Tag 14 – der Erft entlang

Die kalte Nacht hängt mir beim Aufwachen noch nach. Die Luft ist frisch, aber klar. Kaum eine Wolke am Himmel ist zu sehen, der Sonnenaufgang ist dezent, aber bei genauem Hinsehen entdecke ich eine leichte rosa Verfärbung.
Zu gerne wollte ich heute morgen noch in den See springen, fühle mich heute morgen nicht richtig fit.

Gemütlich gibt es wärmendes Porridge und Kaffee mit Blick auf den Heider Bergsee. Hier kann man es aushalten, denke ich und schlürfe an meinem viel zu heißen Koffeingetränk.
Ein kurzes Telefonat und ein Pilgerzimmer für die heutige Nacht ist gesichert.
Der Zeltabbau verläuft schon schneller als zuvor. Um mich herum frühstücken die ersten, während ich gut gelaunt an der Rezeption bezahle und losspaziere.

Der Weg raus aus dem Ort und rein in den Wald. Hier sieht es irgendwie „wild“ aus. Viele abgeschlagene und tote Bäume. Phasenweise ein wirklich trauriger Anblick.
Kurz vor Weilerswrist gönne ich mir eine kleine Pause, bei meinem Ausblick ins Tal spricht mich eine Spaziergängerin an. Die nette Frau erzählt mir von ihren süßen Hund Roco, der aus Portugal kommt und wie schwer er zu erziehen sei.

Zwischen Brühl und Weilerswrist

In Weilerswrist selbst lege ich direkt noch eine längere Pause ein. Die Hälfte von guten 13,5 Kilometern sind geschafft. Mittlerweile hat es sich bewölkt und ist verhältnismässig warm, fast schon schwül.
Vom Zentrum versuche ich wieder auf den Jakobsweg zu finden. Ich folge der Bundesstraße mit Radweg, der eigentliche Weg müsste sich gleich kreuzen, stelle aber verdutzt fest, dass ich auf einmal auf einer Brücke ÜBER dem Wanderweg stehe. Eine improvisierende Alternative ist schnell gefunden, in der Schallschutzmauer befindet sich eine Tür, durch die schlüpfe ich durch und finde einen steilen, aber kurzen Abhang hinunter.
Von dort geht es sehr entspannt und übersichtlich an der Erft entlang. Dem Fluss folge ich an Wiesen und Weiden vorbei. Eine Kuh lässt sich sogar von mir mit Gras füttern. Meine Laune ist zwar ganz gut, jedoch schlurfe ich vor mich hin.

An der Erft entlang

Um 16.:45 Uhr erreiche ich die Pilgerunterkunft. Dort sitzt schon eine andere Pilgerin. Wir tauschen uns kurz aus und zusammen werden wie in die kleine, für Pilger hergerichtete Wohnung eingeladen.
Diese wurde 2019 ausgebaut und ist noch sehr neu und mit vielen Details eingerichtet und ausgestattet.
Nach einem kurzen Abstecher zum Bäcker und einer heißen Dusche begutachte meine Füße. Vier! neue Blasen haben sich zu den drei alten und fast abgeheilten dazu gesellt. Was zur Hölle… beim Laufen habe ich tagsüber kaum was gemerkt. Barfuß fühlt sich das ganze deutlich unschöner an.
Mit der anderen Pilgerin Mirka verquatsche ich mich immer wieder und bin froh mir die Unterkunft mit einem so sympathischen Menschen zu teilen.

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