Tag 44 und der Geburtsort einer Nationalheldin

Die Sonne scheint bereits warm in mein Zelt, als ich gegen 7:30 Uhr aufwache. Bei Kaffee und Frühstück und weiteren Gespräche mit Daniel vergeht die Zeit schnell und so breche ich erst gegen 10:30 Uhr auf.
Das kleine Dorf Domremy-la-Pucelle ist der Geburtsort von Johanna von Orleans (Jean D’arc). Statuen von ihr stehen in vielen der Dörfer.

Statue Johanna von Orleans

Beim Verlassen des Ortes passiere ich eine Schafsweide und mit einem Mal kommt die ganze Herde in meine Richtung und bleibt einen Meter vor der dem Zaun stehen, um mich zu begutachten. Die Situation ist für mich etwas außergewöhnlich, da Schafen sonst sehr schüchtern und ängstlich sind.

Neugierige Schafe

Auf einem kleinem Berg steht die Basilika du Bois-Chenu, die als Hommage an die Nationalheldin von 1431 gilt.

Basilika du Bois-Chenu

Wieder bergab lande ich über einen Trampelpfad über eine Wiese und einer Brücke in Coussey. Ich habe Glück, denn der kleine Supermarkt hat noch geöffnet und ich kann mir Snacks zum Mittagessen kaufen.

Kurz vor Coussey

Auf einer Bank im Halbschatten mache ich es mir gemütlich. Plötzlich höre ich ein lautes Geräusch. Ein militärisches Düsenjet jagt mit wahnsinniger Geschwindigkeit über den Himmel. Ein solches habe ich in Deutschland wirklich seit Jahren nicht mehr gesehen. 

Nach einigen Kilometern zwischen Maisfeldern entlang komme ich an einer Fabrik vorbei, die Holzpfähle herstellt. Das Gebäude ist zwar klein, aber die Straße weiter hoch lagern riesige Stapel an Holz, die teilweise bis zu 4 Meter hoch sind.

Riesiges Holzlager

Auf einer ruhigen Landstraße geht es weiter, bis ich einer deutlich stärker befahrenen Straße folgen soll. Ich nehme mal wieder für knapp zwei Kilometer einen Waldweg parallel zur traditionellen Route. Am Anfang freue ich mich über den Schatten, auch wenn der Untergrund sehr trocken und uneben ist. Zum Schluss ist es jedoch sehr zugewachsen und ich muss muss mich bis zu einem Feld durch Büsche durchschlagen. Fluchend ziehe ich ein paar Dornen aus meinem Bein.

Kurz darauf bin ich wieder an einer Art Bundesstraße, welcher ich tatsächlich laut Route folgen muss, was leichten Stress auslöst. Während die Autos mit 100kmh an mir vorbeisausen, versuche ich auf dem grünen Streifen möglichst viel Abstand zwischen mich und den Asphalt zu kriegen.

An der Straße lang

Am Eingang von Nefchateau sind es noch 30 Minuten zum Campingplatz, welchen ich gegen 15:30 Uhr nach 17 Kilometern erreiche. Die Rezeption des Zeltplatzes ist wie gestern erst ab 17 Uhr geöffnet.

Unter einer großen Linde baue ich mein Zelt auf. Die Sanitäranlagen sehen super aus, und es gibt sogar Schränke mit Steckdose, die man abschließen kann. Als ich dann noch erfahre, dass nebenan ein Hallenschwimmbad ist, bin ich glücklich hier gelandet zu sein. Schnell packe ich meinen kleinen Mini Rucksack und gehe rüber ins Schwimmbad für eine Abkühlung.
An der Kasse gibt es einen kleines Kommunikationsproblem, aber jemand kann übersetzen und überbringt die tolle Nachricht: für Gäste des Campingplatzes ist der Eintritt frei.

Das Hallenbad ist klein. Kinder und ein paar Schwimmer teilen sich den wenigen Platz. Ich ziehe also nur schnell ein paar Bahnen im kühlen Nass und verschwinde wieder.

Zurück am Platz wasche ich meine Wäsche, laufe zum Supermarkt und zur Bank. Beim Abendessen plane die nächsten sieben Tage der Tour bis die Sonne komplett verschwunden ist.

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