasse aber auch einige Stationen aus und erreiche gegen 17:00 Uhr den kleinen Ort Okawa, wo ich mich nach dem langem Tag ausruhe.

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verwunschene Wälder erkunden

Ein Ausflug in die Fjordwelt Milford Sounds

Sonntag, 18.03.2018

Nach einer weiteren kühlen Nacht heißt es um 7:00 Uhr aufstehen, denn um 08:15 Uhr startet meine geplante Tour. Es geht zum bekannten Milford Sound, der leider falsch benannt ist, denn der Sound ist eigentlich ein Fjord.

Nach Milford sind es knapp 2 Stunden Fahrt und die Informationen durch den Busfahrer sind super spannend.

Der Fjordland Nationalpark bemisst eine Fläche von ca. 12.500 km² und ist somit der Größte in Neuseeland und gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO. Es fallen hier etwa 8000mm Regen pro Jahr – zum Vergleich in Berlin sind es um die 600mm pro Jahr, sprich an über 200 Tagen regnet es hier.

Wir überqueren den Punkt, wo wir uns genau in der Mitte vom Äquator und dem Südpol befinden.

Als erstes halten wir bei den Mirror Lakes, die bei windstillem Wetter für tolle Spiegelungen bekannt sein sollen.

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Mirror Lakes

Der Landschaft verändert sich immer wieder, von grünen Weideflächen für Schafe und Kühe, über Wälder und riesige Berge und deren steile Felswände, die imposant in den Himmel ragen.

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gigantische Felswände, deren Gipfel in Wolken gehüllt sind

Tatsächlich bin ich froh im Bus zu sitzen, ich selbst würde ansonsten alle 3 Minuten anhalten, um Fotos zu machen. 😉

Um 11:00 Uhr kommen wir in dem kleinem Dorf Milford an und es geht direkt aufs kleine Boot. Ich bin wirklich überglücklich, dass die bei der Buchung versprochene kleine Gruppe, auch wirklich eine ist. Es gibt Boote auf denen hunderte Touristen sind. Mit ca. 30 Menschen an Board geht es dann auf dem Fjord los. Das Wetter ist sehr nebelig und die Mystik gefällt mir sehr. Die riesigen Berge und Felswände wirken gigantisch und innerhalb der ersten 10 Minuten sehen wir tatsächlich Delfine von Weitem.

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eindrucksvolle Milford Sounds

Verschiedene große und kleine Wasserfälle gibt es zu sehen und die ganze Szenerie wirkt total unwirklich. Die tiefhängenden Wolken sorgen nach gut einer Stunde für leichten Regen, und das erste Mal wünsche ich mir, dass es richtig stark anfangen soll zu regnen. Denn bei strömendem Regen würden Tausende von Wasserfällen von den Felswänden prasseln.

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einer der riesigen Wasserfälle

Wir werden zum einzigem schwimmendem Unterwasserobservatorium Neuseelands gebracht. Dort geht es 10 Meter in die Tiefe und wie im Aquarium gibt es Fische, Muscheln, Algen und Seesterne zu beobachten. Nur mit dem Unterschied, dass wir diesmal rausgucken und eingeschlossen sind. Viel Zeit bleibt leider nicht, ich könnte dort unten tatsächlich stundenlang sitzen und den Lebewesen und Planzen zu gucken.

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im Unterwasserobservatorium

Wir werden zurück zum Land gebracht und auch hier wartet unser Bus schon. Wir machen einen letzten Zwischenstopp bei „The Chasm“. Nach ein paar Minuten Spaziergang kommt man zu einem kleinem, aber spektakulärem Wasserfall. Der starke Wasserdruck hat die Felsen skulpturartig verändert. Aufgrund der Wetterverhältnisse habe ich kein besseres Bild knipsen können.

