Tag 63 und ein Esel-Bussi

Der Schlaf auf einer Matratze war sehr wohltuend. Ich öffne die Tür nach draussen und ein strahlend pinker Himmel leuchtet uns entgegen, die Sonne ist kurz vor dem Aufgehen. Schaut man zur anderen Seite aus dem Fenster sieht man dunkle Wolken und eine Gewitterfront auf uns zu ziehen.

Sonnenaufgang in der Unterkunft

Nach dem Frühstück packen wir alles zusammen und marschieren rüber zur Bäckerei und kaufen uns für später eine Kleinigkeit.

links oben stehe ich und schliesse die Unterkunft zu

Es regnet noch leicht und schnell ziehen wir die Regenkleidung aus dem Rucksack. Die ersten 7 Kilometer laufen wir ähnlich zu den letzten Tage an weitläufigen Kuh-und Pferdewiesen vorbei. Wir begegnen einem Pilger mit Esel. Mark unterhält sich kurz mit ihm auf französisch, viel erfahren wir leider nicht.

In Saint-Saon-le-Châtel nehmen wir auf einer Holzbank platz. Da es heute gewittern und regnen soll, reservieren wir zwei Betten in einer Unterkunft. Wir wollen gerade essen, da fängt es wieder leicht an zu regnen. Wir beschließen weiterzulaufen und nach einer überdachten Pausenmöglichkeit zu suchen. Aus dem Dorf heraus bietet uns ein Mann Pfirsiche an, die er gerade von seinem Baum pflückt. Dankend nehmen wir die süßen Früchte entgegen und kindliche Freude breitet sich bei uns aus.

Geschenkte Pfirsiche aus einem Garten

In Renaison setzen wir uns auf eine Metallbank, da es kurzzeitig aufgehört hat zu regnen. Als zweites Frühstück gibt es ein Mandelcroissant mit Schokoladenstückchen.

Heute führt uns die Route durch viele kleine Dörfer hintereinander weg. Zwischenzeitlich zeigt sich die Sonne , aber am Horizont zeigen sich bereits dunkle Wolken.

Drei Männer stehen an einem Haus und vorallem einer fängt ein Gespräch mit uns an und teilt seinen Enthusiasmus bezüglich des Jakobsweges mit uns. Er ist selbst den Camino Frances gelaufen und zeigt stolz seine Kette mit Muschelanhänger. Er fragt, ob wir einen Kaffee wollen, aber wir lehnen dankend ab, da wir nicht zu lange im angekündigten Regen laufen wollen.

An einer Weide stehen ein Pony und ein Esel, die beide auf uns zukommen. Beide lassen sich streicheln, aber vorallem letzterer ist sehr zutraulich und bekommt zum Schluss sogar ein Bussi von mir auf die Nase.

Zutraulicher Esel

In Saint-Alban-les-Eaux gibt es öffentliche Toiletten und einen Pausenplatz. Baguette und Camembert gibt es als Hauptspeise und zerbröselte Madeleines als Nachspeise.

Das Wetter ist deutlich schwüler am Nachmittag und die Sonne drückt stark. Die angekündigten Gewitter haben uns bisher nicht getroffen. In Lentigny machen wir einen größeren Einkauf, der bis morgen Nachmittag halten sollte.

Die letzten 5 Kilometer ziehen sich sehr, der Rucksack hängt durch das Proviant schwer auf dem Rücken.

In Saint-Jean-Saint-Maurice kommen wir um 17:30 Uhr nach 26 Kilometern an. Wir werden sehr herzlich empfangen. Eine schöne kleine, recht neue Pilgerunterkunft bietet sich uns. Es gibt zwei Etagenbetten und eine Kochmöglichkeit in einem separatem Raum im Erdgeschoss.

Nach dem Duschen und Wäsche waschen, ruhen wir uns aus und geniessen die weichen Matratzen. Zum Abendessen gibt es eine Nudel-Gemüsepfanne und Mozzarella dazu. Währenddessen fängt es endlich an richtig zu regnen.

Wir sind sehr sehr müde und verbringen einen ruhigen Abend, bis wir um 23:30 Uhr das Licht zum schlafen ausschalten.

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