Tag 17 – Drachenzähne zwischen Vulkan- und Nordeifel

Die Nacht war wirklich eisig und stimmt mich am Morgen -passend zum Wetter- frostig. In der nächsten größeren Stadt werde ich mir wohl noch ein bisschen wärmende Ausrüstung kaufen. Mein neuer Schlafsack hat eigentlich eine angegebene Komfort Temperatur von +2,9°C. Nachts waren es um die 7°C und ich habe schon sehr gefroren. Das mir jetzt schon so kalt sein würde, war so nicht geplant.
Ein warmes Frühstück folgt, leider kann ich mich aber ganz schlecht von meinem Schlafsack trennen. Als ich endlich alles gepackt habe, ist es bereits 09:15Uhr.
Auf dem Weg zur Rezeption spricht mich der nette Niederländer Jus an. Wir hatten gestern Abend kurz gequatscht und er wolle mir noch alles Gute für meine Reise wünschen. Das recht intensive Gespräch am Morgen über den Umgang mit seinem eigenem Leben und Ängsten, lässt mich erst um 10:00 Uhr losziehen.
Erstmal orientiere ich mich, um den Jakobsweg wieder zu finden. Hier habe ich zwei Optionen, entweder gehe ich einen riesigen Umweg oder ich improvisiere. Zweiteres trifft ein und um die richtige Wegesführung zu erreichen, steige ich erst einen sehr steilen Abhang hoch (und rutsche dabei fast weg) und klettere durch einen Zaun und dann über einen. Klingt erstmal nicht so dramatisch, aber mit meinem 12 Kilogramm schweren Rucksack auf dem Rücken, fällt mir die Aktion schon schwerer. Im Wald führt es mich bergauf und oben angekommen, lande ich auf dem gewünschten Wanderweg.

Kurz hinter Kronenberg

Dieser kreuzt sich heute ausserdem mit dem Scheifelpfad, welcher den Titel „Weg des Friedens“ trägt. Überbleibsel des 2. Weltkirges sind hier zu finden. Ruinen des einstigen Westwalls und u.a. gesprengte Bunker, von denen ich aber nur folgende Steinüberreste sehe, die wie Drachenzähne aus dem Boden ragen.

Überbleibsel des Westwalls

Außerdem grenzen hier Nordeifel und Vulkaneifel aneinander, ebenso Nordrhein Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Auch heute führen mich Täler in die wenigen Ortschaften und bergauf kämpfe ich mich jedes Mal zurück in den Wald. Viele hochgewachsene Fichten und moosbezogene Flächen sind zu sehen. Ich begegne kaum jemanden.

Das späte Loskommen war eher von Nachteil. Mit wenigen Pausen laufe ich mit schweren, aber schmerzfreien Beinen weiter. Kurz vor Prüm geht es nochmal steil bergauf und in der Innenstadt erledige ich schnell einen Einkauf.

Angekommen in Prüm

Der Weg zum Campingplatz liegt mal wieder auswärts und müde komme ich an dem gut besuchten Platz an. Es ist schon Freitag und die Leute starten entspannt ihr Wochenende.

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