Tag 59 und ein magischer Tag

Kurz vor dem Wecker fängt der Regen um 6:30 Uhr sanft an auf das Zelt zu regnen.

Gegen 8 Uhr hat es wieder aufgehört und so brechen Mark und ich auf. Die erste Station ist der Supermarkt, von dort rufen wir eine Pilgerunterkunft an, die aber kurioserweise ausgebucht ist. Eine weitere ist telefonisch nicht zu reichen. Mark klebt mit Gaffatape schnell seinen Rucksack, da ein Träger leicht angerissen ist.

Auf einer Landstraße geht es zum Jakobsweg zurück und an einem Wald zieht es uns in die Berge. Nach 7 Kilometern machen wir in Sainte-Cécile eine erste Pause vor der Kirche.

Der erste anstrengende Anstieg zieht sich auf gut drei Kilometern. Der Ausblick wird immer weitläufiger. Trotz eines bewölkten Himmels, ist es wunderschön, wie gemalt sieht es aus. Das Wetter ist mit 26°C heute aushaltbar, ab und zu zeigt sich die Sonne.

Erste tolle Ausblicke

Die Unterhaltungen lenken uns gut ab und treiben uns den Berg hoch. In Tramayes gibt es einen Supermarkt und wir decken uns mit Essen ein, da die nächste Einkaufsmöglichkeit erst morgen Abend wieder auf uns wartet.

Auf einer Bank machen wir eine Mittagspause bei der wir nicht zur Ruhe kommen. Einige Wespen sind wirklich störend und belagern uns förmlich.

Donner lässt uns plötzlich aufschrecken, erst treffen uns ein paar Regentropfen. Kurze Zeit später ergießt sich ein richtiger Schauer über dem Ort. Unter einem Dach eines verlassenen Hauses finden wir Unterschlupf und setzen uns dort auf den Boden und essen weiter. Das Gewitter hält länger an und erst um 16:30 Uhr ziehen wir weiter.

Mit Pudding das Gewitter abwarten

Aus dem Ort heraus begegnen uns mehrere bellende Hunde an verschiedenen Häusern, einer ist nicht angeleint, kommt uns aber nicht zu nahe. Die Hunde an der Kette wirken aggressiv, schnell suchen wir das Weite.

Eine weitere steile Steigung führt uns in weitere Höhenmeter. Von grünen Baumtunneln und tollen dunklen Wäldern umgeben wechseln wir abwechselnd auf Feldwege. Die Aussichten sind wunderschön und wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Weite Aussichten

Die Wolken ziehen dunkel an uns vorbei und kurze Zeit später setzt der Regen ein. Für ein paar Minuten bleiben wir unter dichten Fichten stehen. Wir werfen unsere Regenkleidung über und führen den Weg fort.

Weiter geht’s im Poncho

Die Aussicht hat sich verändert, die Atmosphäre mit dem Regen ist wunderschön und hinter uns ist ein leichter Regenbogen zu erkennen.

Regen in den Bergen

Kurz danach hört es wieder auf und wir passieren ein riesiges Pferdegut und erreichen Cenves. Wir rufen einen Campinplatz an, denn es ist bereits schon 18:45 Uhr. Wir dürfen auch spät ankommen, aber duschen werden wir wohl nicht mehr können.

Die letzten Kilometer ziehen sich. In einem weiteren sehr dunklen Wald bricht sich das Sonnenlicht fast schon magisch. Die goldenen Strahlen und der aufsteigende Dunst treffen sich und lassen uns Staunen.

Goldene Sonnenstrahlen

Aber auch kleine Regentropfen an buntem Blätter zeigen sich von ihrer schönsten Seite.

Sonne nach dem Regen

In Saint-Jacques-des-Arrêtes kommen wir um 20:00 Uhr nach 33 Kilometern an. Den Campingplatz habe ich über den Wanderführer gefunden, in Googlemaps ist er nicht vermerkt.

Neben einem Spielplatz bieten sich 6 kleine Rasenflächen. Der Platz ist winzig und wir lieben ihn direkt. Es ist sonst niemand hier. Eine Toilette und ein Waschbecken finden wir in einem Haus vor, die Duschen sind leider abgeschlossen.

Die Zelte schnell aufgestellt und eine ausgiebige Katzenwäsche folgen. Zum Abendessen gibt es eine große Portion gekochte Linsen mit Nudeln und Brie.

Um 23:30 Uhr liege ich sehr müde und kaputt im Zelt, der Tag war sehr anstrengend, aber einfach wundervoll mit magischen Momenten. Beim Einschlafen höre ich einem Uhu zu, der sehr laut durch die Nacht ruft.

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