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The Chasm

 

Gegen 04:30 Uhr erreichen wir Te Anau und für mich geht es eine weitere Autostunde in den Süden. Durch Zufall habe ich einen Campingplatz im Ort Tuatapere gefunden. Der günstige Stellplatz und die wenigen Menschen überzeugen mich sofort, als es dann für wenig Geld noch frisches Obst und Gemüse aus dem Garten zu kaufen gibt und die Küche leer ist, bin ich überglücklich.

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diese kleine, süße Seerobbe haben wir bei der heutigen Bootstour gesehen

Schlendern auf dem Kepler Track

Samstag, 17.03.2018

Als ich am Morgen aufwache, ist die Frontscheibe meines Autos gefroren. Hier im Süden ist es deutlich kälter und der Herbstbeginn ist eindeutig zu merken. Am liebsten würde ich noch ein wenig eingekuschelt liegen bleiben, aber es geht mir gesundheitlich deutlich besser und ich habe tatächlich Pläne.

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wunderschöner Lake TeAnau

Um 09:30 Uhr steige ich in ein Wassertaxi und innerhalb von 10 Minuten überqueren wir den Lake TeAnau. Ich werde am Brod Bay rausgelassen. Der See und der Wanderweg gehören zum Fiordland Nationalpark und ich werde heute auf einem der bekanntesten, der sogenannten „Greatwalks“, laufen – der Kepler Track. Hätte ich mehr Zeit, würde ich am liebsten den gesamtem Weg (3-4 Tage) laufen. Aber auch um mich zu schonen, laufe ich von Brod Bay nur nach Te Anau zurück, der am gleichnamigen See zurück führt. Ich wurde mit dem Wassertaxi einfach auf die andere Seite befördert.

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Aufwärmen am Brod Bay am Morgen

Die Sonne scheint wunderschön und ich wärme mich erstmal am Strand auf, bis ich langsam zum Weg in den Wald laufe. Das Wort „schlendern“ beschreibt meine heutige Fortbewegungsgeschwindigkeit perfekt. Ich nehme mir unglaublich viel Zeit, um die Umgebung zu begutachten und vorallem auch, um ein paar Fotos zu schießen.

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die Details des Waldes genauer unter die Lupe nehmen

Ein wunderschöner, märchenhafter Wald, weniger tropenhaft ist es hier, trotzdessen genauso fazinierend. Die Bäume stehen weiter auseinander, dennoch mossbewachsen, einige Vögel fliegen umher und viele Pilze sind zu finden.

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in Ufernähe geht es zurück nach Te Anau

Einige Wanderer kommen mir entgegen und ich genieße meinen eher langsamen Schritt. Am Nachmittag erreiche ich nach 11 Kilometern den Ort Te Anau wieder und auf dem Campingplatz genieße ich die Sonne und gehe langweiligen Tätigkeiten, wie dem Aufräumen meines Auto und Wäsche waschen nach.
Für Morgen ist eine sehr untypische Bustour geplant, auf die ich mich sogar schon freue.

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zum Schluss mein heutiges Lieblingsbild von einem Fliegenpilz

Eine Bootstour in Queenstown

Mittwoch, 14.03.2018

Am nächsten Morgen entscheide ich mich nicht dazu einer der Adrenalinattraktionen Queenstowns nachzugehen. So reizvoll auch die vielen Angebote sind, so furchtbar überteuert sind diese auch.

Auf eine bestimmte Empfehlung (die bereits 1 Jahr zurück liegt), mache ich gegen Mittag eine Bootstour auf dem Lake Wakatipu. Ich bin mit Abstand die jüngste, was mich aber auch nicht stört.

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Lake Wakatipu

Ich erfahre ein paar interessante Fakten. Der See ist der Längste in Neuseeland und insgesamt der drittgrößte. An seiner tiefsten Stelle bemisst er unfassbare 380 Meter. Verschiedene spezielle Fischarten leben hier und das Wasser ist zu 99% rein und es ist total unbedenklich aus dem Wasser zu trinken. Fast schon unvorstellbar.

