Roadtrip nach Taupo

Freitag, 01.09.2017 – Sonntag, 03.09.2017

Nach 3.5 Monaten ist es soweit: mein erstes freies Wochenende steht an. Es macht mir verhältnismäßig wenig aus jedes Wochenende zu arbeiten. Da viele meiner Freunde in Wellington jedoch unter der Woche berufstätig sind, ist es dann doch eher schwer gemeinsamen Aktivitäten nachzugehen.

Ich gehe den Freitagmorgen entspannt an, ein wenig Yoga zum Wachwerden, gefolgt von Frühstück. Ich packe ein paar Kleidungsstücke zusammen und um 16:00 Uhr bin ich in der Stadt mit Simon verabredet. Ich kenne ihn seit ein paar Wochen und innerhalb kurzer Zeit hat sich eine Freundschaft mit dem Neuseeländer ergeben und wir haben recht spontan beschlossen zusammen auf einen kleinen Roadtrip zu gehen.

Simon hat einen kleinen Campervan und mit dem machen wir uns auf Richtung Norden. Der Feierabendverkehr hält uns ein wenig auf, dies stört uns allerdings nicht, da wir keinen Zeitdruck haben. Auch wenn man in Wellington schnell in der Natur ist, so lässt mich die Gegend doch wieder staunen wie schön es hier in Neuseeland ist.

Gegen 18:00 Uhr erreichen wir den kleinen Ort Featherston im Dunkeln. In einem kleinem Imbiss holen wir uns unser Abendessen, dass eher nach frittiertem „Nichts“ schmeckt, aber was solls. Immerhin gestättigt.

Wir fahren weitere 6 Kilometer außerhalb von Featherston und erreichen den See ´Lake Wairapa´ und seinen kostenlosen Campingplatz, von dem wir in der Dunkelheit leider nichts mehr sehen können.

Wir richten den Campervan her und lassen den Abend bei einer guten Flasche Rotwein ausklingen, während es draussen vor sich her regnet und stürmt.

Meine Befürchtung, das es nachts zu kalt ist und mein Schlafsack zu dünn ist, bestätigt sich nicht. Simon hat unendlich viele Decken und so lässt es sich warm und gemütlich schlafen.

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Ausblick auf Lake Wairapa am Morgen

Am nächsten Morgen wandert mein erster Blick nach draussen und auch wenn der bewölkte graue Himmel nicht das beste Wetter verspricht, bin ich begeistert von dem See, der vor uns liegt. Der ist einfach so da, und war es auch die ganze Nacht, aber erst im Hellen realisiere ich die schöne Gegend. Lange bleiben wir nicht, zurück in Featherston trinken wir einen Kaffee in einem kleinem süßen Café.
Wir laufen anschließend über die Hauptstraße und treffen auf ein kleines Fest, in der sich alles um kleine und große Modeleisenbahnen dreht. Das ganze wirkt leicht surreal, wie in einem Film. Aber dieses kleine Festival scheint ein wahres Highlight für die Einwohner des kleines Ortes zu sein.

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in einer Pause entstand dieses Bild durch Zufall in einem kleinem Park

Gegen Mittag machen wir uns auf Richtung Norden. Wir stoppen hier und da für kleine Pausen und Simon zeigt mir einen tollen Second-Hand Shop, in dem wir tatsächlich fündig werden. Für stolze 1,50 NZD (= 90 Cent) bin ich nun Besitzerin eines extravaganten weinroten Bademantels und für weitere 0,5 NZD findet ein Ring seinen Weg zu mir. Simon hat das Glück für 20 NZD (=12 Euro) einen schnieken grauen Anzug mit nach Hause zu nehmen. Die Secondhandläden sind einfach großartig in Neuseeland.

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Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Pausen

Gegen Abend erreichen wir Taupo. In dieser Stadt war ich vor einigen Monaten schon einmal.

Hier befindet sich der gigantische Lake Taupo und interessantes Wissen über den größten See Neuseelands: Es ist ein Kratersee und der Vulkan ist vor 26.500 Jahren kollabiert. Die Vorstellung, dass der komplette See eigentlich ein Krater eines Vulkans ist, ist für mich einfach unvorstellbar. Seine Fläche beträgt 622km².

Leider stellen wir schnell fest, dass der kostenlose Campingplatz über den Winter geschlossen ist. Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns die Nacht auf einem Campingplatz zu bleiben. Für einen Stellplatz ohne Strom bezahlen wir jeweils 25 NZD (= 15 Euro), was relativ viel ist, da Hostels ungefähr gleich viel kosten. Schnell stellen wir fest, dass wir kleine Glückspilze sind und im Preis der Poolbereich mit einbegriffen ist.

Ein Pool im Stil einer Lagune läd bei 36°C zum Entspannen ein. Der Wasserdampf wirkt in der Dunkelheit der Nacht fast schon mystisch. Im Pool selbst gibt es eine Bar und so sitzen wir mit Bier und Cocktails im warmen Wasser. Das Urlaubsfeeling ist nicht zu leugnen und so vergeht ein wunderbarer, unerwarteter Abend.

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sich einfach mal treiben lassen

Am Sonntagmorgen ist unsere Stimmung leicht gedrückt. Bei Regen packen wir unsere Sachen und fahren zu der Touristenattraktion, den Huka Falls. Die Huka Fälle sind eine Kaskade von Wasserfällen und es spülen sich durchschnittlich 140.000 Liter pro Sekunde über die einzelnen Stufen durch 15 Meter breiten Canyon.

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die Hukka Falls

Es ist sehr beeindruckend wie die Wassermaßen sich bewegen. Viele Menschen tummeln sich heute hier und wir besuchen anschließend noch einen kleinen Fluss in der Nähe, der durch heiße Quellen zum Baden einläd. Uns stehen allerdings einige Stunden Autofahrt bevor und so geht es zurück Richtung Süden. Gegen Abend erreichen wir müde unser geliebtes Wellington.

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Sonnenuntergang bei der Ankunft in Wellington

Mal aus Wellington rausgekommen zu sein, hat gut getan und der Gedanke in ein paar Monaten wieder auf Reisen zu sein, lässt pure Vorfreude aufkommen.

 

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