Tag 58 – Übernachten in einer mongolischen Jurte

Den Check-Out reizen Sara und ich bis auf die letzte Minute aus. Vorher erledigen wir einige Dinge am Smartphone und nutzen das eher schwache Wlan.
Um 11:00 Uhr verlassen wir das Zimmer, machen einen Abstecher zur Bank und gehen den langen Weg aus Limoges raus. Die Stadt hat um die 133000 Einwohner und der Weg führt meist an der gut befahrenen Hauptstraße entlang.

Entspannte Kühe

In meinen neuen Schuhe läuft es sich erstaunlich gut. Dennoch habe ich mich heute aus verschiedenen Gründen für eine sehr kurze Etappe entschieden. Die reservierte Unterkunft für heute klingt sehr vielversprechend und die nächste weitere Schlafmöglichkeit liegt von Limoges 37 Kilometer entfert.
Deshalb laufen Sara und ich nur 13 Kilometer. Sich die Unterkünfte zu teilen, spart mir wirklich einige Euro, allerdings ist es gut möglich, dass wir bald getrennte Wege gehen.

Fluss Venant in Aixe-sur-Vienne

Um 15:00 Uhr erreichen wir Aixe-sur Vienne und überbrücken die Zeit in einem Tabakwarenladen, die in Frankreich gleichzeitig eine Mischung aus Café und Bar sind.
Bei Bier (für Sara) und Kaffee (für mich) recherchieren wir ein bisschen über die nächsten zwei Tage und Unterkunftsmöglichkeiten. Dies nimmt täglich recht viel Zeit ein.

Ungewöhnliche Unterkunft – die mongolische Jurte in Frankreich

Um 17:00 Uhr gehen wir eine Straße weiter, wo wir einchecken können. Eine nette Frau bringt uns in den Garten, wo uns eine Jurte erwartet. Ich freue mich sehr über diese eher ungewöhnliche Schlafmöglichkeit. Das runde Zelt macht einen etwas älteren Eindruck, ist dennoch in gutem Zustand. Ein paar kleine Schränke, Tische, ein Doppelbett und ein Waschbecken sind kreisrund entlang der Wand aufgestellt, sogar Strom gibt es. Die Trockentoilette ist draussen im Garten und eine Dusche befindet sich im Haus.

Die Unterkunft ist auf Spendenbasis und ich geniesse die Erfahrung sehr, da ich bisher Jurten nur von Bildern kannte. Mir gefällt besonders das Muster, das durch das stabilisierende Holz entsteht.

Ich fühle mich später am Tag körperlich eher unwohl, denke mir aber nicht so viel dabei.

Am Abend gesellen wir uns zu der Besitzerin zum Abendessen. Ihr Bruder wohnt ebenfalls in dem großen Haus und ihr Sohn ist aus Paris zu Besuch. Als Vorspeise gibt es eine regionale Spezialität, eine Suppe aus Kastanien wird uns serviert. Die leichte Süße erinnert dezent an Möhren.

Mir ist es sehr unangenehm, dass ich nicht zur Hauptspeise am Tisch bleibe, aber mein Unwohlsein verwandelt sich nach der Suppe in recht starke Magenkrämpfe. Zurück in der Jurte wird es im Liegen besser und kurz vor dem Schlafen koche ich schnell Nudeln, um nicht mit Hungergefühl ins Bett zu gehen.

Kurz bevor ich ins Traumland verschwinde, setzt ein leichter Regen ein und das Geräusch auf der Jurte klingt äußert entspannend.

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