Fahrtrichtung Süden zu den Gletschern

Dienstag, 06.03.2018

Tatsächlich erhalte ich einen Anruf am Morgen, dass mein Geldbeutel gefunden wurde und im Informationscenter Arthurs Pass abgegeben wurde.
Als erstes besorge ich mir in Greymouth eine neue neuseeländische Bankkarte. Dies ist innerhalb von 4 Minuten (!) erledigt. Wenn man aus Deutschland kommt, ist dies unvorstellbar.
Also geht es wieder 90 Kilometer ins Landesinnere und erhalte mein Portemonnaie zurück. Bis auf das Bargeld und meine deutsche Bankkarte ist alles da.

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mystischer Nebel umschmeichelt die Berggipfel

Ich entscheide mich dazu, eine kleine Wanderung zu machen und laufe den Arthurs Pass Walking Track. Der Weg führt erst durch den Wald. Moosbewachsene, hohe Bäume, ein kleiner Schotterweg und immer mal wieder geht es ein paar Stufen hoch und runter.

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Arthurs Pass Walking Track

Recht schnell fängt es an zu regnen. Dies stört mich verhältnismäßig sehr wenig. Die Hauptstraße, die fast parallel zum Weg verläuft, stört mich etwas mehr.
Nach 2.5 Stunden bin ich klitschnass zurück am Auto. Schnell umgezogen geht es zurück zur Westküste. Am Morgen habe ich mir einen Stellplatz auf einem kleinem Campingplatz reserviert und erreiche diese gegen Abend, wo ich mit den beiden deutschen Juri und Jochen und den beiden Besitzern einen nettes Gespräch vor dem Schlafen gehen, führe.

Mittwoch, 07.03.2018

Als ich um 8:00 Uhr aufwache, scheint tatsächlich die Sonne. Meine Freude ist groß und gegen 10:00 Uhr verlasse ich den Campingplatz. Es geht heute endlich ein gutes Stück weiter in den Süden. Die Westküste wirkt unter Sonnenschein noch schöner und gut gelaunt komme ich nach 155km im Ort Franz Josef Glacier an.

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auf dem Weg zum Franz Josef Gletscher

Der kleine touristische Ort besteht quasi nur aus Hotels, Motels, Campingplätzen und Restaurants. Viel Geld wird hier jeden Tag verdient, durch die vielen Helikopter, die zum Gletscher fliegen.
Ein kleines Campervan Motel ist schnell gefunden und im Info-Center mache ich mich erstmal über Wanderungen schlau. Nach 2 Stunden faulenzen, beschließe ich heute den Tatare Tunnels Walk zu laufen, der eine Straße weiter startet. 40 Minuten geht es durch den Wald, leicht bergauf.

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der Eingang zum alten Goldminen Tunnel

Ich komme am Ende des Weges an und setze meine Stirnlampe auf, und los geht es in einen ehemaligen Goldminentunnel. Da ich schon wusste, dass ich nasse Füße bekomme, habe ich direkt meine Wandersandalen angezogen. Gerade als ich los will, kommen mir ein paar Menschen entgegen, bis ich wieder alleine bin.
Langsam gehe ich in die Dunkelheit. Meine Füße sind knöchelhoch im Wasser und, verdammt, es ist eiskalt. Nach ein paar Minuten merke ich meine Füße kaum noch. Der Minenschacht ist eng und ich kann keine 2 Meter weit sehen. Nach weiteren Minuten ist das Licht des Ausgang nicht mehr zu erkennen. Ich stehe still, ein paar Tropfen fallen von der Decke. Sobald ich weiter laufe, ist lautes Plätschern zu hören. Fast schon paranoid drehe ich mich um -ich erschrecke mich vor meinen eigenen Geräuschen und muss grinsen. Nach gut 15 Minuten versagt leider meine Stirnlampe, also hole ich mein Handy heraus und nutze dieses als Lichtquelle. Der Akku ist schwach und ich entscheide mich wohl oder übel umzukehren. Der Tunnel ist insgesamt 500 Meter lang, wie das Ende aussieht, werde ich heute nicht herausfinden. Aber das Risiko ganz ohne Licht dazustehen – nee danke. Bald ist der Ausgang zu erkennen.

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das Licht am Ende des Tunnels

Draussen ist es herrlich warm und ganz langsam merke ich auch meine Füße wieder.
Nach 40 Minuten bin ich zurück im Ort angekommen und auf dem Weg zum Supermarkt treffe ich durch Zufall auf den Italiener Andrea, mit dem ich eine Zeit in Wellington gearbeitet habe. Am Abend setze ich mich in eine Bar und lausche der Livemusik und verschwinde in den Untiefen meines Buches.

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