Tag 60 und der erste Gipfel

Als ich um 2:00 Uhr aus dem Zelt krieche, um die Toilette aufzusuchen, sitzt hinter meinem Zelt eine riesige schwarze Katze. Ihre Ohren sind ganz spitz wie von einem Luchs und sie läuft verschreckt weg, als sie mich sieht.

Der frühe Morgen ist frisch und ich ziehe meine Mütze über den Kopf. Um 7:30 Uhr klingelt der Wecker, das Zelt ist von innen und außen recht nass. Ich packe den Großteil meiner Sachen und frühstücke mit Mark an einem Holzpicknicktisch.

Der kleine, aber feine Campingplatz

Um 9 Uhr ziehen wir müde los, heute stehen weitere Höhenmeter an. Der gestrige Tag liegt uns noch in den Knochen, im Großen und Ganzen fühlen wir uns relativ fit.

Morgens kommt kurz die Sonne raus, allerdings verzieht sie sich schnell hinter dicken weißen Wolken.

Nach 4 Kilometern sind wir in Ouroux und in einer kleinen Bäckerei holen wir uns ein zweites Frühstück.

Mein 2. Frühstück

Für mehrere Kilometer zieht der Weg weiter an, der Steigung ist nicht zu stark, aber dennoch ermüdend.

In Col de Crie gibt es einige Häuser, in einer Gaststätte holen wir uns Pommes und für mich gibt es anschließend noch ein Eis.

Weiter im Wald führt es uns immer steiler in die Höhe, Mark läuft etwas vor, aber wir beide haben ein gutes Tempo drauf. Schwitzend geht es immer weiter und höher. An einer Kreuzung entscheiden wir uns nicht für die herkömmliche Route, die um den Berggipfel rechts herumführt und deutlich länger ist. Wir nehmen die linksseitige Abkürzung und fluchend kämpfe ich mich den extrem steilen Berg hoch. Es ist sandig und man rutscht leicht weg. Der Pfad ist nicht richtig auszumachen und querfeldein ziehen wir uns Schritt für Schritt den Berg hoch. Ein Waldweg erwartet uns nach einigen sehr anstrengenden Minuten. Leicht bergauf kommen wir an eine Hütte, wo auch der Jakobsweg wieder kreuzt.

Die sehr steile Steigung

Wir entscheiden uns die Rucksäcke in einer dunklen Ecke stehen zu lassen und die letzten 300 Meter zum Berggipfel hoch zu laufen, auch wenn es die Route nicht vorsieht.
An der Spitze von Mont Saint Rigauf angekommen, sind wir 1009 Höhenmetern hoch, der mit Abstand höchste Punkt meiner Reise bisher. Wir steigen auf einen Holzturm. Die Aussicht ist schön, aber durch hohe Bäume und das bewölkte Wetter sehr eingeschränkt.

Zurück an unseren Rucksäcken geht es nun für die nächsten Kilometer recht schnell bergab. Der Untergrund ist immer wieder schottrig und steinig, was Konzentration für jeden Schritt erfordert.

Mark ist wieder etwas schneller und wir treffen uns an einer Straße kurz vor dem nächsten Ort wieder. Nach Propières zieht es kurz bergauf, unsere Oberschenkel beschweren sich nach der anstrengenden Tour nochmal beansprucht zu werden.

Im kleinen Supermarkt holen wir Essen und treten den letzten Kilometern zum Campingplatz an einem See an, den wir um 17:30 Uhr nach 25 Kilometer erreichen.

Mark am Lesen

Der kleine, aber feine Platz ist mal wieder städtisch geführt und kostet und nur 6,22 Euro pro Person.

Mein nasses Zelt lasse ich während einer Dusche trocknen. Anschließend gehen Mark und ich zum See und ich bearbeite ein paar Blogeinträge. In der Mitte des Gewässers ist eine Halbinsel, die uns beim Entspannen am Abend hilft. Die Sonne zeigt sich auch nochmal.

Mit dem Gaskocher gibt es wiederholt Nudeln für uns, mit Bohnen und Brie ergänzen wir das Gericht. Am Abend wird es immer früher dunkel, die Tage werden wirklich spürbar kürzer.

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