Thermalwasser und „kirchliche“ Natur

Donnerstag, 24.02.2017

Gegen 07:00 Uhr erwache ich aus meinen Träumen, zwei Nachrichten auf meinem Handy begrüßen mich und lassen mich lächeln. Mareike und ich machen uns nach dem Frühstück um 08:45 Uhr auf zur Fähre von Whitianga, die nur eine Minute zur anderen Seite braucht.

Um 09:15 Uhr soll dort der erste Bus starten, somit warten wir und warten. 20 Minuten später sind wir dezent angenervt. Eigentlich waren wir rechtzeitig dort und der nächste fährt leider erst in 2 Stunden. Somit beschließen wir, zu trampen. Dies stellt sich wieder recht einfach heraus. Wir werden jeweils immer kurz mitgenommen, laufen etwas und steigen in das nächste Auto ein. Nach 4 Mitfahrgelegenheiten erreichen wir unser Ziel: der Hot Water Beach. An einem stark begrenzten Abschnitt des Strandes tritt Thermalwasser aus, da etwa 2 km unter der Erdoberfläche sich eine ca. 170°C  heiße Gesteinsschicht befindet, die die Reste einer vulkanischen Aktivität vor Millionen von Jahren sind. Das Wasser kann teilweise bis 60°C heiß sein. Allerdings ist dieser Abschnitt des Strandes nur zu einer kurzen Zeit erreichbar und zwar wenn Ebbe ist.

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Kann man erkennen, wo das Thermalwasser austritt? 😀

So also waren Mareike und ich zur richtigen Zeit dort, wir fragten jemanden, ob wir uns kurz seine Schaufel leihen können und gruben ein kleines Loch. Mal einen Fuß reinhalten, wie warm das Wasser ist. Oh F*ck. Das ist ja viel zu heiß!!!!! Und genau, da liegt die Schwierigkeit, zwischen all den Leuten und anderen Löchern einen Platz zu finden, dessen Wassertemperatur nicht zu kalt und nicht zu heiß ist.

Die Besitzer unserer Schaufel überlassen uns kurzerhand ihren „Pool“, da sie gehen wollen.Was ein Glück. Ihr Pool hat die perfekte Größe für uns zwei. Herrlich. Kuschelig warm sitzen wir in dem warmen Thermalwasser und freuen uns. Um uns herum wird es immer voller und die Leute sind fast schon dezent verzweifelt auf der Suche nach der richtigen Stelle.

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Sooo schöön warm 🙂

Ich lehne mich zurück, schließe die Augen und versuche das hektische Treiben um mich herum auszuschalten. Ich atme ein und rieche einen angenehmen leichten Salzgeruch. Unser warmer Pool ist wirklich toll und wir genießen etwa 40 Minuten diesen Naturspektakels. Anschließend schmeiße ich mich wie ein kleines Kind freudig in die Wellen.

Nach dem Umziehen essen wir eine Kleinigkeit und machen uns auf zum nächsten touristischem Ort, den wir mit zwei Stopps per Anhalter erreichen. Vom Parkplatz benötigen wir etwa 45 Minuten zu Fuß zur Bucht Cathedral Cove. Die namensgebende Höhle weist eine kathedralenähnliche, spitz zulaufende Decke auf und sieht wirklich imposant auf.

So bestaunen Mareike und ich den schönen Strand und die riesige Höhle, die auf der anderen Seite in eine weitere Bucht übergeht.

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wunderschöne Cathedral Cove

Für einen 45 Minuten Fußweg ist es recht voll hier, aber vollkommen verständlich, die Schönheit der Natur ist hier in Neuseeland wieder einmal einmalig und beeindruckend.

Wir suchen uns eine Schattenstelle und reden über alles mögliche, snacken und erfreuen uns diesen schönen Tages.

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Gegen 14:30 Uhr wollen wir uns auf den Rückweg machen und laufen Marian aus unserem Hostel über den Weg. So machen wir uns zu dritt zurück zum Parkplat, dort wartet Marian auf den Bus, da er sein Ticket nicht verfallen lassen möchte und wir fordern unser Glück wieder heraus und innerhalb kürzester Zeit sind wir durch zwei verschiedenen Autos wieder an der Fähre angekommen.

Im Hostel zurück bin ich hungrig, müde und sehr glücklich. So hatten wir heute wieder einmal mehr Glück als Verstand. Der restliche Nachmittag vergeht mit Essen und lesen.

Am Abend wandle ich meinen heutigen Tag in Worte um und erlebe somit alles noch einmal. Ich hatte heute ein interessantes Gespräch mit der Holländerin Lucette und wir sprachen über das Reisen und was im Leben zählt. Ich realisierte wie glücklich ich seit Beginn der Reise bin. Fast ununterbrochen.

Und jetzt in dem Moment, wo ich das schriftlich festhalte, kann ich dieses Glück fühlen. Wie es warm in meinem Brustkorb sitzt und eine unglaubliche Energie ausstrahlt. Jetzt für den Moment. Dieses intensive Gefühl ist wunderschön und ich wünschte mir ich könnte jedem, der das liest ein wenig davon abgeben. 🙂

Der Abend endet mit Josi und Marian. Wir gehen zusammen zum Strand und laufen in der Dunkelheit über den Sand und verquatschen uns im Aufenthaltsraum. So geht der Tag mit viel Lachen vorbei und um kurz nach Mitternacht sinke ich in mein Bett.

Was für ein toller Geburtstag. 🙂

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