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unbearbeiteter Schnappschuss

Am Nachmittag laufe ich durch den kleinen Botanischen Garten, der auch an das Ufer des Sees grenzt. Mir wurde empfohlen hier Frisbee-Golf zu spielen, allerdings ist es sehr windig und so beschließe ich dies ein anderes Mal auszuprobieren.

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Ein kleiner Freund im Botanischen Garten

Am Abend gehe ich mit meiner Zimmergenossin Tabea und ihren Freunden noch in die Stadt. Ich fühle mich nicht besonders fit und beschließe früh nach Hause zu gehen.

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Rosen im Botanischen Garten

Es soll sich herausstellen, dass ich wahrscheinlich eine Art Infekt habe, und so folgt der bisher unschönste Tag meiner Reise. Ich schaffe es am Donnerstag irgendwie in einer 7 Stunden Autofahrt in den Ort Te Anau (normalerweise 2 Stunden Fahrt). Ich weiß nicht wann ich mich das letzte Mal so krank gefühlt habe, dass jede Bewegung schmerzt und ich vor Übelkeit kaum Essen und Trinken kann.
Am Freitag geht es mir schon etwas besser. Aber auch dieser Tag gilt dem Ausruhen mit der starken Hoffnung, dass es mir bald besser geht.

Da es zu diesen Tagen weder Bilder noch Geschichten zu erzählen gibt, eine kleine bildliche Darstellung meiner bisherigen Route auf der Südinsels Neuseelands.

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bisherige Route

Von Wanaka in DIE Touristenstadt Neuseelands

 

Montag, 12.03.2018 und Dienstag, 13.03.2018

Es folgen zwei sehr ruhige Tage, ich fühle mich recht müde und lasse es etwas ruhiger angehen. In Wanaka besuche ich noch das Puzzling World Museum, wo es um Illusionen, Rätsel und optische Täuschungen geht.

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Könnt ihr die Männer in den Zwischenräumen der Säulen erkennen?

Ich bin faziniert von den vielen kleinen Ausstellungen und wie einem die Augen und das Gehirn oft einen Streich spielen.

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Im Anschluss genieße ich Wanakas Atmosphäre. Die kleine Innenstadt direkt am See mit den vielen kleinen Cafés gefällt mir sehr.

Am Dienstag geht es über den Crown Range Pass mit gigantischer Aussicht nach Queenstown.

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kleine Pause auf dem Crown Range Pass

Ich statte der kleinen Westernstadt Arrowtown einen kurzen Besuch ab, die vielen Touristen schrecken mich aber sehr schnell ab.

Später schlendere ich durch Queenstown. Es ist wahrscheinlich DIE Touristenstadt in Neuseeland. Es gibt hier an jeder Ecke Souvenierläden, und das Angebot an Adrenalinsportarten ist endlos.

Der Ort liegt am See Wakatipu und auch dieser ist von Bergen umgeben. Ich wurde mehrfach vorgewarnt, und ich habe es auch nicht anders erwartet, aber die Touristenanzahl gibt der schönen Stadt einen wirklich hässlichen Beigeschmack.

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Queenstown am Abend

 

Roys Peak – als sich die Nacht in den Tag verwandelt

Sonntag, 11.03.2018

Nach einer kurzen Nacht klingelt der Wecker um 3:00Uhr – morgens. Zähne putzen, umziehen und 20 Minuten Fahrt später bin ich an einem Parkplatz mit Espree verabredet. Meine erste Nachtwanderung steht an, auf einem der beliebtesten Wanderwege Neuseelands. Die Aussicht soll zum Sonnenaufgang besonders schön sein. Müde, aber motiviert geht es im Dunkeln los. Am Anfang benutzen wir noch meine Stirnlampe als Lichtquelle, schalten diese aber schnell aus. Die Helligkeit des Mondscheins reicht vollkommen aus.

Es geht direkt bergauf und dies wird sich innerhalb der nächsten 7 Kilometer nicht ändern. Trotz der Steigung ist der Weg einfach – eine Art Feldweg. Der Anfang  ist privates Land und in der Dunkelheit können wir Schafe in naher Entfernung grasen sehen. Nach einiger Zeit habe ich mich warm gelaufen, Espree hat allerdings größere Probleme.

