Hanoi – und der Fehler meiner Unachtsamkeit

Mittwoch, 30.05.2018 und Donnerstag, 31.05.2018

Nachdem ich die Cat Ba Insel am nächsten Tag verlassen hatte, fuhr ich mit dem Bus in die Großstadt Hanoi, von der ich die unterschiedlichsten Meinungen gehört hatte. Mit meinen Rucksäcken lief ich an einem erneut unwahrscheinlich heißem Tag zu meinem Hostel. Die Stadt war belebt, aber der erste Eindruck gefiel es mir.

Am Nachmittag besuchte ich das themenbezogene „Always Café“. Ich trat hinein, wurde freundlich begrüßt und schritt zum hinteren Zimmer, um dort von den vier riesigen Hausflaggen des Hogwartshauses erwartet zu werden. Ein Harry-Potter Café! Ich war begeistert von den Details. Aufgrund meiner Müdigkeit gönnte ich mir den typische Eiskaffee, aber ich war fest entschlossen, abends für ein Butterbier wiederzukommen.

IMG_8188
ein Harry Potter Café

Gegen frühen Abend lief ich in Nähe eines Teiches entlang, die Straßen waren von Touristen gefüllt und ich versuchte meinen Weg zu meiner Unterkunft zu finden. Zur Hilfe fragte ich mein Handy und war in einer Karte von Google Maps versunken, als alles ganz schnell ging. Ein junger Mann kam von hinten angelaufen, schnappte sich mein Smartphone und lief davon. Und ich? Ich hatte verdammt gute Reflexe und lief dem Schuft hinterher. Überquerte die riesige Straße und legte einen guten Sprint hin und schrie wie von der Tarantel gestochen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn wirklich eingeholt hätte, aber ich erregte Aufsehen. Der Dieb wurf mein Handy über die Straße, und flüchtete. Ich hob es zitternd auf. Es war nicht kaputt! Aber erst jetzt realisierte ich die ganze Situation. Andere Menschen kamen zu mir und erkundeten sich, ob es mir gut ginge. Die Antwort war: nein.

Ich war wirklich geschockt. Wie in einem Film war die ganze Situation passiert. Ich sollte glücklich sein, ich hatte mein Handy wieder in der Hand. Fast schon paranoid lief ich zu meinem Hostel zurück. Ich war vollkommen durch den Wind.

Durchatmen. Selbstreflektion. Eine der wichtigsten Regeln beim Reisen (vorallem in ärmeren Ländern) heißt: aufmerksam sein! In einer „Glück im Unglück“-Situation wurde ich schmerzlich daran erinnert. Eine Lektion, die mir ebenfalls beibrachte, dass meine Reflexe erstaunlich gut sein können, auch wenn wohl eher mein Unterbewusstsein reagiert hat. Mein Adrenalin hat mich von 0 auf 100 gebracht und für 5 Sekunden fühlte ich mich, als hätte ich Superheldenkräfte. Das mag total bescheuert klingen, aber solche „Extremsituationen“ erlebt man auch nicht oft.

Am Abend traf ich mich noch mit John und James zum Abendessen. Ich erzählte ihnen die Geschichte. Die beiden waren wirklich verwundert, sie lebten hier seit Monaten und ihnen war nie etwas passiert.

Zurück zum Harry Potter Café ging es leider nicht mehr, ich wollte einfach nur ins Bett und den Tag hinter mir lassen.

Ein Gedanke zu “Hanoi – und der Fehler meiner Unachtsamkeit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s