Tag 66 und der Aufstieg ins Massivzentral Gebirge

Obwohl ich gut geschlafen habe, fühle ich mich sehr müde und schlapp. Wie im Automatismus packe ich alles ein, um 8 Uhr kann es los gehen.

Das Leitungswasser auf dem Campingplatz in Montbrison ist geschmacklich kaum trinkbar, also ziehen wir nicht mit vollen Flaschen los und hoffen auf den nächsten Friedhof im nächsten Ort.

Wir sind am Ortsrand und schnell aus der Stadt raus, zwischen Bauernhöfen und vereinzelten Häusern starten wir in diese spannende Etappe. Wir werden heute einige Höhenmeter überwinden und zusätzlich sind einige Gewitter gemeldet. Der Himmel zieht sich bereits jetzt immer weiter zu.

In Saint-Thomas-la-Garde

In Saint-Thomas-la-Garde erfolgt ein kurzer Umweg zum Friedhof, wir suchen den ganzen Platz ab, und wollen schon die Suche nach dem Wasserhahn aufgeben. Sherlock alias Aileen sieht ganz versteckt eine Gießkanne stehen und Watson aka Mark sieht an einem Abfluss frisches Wasser stehen. In gemeinsamer Detektivarbeit findet wir den Wasserhahn mitten in der Hecke.

Versteckter Wasserhahn

An der Kirche machen wir eine zweite Frühstückspause.
Kurz darauf passieren wir auch den nächsten Ort Saint-Georges-Haute-Ville und nun fängt langsam die Steigung an.

Blick auf die Berge

Unser erster kleines Ziel ist der Montsupt mit 642 Metern. Kreisförmig führt es uns hoch. Es gibt eine alte Ruine, eine Pilgerkapelle, Sitzmöglichkeiten und sogar eine neue Komposttoilette. Wir machen eine Trinkpause und ein französisches Pilgerpärchen begegnet uns. Ein kurzer Austausch findet statt, aber schnell ziehen sie weiter.

Blick vom Montsupt (hier sieht man das ich dringend ein neues Shirt brauche)

Der Blick in die Berge und ins Tal ist wunderschön und sehr weitläufig. In der Ferne sehen wir immer wieder Regenschauer und auch uns treffen immer wieder vereinzelte Regentropfen.

Es geht sanft bergab und auch das nächste Dorf Margerie-Chantargret erreichen wir flott. Ich bin müde und hungrig, also machen wir kurzerhand eine weitere Pause.

Auf schmalen Pfaden laufen wir an Feldern vorbei. Zum Mittag hin wird es ein paar Grad wärmer. Die angekündigten Gewitter wurden gegen die Sonne ersetzt.

Zwischendurch darf man nicht vergessen, Tiere zu streicheln

Der Weg führt nun abschnittsweise steil berghoch. Das Tempo nimmt ab, die Atemzüge werfen tiefer. Die geraden Strecken zwischendurch sind wunderbar zum Durchatmen.

In Saint-Jean Soleymieux füllen wir unser Wasser auf und bewältigen die nächsten Höhenmeter. Der Waldweg wird schmaler und wir bewundern die tolle Umgebung. Der Untergrund ist sehr sandig. Wurzeln und große Steine erfordern eine höhere Konzentration.

Die Ausblicke werden immer schöner, wir können sogar auf den kleinen Berg Montsupt schauen, auf welchen wir heute Morgen als erstes hoch sind.

Kurz vor Marols

In Marols holen wir uns eine Limo und Baguette. Es ist wirklich schön und all die Häuser aus Stein wirken wie aus einer anderen Zeit. Wir treffen einen Mann, der uns erzählt, dass er für einige Teilstrecken die Wegmarkierungen angebracht hat.

Die letzten fünf Kilometern wollen es nochmal wissen. Mark geht vor, da wir berghoch doch ein anderes Tempo haben. Der Waldweg ist wunderschön, er ist umrandet von großen mit Moos bewachsen Steinen. Ich werde sehr an Asterix und Obelix-Filme erinnert.

Wunderschöne Wege

Wir sind heute bei 390 Meter gestartet und erreichen die 1160 Meter kurz vor dem Etappenziel. Dieses liegt wieder ein paar Meter tiefer.

In La Chapelle en Lafaye laufen wir um 17:30 Uhr rein. Insgesamt waren es 27 Kilometer, die wir trotz der Höhenmeter sehr gut bewältigt haben.

Mark möchte lieber Wildcampen und bringt mich noch zur städtischen Pilgerunterkunft. Dort bin ich die einzige und ich widme mich den üblichen Erledigungen. Um 19:30 Uhr kommt eine junge Frau, bei der ich bezahle und einen Stempel bekomme. Auf einem Sofa entspanne ich abends und koche erst um 21:15 Uhr Nudeln. Vor dem Einschlafen zieht ein Gewitter auf und ich bin froh ein festes Dach über dem Kopf zu haben.

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