Tag 20 und die perfekte Spiegelung

Stark scheint die Sonne am frühen Morgen in mein Zelt, ich drehe mich nochmal um, denn es ist noch recht frisch.
Gegen 8:30 Uhr starte ich mit gepackten Sachen in eine heiße Woche. Die nächsten Tage sind hohe Temperaturen erwartet und die Länge meiner Etappen wechselt zum Glück jeden Tag.

Der kleine Pfad führt vom Campingplatz am Ufer der Lahn entlang und steigt mit der Zeit langsam an- perfekt zum warm laufen.

Die Route führt an einem Waldfriedhof vorbei und ich nehme einen Paralellweg, um mir diesen anzugucken. Nicht viel erinnert an die für mich typischen Friedhöfe. Hier und da sind sehr kleine Schilder mit Nägeln in den Bäumen versehen. Sonst weist nicht viel auf die Gräber hin. Anstatt langsam verwelkender Blumen, sieht man wachsende Bäume, die vor Leben nur so strotzen.
Die Atmosphäre ist ruhig und angenehm. Das sonst leicht bedrückende Gefühl auf Friedhöfen bleibt aus.

Der Waldfriedhof

In Eschhofen komme ich am Eingang des Ortes direkt an einer kleinen Kirche vorbei, an der ein kleiner schöner blauer Kasten mit Stempel hängt.

Nach Limburg ist es nicht mehr weit. Ich unterlaufe eine gewaltige Autobahnbrücke und von dort sieht man die Stadt und ihre tolle „Skyline“.

Limburger Dom

Der Limburger Dom sticht eindrucksvoll hervor. Kurze Zeit später stehe ich direkt vor ihm. Eine Nonne tritt gerade heraus und bietet mir einen Stempel für meinen Pilgerausweis an. Ich nehme mir einen Moment Zeit und schaue mich in der großen, aber eher schlichten Kirche um. Den meisten Gotteshäuser kann ich nicht so viel abgewinnen, aber dieser Dom ist gar nicht mal so schlecht….

Durch die kleinen Gassen in Limburgs Altstadt führt der Weg zur Lahn. Der Fluss ist hier so ruhig, dass ich ein wunderschönes Bild mit Spiegelung der Brücke aufnehmen kann.

Stille Lahn in Limburg

Das Bild ist sogar noch schöner, wenn es auf dem Kopf steht.

In einer Bäckerei bestelle ich mir ein Brötchen zu essen und nutze den Strom und das WLAN.

Durch einen schönen Park werde ich aus Limburg heraus begleitet, um hinter einem Bahnübergang zwischen Feldern in der prallen Sonne zu laufen.
Kurz vor Diez komme ich auf das Barockschloss Oranienstein zu und laufe im Park einmal drum herum, ohne es einmal richtig zu sehen.

Am Grafenschloss in Diez vorbei und schon stehe ich nach 17 km um 14:00 Uhr in der Innenstadt. Es sind 32 °C und ich bin auf der Suche nach einer Eisdiele. Es ist Montag und vieles hat leider geschlossen, ich werde aber fündig.
Ich bin mir nicht sicher, ob es die Hitze ist, oder das ich vielleicht nicht mehr ganz frisch rieche, aber die Bedienung wird schon ihren Grund für ihre unfreundliche Art haben…  Das Eis schmeckt trotzdem.

Spaghetti Eis in Diez

Die zwei Kilometer zum Campingplatz ziehen sich sehr. Die Belohnung ist umso größer, denn der bisher schönste Zeltplatz bietet sich mir. Unter einem großen Nußbaum nur drei Meter von der Lahn stelle ich mein kleines Zuhause auf. Von hier aus kann ich direkt schwimmen gehen und ich freue mich über die herrlich frische Abkühlung.

Nur 3 Meter vom Zelt entfernt – die Lahn

Für morgen sind 37°C im Wetterbericht angesagt und da es hier so schön ist, entscheide ich einfach eine weitere Nacht hier zu bleiben.

Beim Abendessen vor dem Zelt sehe ich tatsächlich einen Eisvogel direkt am Lahnufer sitzen.

Glücklich über meine Entscheidung eine weitere Nacht zu bleiben, gehe ich schlafen.

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