Mitten im Nichts sich über seine eigene Dummheit ärgern

Montag, 05.03.2018

Heute soll es weitergehen. Früh am Morgen fahre ich 90 Minuten ins Landesinnere zum Arthurs Pass. Es ist der alpine Übergang der Südalpen von Neuseelands Südinsel. Es regnet leicht und je näher ich den Berge komme, desto mehr zieht sich der Nebel zu. Ein irres Gefühl, wenn man umgeben von hohen Bergen ist, diese aber nicht sehen kann.

In dem kleinem Ort Arthurs Pass mache ich mich als erstes auf zum Informationscenter. Zwei Wege habe ich mir vorher schon rausgesucht, aber vor Ort ist es immer gut, sich einen Überblick zu machen. Keine 10 Minuten von dort, gibt es sogar einen kleinen Wasserfall (Millenium Waterfall), den ich kurz besuche.

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Millenium Wasserfall

Zurück am Auto fällt mir auf, dass ich mein Portemonnaie nicht finden kann und so nimmt der Tag eine Wendung. Ich laufe direkt zurück zum Informationscenter und durchsuche mein komplettes Auto mehrmals, aber nichts. Meine Ärger über meine eigene Dummheit könnte nicht größer sein.

Nun gut, das erste Mal, dass mir also mein Geldbeutel verloren gegangen ist. Ich rufe die neuseeländische Bank an und lasse die Bankkarte umgehend sperren, es wird kein Problem sein direkt eine neue am morgigen Tag zu bekommen. Neuseeland ist in der Hinsicht wirklich sehr unkompliziert.

Auch die Polizei rufe ich umgehend an und innerhalb von 10 Minuten ist mein Verlust dokumentiert. Mit meinen deutschen Karten habe ich größere Probleme und bin mehr als froh, dass meine Mutter mir in Deutschland weiterhelfen kann. Die ganze Prozedur hat einige Stunden in Anspruch genommen, da die Internetverbinung mitten im Nichts, nicht gerade die beste ist.

Meine Laune wird leider nicht besser, als ich zeitgleich eine E-Mail bekomme, dass die Behörde mit meiner Visumseinreichung nicht zufrieden ist – mehr Unterlagen werden benötigt.

Als es dann mittlerweile Nachmittag ist und ich nichts an der Situation ändern kann, entscheide ich mich zu dem Devils Punchbowl Wasserfall (130 Meter hoch) zu laufen, der 30 Minuten vom Parkplatz entfernt ist

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auf dem Weg zum Devils Punchbowl Wasserfall

Das Wetter ist sogar etwas aufgeklart und die Berge sind wunderschön. Ein paar tiefsitzende Wolken machen den Ausblick noch spektakulärer.

So gern ich noch mehr in dieser Gegend verbringen würde, ich muss morgen früh zur Bank und fahre zurück an die Westküste.

Über eine App finde ich 8 km außerhalb von Greymouth einen tollen, kleinen Campingplatz, der direkt am Meer liegt.

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malerischer Sonnenuntergang an der Westküste

Zum Sonnenuntergang schlendere ich über den langen Strand, den ich fast für mich alleine habe. Wunderschön.

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Tanzen am Strand, um den Kopf frei zu bekommen

Am Tagesende versuche ich mich wieder darauf zu konzentrieren, wie gut es mir trotz der heutigen Geschehnisse geht. Es gibt immer wieder kleine Hürden zu bewältigen und manchmal erscheinen Kleinigkeiten im ersten Moment viel schlimmer, als sie eigentlich sind.

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