Tag 16 – Von Stress zu Ehrgeiz

Ein leises Geräusch surrt an meinem Ohr und die pure Agression lässt meine eigene Hand auf meine Stirn klatschen. Die Mücken treiben mich in der Nacht in den puren Wahnsinn. Dadurch bekomme ich sehr wenig Schlaf und wache zerknittert um 06:00 Uhr durch den Wecker auf.
Mirka und ich frühstücken und gute 70 Minuten später machen wir uns in die Kälte auf.
Ein leichter Nebel hängt weit entfernt in den Wäldern, ein ruhiger Morgen führt uns nach Blankenheim. Im Industriegebiet gibt es eine erste Pause beim Bäcker und ein Einkauf für die nächsten zwei Tage, da ich wohl den nächsten Supermarkt erst morgen Abend erreichen werde.

Blankenheim

Unsere Wege trennen sich am Schloss Blankenheim. Mirka wird hier verweilen und auf mich wartet eine lange Etappe. Wir verabschieden uns und ich bin dankbar über diese
Pilgerbegegung. Damit habe ich nicht schon in Deutschland gerechnet. Blankenheim ist ein wirklich schöner kleiner Ort mit alten Fachwerkhäusern. Hier wäre ein Aufenthalt bestimmt lohnenswert, denke ich im Vorbeigehen.
Ich bekomme kleine Probleme den
Weg wieder zu finden. Meine App und die Wegesmarkierung widersprechen sich. Zusätzlich ist es bereits 11:30Uhr. Für diese lange Etappe bin ich mittlerweile eher spät dran. Bedingt durch diese zwei Faktoren steigt mein Stresslevel auf einmal enorm.
Meine eigene Anspannung gefällt mir absolut gar nicht. Sehr bewusst nehme ich dieses Gefühl war und anstatt mich hinzusetzen und tief durchzuatmen, versuche ich den Stress in Ehrgeiz zu umzuwandeln. Es dauert einige Kilometer bis ich dies tatsächlich schaffe und ich in gutem Tempo Kilometer für Kilometer hinter mir lasse.

Der Weg führt mich heute weiter durch die Eifel und führt immer wieder bergauf und ab. Weite Wiesen und Weiden und kleine Wäldchen wechseln sich ab. Alle paar Kilometer durchlaufen ich ein kleines Dorf. Die Stille ist heute wirklich auffällig. Ich bin hier richtig auf dem Lande und mag es, das selbst in den Orten kaum ein Mensch ist. Das Wetter ist warm und die Sonne scheint mittlerweile kräftig.
An vielen Pferdekoppeln und Kuhweiden laufe ich aufmerksam vorbei. An einer sind die Kühe sehr nah am Zaun und die neugierigen Tiere lassen sich mit Gras füttern und sogar ein bisschen streicheln.

Nasser Schnappschuss

Die unfassbar lange Zunge berührt meine Hand und von der sabbrigen rauhen Berührung lache ich laut erschrocken auf. Diese goldigen Lebewesen schließe ich auf dieser Reise immer weiter in mein Herz.

Kronenberger See

Zum Schluss zieht sich die Etappe sehr. Am Kronenberger See bringt mich der Weg noch über 3 Kilometer vom Jakobsweg ab und ich erreiche erschöpft den Campingpatz.
Drei andere Zelte sind hier nur aufgebaut und ich bin froh über meine Ruhe.
Eine schnelle heiße Dusche, ein kurzes Telefonat mit meiner Lieblingsschwester und Abendessen inklusive heißem Tee lassen die Zeit bis zum Schlafengehen verfliegen. Es wird früher dunkel und somit auch kälter. In meinen Trinkbeutel fühle ich abends gerne heißes Wasser ein und kuschel mich mit meiner improvisierter Wärmflasche in meinen geliebten Schlafsack.

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