Ich werde wieder daran erinnert, warum ich bevorzugt alleine wandere. Ich zügele mein Tempo und versuche die erschöpfte Amerikanerin zu motivieren.

Der Weg ist hier und dort steiler, und nach ca. 1 1/2 Stunden wird es im Osten leicht heller und die Atmosphäre mit den vielen Sternen und dem Mond ist großartig.

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kurz vor Sonnenaufgang – eine malerische Landschaft

Zum Schluss nimmt die Steigung nochmal ordentlich an, der Pfad wird schmaler und an den Seiten geht es steil bergab.

Außer Atem kommen wir nach 3 Stunden und 15 Minuten um 07:00 Uhr oben an der Spitze an – dem bekanntem Roys Peak. Geschätzte 40 andere Menschen warten hier schon gespannt auf den Sonnenaufgang. Es ist eiskalt hier oben und die ca. 6°C fühlen sich bei Wind noch kälter an.

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Sonnenaufgang am Roys Peak

Langsam aber sicher nimmt der Himmel eine hellblaue Farbe an. Das gelborange im Osten wird stärker. Gegen 07:25 Uhr ist dann endlich die Sonne zu sehen.

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Nach einigen Minuten mache ich mich langsam wieder bergab. Ich fühle mich leicht unterkühlt und meine Hände schmerzen vor Kälte. Espree lässt sich mehr Zeit und folgt mir später. Die Aussicht ist wirklich gigantisch. Die Seen, die Berge und Hügel – alles wirkt wie gemalt.

Der Sonnenaufgang an sich war eher unspektakulär, aber die ganze Atmosphäre vorher, wie sich die Nacht in den Tag verwandelt hat und das Farbenspiel am Himmel, war wirklich beeindruckend.

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in der Sonne Wärme auftanken

Auf dem Weg zurück lernen wir verschiedene Menschen kennen, somit auch die Deutschen Tobi und Florian. Gemeinsam laufen wir bei guten Gesprächen zurück und gegen 10:45 Uhr landen wir glücklich, aber sehr kaputt am Parkplatz. Dort genießen wir zusammen eine kleine Pause.

Anschließend fahren Espree und ich nach Wanaka und speisen gemeinsam zu Mittag. Ich verabschiede mich von der Amerikanerin, die heute weiterreisen wird.

Der restliche Tag ist durch Ausruhen und Glücklichsein geprägt.

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Was für ein Ausblick

 

Von der Westküste ins Landesinnere

Freitag, 09.03.2018

Ich entscheide mich für eine Art Pausentag und fahre in den frühen Morgenstunden 30 Kilometer in den Ort Fox Glacier. Der Wanderweg zum Gletscher ist leider nicht begehbar, auch hier hat der Zyklon vor 2 Wochen für starke Überschwemmungen gesorgt. In einem Café mache ich es mir gemütlich und lese dort mein Buch.

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Morgenimpression

Gegen frühen Nachmittag geht es zum Hostel (auf deren Parkplatz man campen darf). Auch dort verfalle ich den Seiten meines Buches und versuche meine Blogeinträge für die letzten Tage nachzutragen. Unspektakulär geht der Tag zu Ende und ich merke den Muskelkater in meinen Beinen.

Samstag, 10.03.2018

Früh aufgestanden geht es zum „Lake Matheson“. Der kleine See ist auch als ein „Spiegelsee“ bekannt. Es ist sehr bewölkt. Als ich ankomme wird es deutlich heller und ich erkenne den Grund seine Beliebheit. Selbst mit einer Wolkendecke über den Bergen, ergibt sich ein schönes Bild. Die friedliche Atmosphäre ist wunderschön.

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Lake Matheson

Bis dann die Touristenbusse ankommen. Dutzende Menschen strömen auf das Gelände und ich mache mich schnell aus dem Staub. Es geht in den Süden, weiter an der Westküste entlang, bis ich diese dann verlasse. Die letzten paar Wochen an der westlichen Küste waren wunderschön.

