Tag 2 – Freiheitsgefühl am Meer

Nach einer erholsamen Nacht verlasse ich um 7:30 Uhr mit einem Brötchen in meiner Hand das Hostel. Der erste Wandertag steht bevor. Mein Startpunkt ist die nahegelegende Kathedrale. Im kühlen Schatten der Gassen führt der Weg hinunter zum Fluss und an die Eisenbrücke.

Bye Porto

Am Ufer laufe ich gemütlich entlang und verlasse somit die wunderschöne Stadt Porto.

Was für ein wunderschöner Tag. Das Rauschen der Wellen, das kräftige Blau des Wassers und die leichte Brise ergänzen sich wunderbar, als ich am offenen Meer ankomme. Perfektioniert mit dem starken Duft von Salz und Freiheit. Ich schließe die Augen, atme tiefer ein und grinse.

Richtung Norden, mit der Küste zur linken und verschiedene Ortsteilen zur rechten Seite, laufe ich weiter. Gegen 10:00 Uhr mache ich eine kleine Pause und der übrig gebliebene Burrito vom gestrigen Abend, wird mein zweites Frühstück. Es sind bereits einige Pilger zu sehen und gegenseitig begrüßt man sich mit „Buen Camino“. An der Strandpromenade sind viele Jogger und Spaziergänger unterwegs. Die Strände sind verhältnismäßig eher leer. Die 18°C bei Sonnenschein sind fürs Wandern zwar perfekt, aber der Wind fühlt sich auf der Haut recht kühl an. Das Laufen fällt mir der Zeit schwerer und eine leichte Müdigkeit setzt ein. In einem der leeren Strandcafés lasse ich mich nieder. Die Aussicht ergänzt sich wunderbar mit einer Tasse Kaffee, denn der Ausblick über das Meer läd zum Träumen ein.

Lange bleibe ich dort nicht, denn mein Tagesziel ist nicht weit entfernt. Der weiterführende Holzweg ist wortwörtlich zu nehmen. Kilometerlang führen hölzerne Pfade an der Küste entlang. Vorbei an einem riesigen Obelisken, weiteren leeren Stränden und Bars. Ein Blick in den Pilgerführer verrät, wie ich in dem Ort Angeiras zu meiner heutigen Unterkunft gelange.

Der Campingplatz ist mir 2015 mehr als gut in Erinnerung geblieben und recht früh schlage ich dort nach 23 Kilometern auf. Für 11 € wird mir ein kleiner Bungalow zugewiesen. Der Campingplatz hat eine angenehme Größe, ist unter hohen Bäumen gelegen und ist bis auf ein paar Gartenarbeiten sehr ruhig und friedlich

Als ich endlich vor meiner kleinen, süßen Unterkunft meine Schuhe ausziehe, lachen mich zwei kleine Blasen am rechten Fuß an. Mein Blick fällt aber viel schneller auf das Rasenstück vor mir. Eine Schlange verkriecht sich gerade unter einer anderen Hütte. 5 Minuten später wechselt sie nochmals den Ort. Etwas fassungslos, aber fasziniert sitze ich da. Mit einem solchen Nachbarn hatte ich nicht gerechnet. Ich taufe sie auf Elliott.

In der Sonne mache ich es mir bei einem kleinen Spielplatz bequem. Ich geniesse den Tag auf dem erstaunlich leeren Campingplatz. Es ist wirklich herrlich hier.

Gegen späten Nachmittag verfalle ich in ein kurzes Nickerchen und lerne kurze Zeit später meine Bungalow Mitbewohnerin kennen. Mit der Berlinerin Katharina verfalle ich in ein wunderbares Gespräch, welches wir beim Abendessen in einem Restaurant weiterführen. Für je 5,50€ bekommen wir jeweils eine Vorspeise, eine große Hauptspeise, ein Getränk und eine 0,5 Liter Karaffe Weißwein. Ein unschlagbares Angebot. So vergeht der Abend mit meiner sehr sympathischen Begleitung, bevor wir beide müde ins Bett fallen.

Sonnenuntergang am Campingplatz

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