Planänderung und Abschied nehmen

Es ist einiges in den letzten Wochen passiert, und obwohl so viel Zeit vergangen ist, fällt es mir noch immer schwer die Situation komplett zu realisieren. Am 10.04.2018 änderte sich alles – aber erstmal zurück auf Anfang.

Ich kam von der großartigen Südinsel zurück in mein geliebtes Wellington. Ich fühlte mich mehr als wohl und genoss ein paar Tage mit meinen Freunden. Mein Visum ließ weiter auf sich warten und so beschloss ich einen kleinen Roadtrip an die Ostküste der Nordinsel zu machen.

Nach 5 Stunden Fahrt kam ich im Ort Napier an und suchte mir dort einen Campingplatz. Bei meiner Ankunft war es bereits 19:00 Uhr und die Sonne war untergangen. Der Herbst kehrte langsam aber sicher in Neuseeland ein.

Nach einer erholsamen Nacht stand ich früh auf, um den Sonnenaufgang am Strand zu sehen.

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atemberaubender Sonnenaufgang in Napier in der Region Hawkes Bay

Die Himmel zeigte gigantische Farben auf und ich erlebte einen der schönsten Sonnenaufgänge überhaupt.

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Am Nachmittag regnete es in Strömen und in einem Café machte ich es mir mit Tee und meinem Buch bequem, als mein Handy sich meldete. Eine E-Mail von der Immigrations Behörde war eingegangen. Mit klopfenden Herzen öffnete ich an meinem Laptop das Dokument. Es dauerte ein paar wenige Sekunden bis ich realisierte, dass mein Visum tatsächlich abgelehnt worden war.

Die Begründung war und ist noch immer schwer zu begreifen. Meine 9 Monate Erfahrung in der Gastronomie reichen nicht aus (erwartet werden mindestens 12 Monate) und meine 9.5 Jahre Erfahrung aus Deutschland (in einem anderen Job) zählen nicht.

Am Boden zerstört machte ich mich umgehend auf meine Heimfahrt nach Wellington. Ich war natürlich direkt mit meiner Managerin in Kontakt, und ich versuchte die Behörde anzurufen.

Nach über 5 Stunden kam ich fix und fertig in meiner WG an, wo meine Mitbewohner auf mich warteten. Die nächsten Tage versuchte ich Wege zu finden, um eventuell doch ein Visum zu bekommen, aber letztendlich beschloss ich mit meiner Managerin, dass ich (vorläufig) das Land verlassen werde.

Mir blieben 42 Tage um Neuseeland zu verlassen, ich buchte für gute 4 Wochen später meinen Flug. Eine sehr gefühlsbetonte Zeit wartete auf mich und vorallem die ersten paar Tage hatte ich sehr große Probleme damit meine Situation zu akzeptieren. Meine Freunde waren für mich da, bis es mir wieder besser ging.

Ich suchte also jemanden für mein Zimmer und inserierte mein Auto. Letzteres war eine echte Herausforderung, da die Zeit nicht schlechter sein könnte, um ein Backpackerauto zu verkaufen.

Ein Freund, den ich auf der Südinsel kennen gelernt hatte, kam mich besuchen. Obwohl Florian Wellington erst nicht besonders leiden konnte, so (denke ich zumindest) verließ er die Hauptstadt doch mit ein paar netten Eindrücken, in dem ich ihm einige meiner Lieblingsorte zeigte.

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Mount Kaukau bei Sonnenuntergang

Drei Tage bevor ich meine Lieblingsstadt verlassen sollte, hatte ich eine kleine Abschiedsparty mit meinen alten Arbeitskollegen und fast alle kamen vorbei, um sich von mir zu verabschieden.

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ein großer Teil meiner alten Arbeitskollegen

Einen Tag später ging es mit meinen Mitbewohnern in mein Lieblingsrestaurant zum Abendessen.

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meine wunderbaren Mitbewohner (v.r.n.l. Casey, Becca, Mike, sein Freund Ryan und ich)

Am letzten Tag konnte ich tatsächlich kurzerhand noch mein Auto verkaufen und traf mich anschließend mit einem meiner besten Freunde, dem Iren Paul.

Am Donnerstagmorgen (17.05.) brachte mich Katie zur Busstation, wo ich unter Tränen meine Lieblingsstadt verließ.

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Auf Wiedersehen, mein geliebtes Wellington

Neuseeland, und vorallem Wellington ist in den letzten 15 Monate mein zu Hause geworden. Mein abgelehntes Visum brachte eine eher unschöne Zeit mit sich. Zuerst dachte ich, ich hätte mein positives Denken verloren. Ich stellte aber schnell fest, dass dies nicht stimmte. Ich gucke positiv in die nächsten Wochen und Monate und freue mich auf meine Pläne, aber nichts wird die Tatsache ändern, dass ich unendlich traurig über meinen Abschied bin.

Ein Bekannter schrieb mir vor ein paar Tagen, dass es manchmal besser sei, einen Ort nur mit guten Erinnerungen zu verlassen. Zum Teil stimme ich diesem auch zu, allerdings treffe ich gerne meine eigenen Entscheidungen, insbesondere wenn es sich um sehr große Veränderungen dreht. Diese wurde mir aber von jemandem abgenommen, der nur einen minimalen Teil meines Lebens kennt. Jemand, der mich nie persönlich getroffen hat.

Es besteht die Möglichkeit sich für ein erneutes Visum zu bewerben. Was genau in den nächsten Monaten passieren wird, steht in den Sternen. Gewiss ist aber, dass ich die nächsten 5 Wochen reisen werde und dieser Blog wieder ein wenig lebendig wird.

So traurig ich bin, so unglaublich dankbar bin ich über meine Zeit am anderen Ende der Welt. Meine Erfahrungen, Erlebnisse und meine neuen tollen Freunde. Ich könnte nicht glücklicher über meine Zeit in Neuseeland sein.

Ein Gedanke zu “Planänderung und Abschied nehmen

  1. Liebe Aileen, tut mir leid zu hören, dass dein Visum nicht verlängert wurde. Auch mir leuchten die Gründe nicht wirklich ein, zumal du einen Job nachweisen konntest. Aber es eröffnen sich auch neue Möglichkeiten. Ich wünsche dir eine Gute Reise und freue mich über deine Beiträge. LG Susanne

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