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mein letzter Morgen an der Westküste

Bergauf über den Haastpass. Ich komme an einigen Möglichkeiten zum Halten an, verschiedene Aussichtspunkte und Wasserfälle. An allen Parkplätzen stehen unzählige Autos und vorallem heute, schrecken mich die vielen Touristen ab. Am frühen Nachmittag erreiche ich den Lake Wanaka, und wow, ein riesiger blauer See liegt vor mir, umgeben von Bergen. Ich halte auf einem Picknickplatz und bewundere das funkelnde Wasser.

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funkelnder Lake Wanaka – wunderwunderschön

Gegen 3:00 Uhr erreiche ich dann auch Wanaka. Was mir nicht bewusst ist, dass eines der größten Festivals Neuseelands dieses Wochenende statt findet. 35.000 erwartete Besucher (Einwohnerzahl ist 6.000). Die Campingplätze sind natürlich alle voll und ich fahre zum Lake Hawea zurück und in dem Dorf checke ich in den Campingplatz mit Blick über den See ein.

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Lake Hawea

Zurück in Wanaka für einen Snack spricht mich die Amerikanerin Espree an und wir unterhalte uns eine ganze Weile, bis wir beschließen, morgen früh zusammen wandern zu gehen. Um den Sonnenaufgang zu erschwischen, wird es super früh losgehen.

Alex Knob Track mit fantastischer Aussicht

Donnerstag, 08.03.2018

Ein weiterer grandioser sonniger Tag steht an. Eigentlich wollte ich früh los, aber aufgrund meines Visums habe ich ein paar Sachen zu erledigen. Ich schaue kurz im Info-Center vorbei und erkundige mich, ob mein „Wunsch-“ Wanderweg frei ist. Ich kriege grünes Licht und fahre zu meinem Ausgangspunkt. Um 10:00 Uhr starte ich vom Parkplatz. Zum eigentlichen Beginn laufe ich 20 Minuten und starte den Alex Knob Wanderweg, dieser verspricht 17,1 Kilometer und großartige Blicke auf den Franz Josef Gletscher. Er beginnt auf einem Schotterweg und biegt irgendwann in einen kleinen Waldweg bergauf. Der Wald wird dichter, die Sonne ist kaum noch zu sehen.
Der regenwaldartige Umgebung ist wie immer wunderschön. Einmal wieder habe ich das Gefühl in einem Märchenwald zu sein. Als erstes komme ich am Rata Lookout an und hier ist die Aussicht schon nicht schlecht.

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ein riesiger alter umgestürzter Baum geht es zu unterqueren

Weiter geht es bergauf, es wird anstrengender, immer wieder geht es über große Steine und Felsen. Ich wurde vorgewarnt, ein paar Bäume sind frisch beim Zyklon vor 2 Wochen umgefallen. Aber auch ein paar alte riesige Bäume gibt es zu überqueren, ähh… ich meine unterqeren. Tatsächlich läuft man unter ihnen entlang. Die moosüberzogenen Stämme ergeben eine starke Atmosphäre.

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Begutachtung der umgestürzten Bäume

Als nächstes erreiche ich das Christmas Lookout, bei dem ich eine Pause mache und auf ein paar Leute treffen. Verhältnismäßig ist der Weg aber sehr ruhig. Ich schätze auf 50 Menschen, die diesen am heutige Donnerstag laufen. Die kürzeren nahe des Gletschers laufen heute sicherlich ein paar Tausend.
Es geht weiter kontinuirlich bergauf, ich komme richtig ins Schwitzen. Als ich meinen Rucksack zwischenzeitig abnehme und ihn in die Sonne legen, kann ich das Verdunsten meines Schweißes sehen- eine Mini Dunstwolke steigt auf. Die Sonne hat eine unglaublich Kraft und ist niemals zu unterschätzen in Neuseeland.

Irgendwann holt mich der Franzose Valerian ein und gemeinsam laufen wir zur Spitze. Der Bäume werden weniger, bis wir durch eine Art Feld laufen. Vollkommen aus der Puste komme ich oben an. Ich lege mich erstmal ins hohe Gras und brauche ein paar Minuten, bis sich mein Puls beruhigt.

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der Franz Josef Gletscher

Eine ganze Weile sitze ich einfach nur da und genieße die gigantische Aussicht. Vor uns liegt der riesige Franz Josef Gletscher, um ihn herum eine Berglandschaft (unter anderem Mt. Cook- der höchte Berg Neuseelands). Der Gletscher ist ca. 10 Kilometer lang und irgendwie wirkt er gar nicht soo groß. Wenn man allerdings die im minutentakt fliegenden Helikopter beobachtet, die wie winzige Spinnen wirken, die eine Wand hochlaufen, wird einem die Relation bewusst.

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Alex Knob Spitze mit einer Höhe von 1303 Metern

Der Fluss fließend in Richtung Tal und dem kleinem touristischem Ort und in der Entfernung das azurblaue Meer, abgegrenzt vom Land durch ein paar helle Strände – Hallo Westküste, du Schönheit.

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glücklich grinsend die Aussicht genießen

Die pralle Sonne ist sehr heiß, aber als mein Körper sich reguliert hat, genieße ich ihre Wärme. Ein solcher Tag lässt mich alle Regentage der letzten Woche vergessen. Eine ganze Stunde verbringe ich auf der Spitze, bis ich mich mit Valerian langsam wieder auf den Rückweg mache. Dreimal erkläre ich dem Franzosen, dass er wirklich nicht auf mich warten soll. Wer mich kennt, der weiß, berg runter ist nicht meine Stärke. Er entscheidet sich also voraus zu laufen und langsam gehe ich los.
Meine Knie melden sich schon am Anfang, aber ich zügele mein Tempo und schleiche den Pfad nach unten. Im Wald ist es herrlich kühl. Der Rückweg fühlt sich sehr lang an. Hoch habe ich um die 3 Stunden gebraucht. Runter werden es eher 3 1/2 Stunden. Von etlichen Leuten werde ich überholt. Dies stört mich jedoch nicht. Jeder hat seine eigene Geschwindigkeit und meine ist nunmal die einer Schnecke. 😀

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Blick Richtung Meer und dem gleichnamigem Ort Franz Josef Glacier

Ich werde langsam müde, versuche meine Konzentration aber aufrecht zu erhalten, um nicht umzuknicken. Eine Stunde vor dem Autopark treffe ich auf Sonja. Die deutsche wirkt erschöpft und ich biete ihr an, zusammen zu gehen. Es ist ihre erste richtige Wanderung und sie wusste nicht genau, was sie erwartet.
Nach einer gefühten Ewigkeit erreichen wir mein Auto um 18:30 Uhr. Ich nehme sie zurück zu ihrem Hostel und zurück auf dem Campingplatz erfreue ich mich sehr an einer heißen Dusche. Der Weg war zum Teil recht matschig und meine Beine sehen dementsprechend aus.
Müde esse ich in einem Restaurant zu Abend und schreibe über meinen Tag und gegen 22:00 Uhr falle ich in mein kuscheliges Bett.

Fahrtrichtung Süden zu den Gletschern

Dienstag, 06.03.2018

Tatsächlich erhalte ich einen Anruf am Morgen, dass mein Geldbeutel gefunden wurde und im Informationscenter Arthurs Pass abgegeben wurde.
Als erstes besorge ich mir in Greymouth eine neue neuseeländische Bankkarte. Dies ist innerhalb von 4 Minuten (!) erledigt. Wenn man aus Deutschland kommt, ist dies unvorstellbar.
Also geht es wieder 90 Kilometer ins Landesinnere und erhalte mein Portemonnaie zurück. Bis auf das Bargeld und meine deutsche Bankkarte ist alles da.

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mystischer Nebel umschmeichelt die Berggipfel

Ich entscheide mich dazu, eine kleine Wanderung zu machen und laufe den Arthurs Pass Walking Track. Der Weg führt erst durch den Wald. Moosbewachsene, hohe Bäume, ein kleiner Schotterweg und immer mal wieder geht es ein paar Stufen hoch und runter.

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Arthurs Pass Walking Track

Recht schnell fängt es an zu regnen. Dies stört mich verhältnismäßig sehr wenig. Die Hauptstraße, die fast parallel zum Weg verläuft, stört mich etwas mehr.
Nach 2.5 Stunden bin ich klitschnass zurück am Auto. Schnell umgezogen geht es zurück zur Westküste. Am Morgen habe ich mir einen Stellplatz auf einem kleinem Campingplatz reserviert und erreiche diese gegen Abend, wo ich mit den beiden deutschen Juri und Jochen und den beiden Besitzern einen nettes Gespräch vor dem Schlafen gehen, führe.

Mittwoch, 07.03.2018

Als ich um 8:00 Uhr aufwache, scheint tatsächlich die Sonne. Meine Freude ist groß und gegen 10:00 Uhr verlasse ich den Campingplatz. Es geht heute endlich ein gutes Stück weiter in den Süden. Die Westküste wirkt unter Sonnenschein noch schöner und gut gelaunt komme ich nach 155km im Ort Franz Josef Glacier an.

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auf dem Weg zum Franz Josef Gletscher

Der kleine touristische Ort besteht quasi nur aus Hotels, Motels, Campingplätzen und Restaurants. Viel Geld wird hier jeden Tag verdient, durch die vielen Helikopter, die zum Gletscher fliegen.
Ein kleines Campervan Motel ist schnell gefunden und im Info-Center mache ich mich erstmal über Wanderungen schlau. Nach 2 Stunden faulenzen, beschließe ich heute den Tatare Tunnels Walk zu laufen, der eine Straße weiter startet. 40 Minuten geht es durch den Wald, leicht bergauf.

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der Eingang zum alten Goldminen Tunnel

Ich komme am Ende des Weges an und setze meine Stirnlampe auf, und los geht es in einen ehemaligen Goldminentunnel. Da ich schon wusste, dass ich nasse Füße bekomme, habe ich direkt meine Wandersandalen angezogen. Gerade als ich los will, kommen mir ein paar Menschen entgegen, bis ich wieder alleine bin.
Langsam gehe ich in die Dunkelheit. Meine Füße sind knöchelhoch im Wasser und, verdammt, es ist eiskalt. Nach ein paar Minuten merke ich meine Füße kaum noch. Der Minenschacht ist eng und ich kann keine 2 Meter weit sehen. Nach weiteren Minuten ist das Licht des Ausgang nicht mehr zu erkennen. Ich stehe still, ein paar Tropfen fallen von der Decke. Sobald ich weiter laufe, ist lautes Plätschern zu hören. Fast schon paranoid drehe ich mich um -ich erschrecke mich vor meinen eigenen Geräuschen und muss grinsen. Nach gut 15 Minuten versagt leider meine Stirnlampe, also hole ich mein Handy heraus und nutze dieses als Lichtquelle. Der Akku ist schwach und ich entscheide mich wohl oder übel umzukehren. Der Tunnel ist insgesamt 500 Meter lang, wie das Ende aussieht, werde ich heute nicht herausfinden. Aber das Risiko ganz ohne Licht dazustehen – nee danke. Bald ist der Ausgang zu erkennen.

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das Licht am Ende des Tunnels

Draussen ist es herrlich warm und ganz langsam merke ich auch meine Füße wieder.
Nach 40 Minuten bin ich zurück im Ort angekommen und auf dem Weg zum Supermarkt treffe ich durch Zufall auf den Italiener Andrea, mit dem ich eine Zeit in Wellington gearbeitet habe. Am Abend setze ich mich in eine Bar und lausche der Livemusik und verschwinde in den Untiefen meines Buches.